Kulturveranstaltungen


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7. Juni 2017, 17.30–20.30 Uhr 

„Themenabend“


DIE HOHENZOLLERN IN RUMÄNIEN (1866 –1947)

- in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte
der Deutschen im östlichen Europa -

- in Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum
östliches Europa -

- in Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut -

im Rumänischen Kulturinstitut, Reinhardtstr. 14, 10117 Berlin
 

Eine Anmeldung unter deutsches@kulturforum.info (Tel. 0331 - 20098 0) ist erwünscht.


Vor siebzig Jahren wurde König Mihai I. von den kommunistischen Machthabern zur Abdankung gezwungen. Damit endete die rumänische Erbmonarchie, die 1866 durch Karl von Hohenzollern-Sigmaringen, ab 1881 König Carol I., in einem noch vom Osmanischen Reich abhängigen Fürstentum begründet worden war. Mit der Übernahme des rumänischen Throns durch einen süddeutschen Prinzen profitierte Rumänien in vielerlei Hinsicht von der Einbindung in das monarchische Beziehungs- und Kommunikationsgeflecht Europas. Die Monarchie stand vor der Herausforderung, eine Integration in den Westen bei gleichzeitiger Wahrung und Stärkung der nationalen Identität anzustreben. Diese Aufgabe bewältigten die vier rumänischen Könige höchst unterschiedlich.
Zehn Jahre nach dem Beitritt zur EU diskutieren vier Experten über die Frage, wie die Aufnahme Rumäniens in das System der europäischen Mächte des 19. Jahrhunderts
das Land beeinflusst hat, bis heute prägt und eine besondere Beziehungsgeschichte zwischen Rumänien und Deutschland begründete.

PROGRAMM

17.30–17.40 Uhr • Begrüßung
Claudiu Florian, stellv. Leiter des Rumänischen Kulturinstituts (Berlin)
Dr. Gerhard Köpernik, Präsident der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft (Berlin)
Dr. Harald Roth, Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa (Potsdam)

17.40–18.40 Uhr • Einführende Kurzreferate
Dr. Dr. Gerald Volkmer (Oldenburg): Das Königshaus und Rumänien 1866–1918. Der Westen am Bukarester Hof – Europäische Integration durch dynastische Netzwerke
Dr. Edda Binder-Iijima (Göttingen): Das Königshaus und Rumänien 1918–1947. Dynastische und politische Krisen zwischen Demokratie und Autoritarismus
Dr. Anneli Ute Gabanyi (Berlin): Das Königshaus und Rumänien 1947–2017. Abschaffung der Monarchie – neue Rolle für das Königshaus

18.40–19.00 Uhr • Pause

19.00–19.30 Uhr • Lichtbildervortrag
Dr. Silvia Irina Zimmermann (Mannheim): Rumänien ein Gesicht geben. Die Königinnen Elisabeta und Maria als Botschafterinnen für das Königreich
19.30–20.30 Uhr • Podiumsdiskussion mit den Referenten

Moderation: Marianne Theil


Dr. Edda Binder-Iijima, geb. in Northeim bei Göttingen, Studium der Ost- und Südosteuropäischen Geschichte, Mittleren und Neueren Geschichte, Slawistik und Rumänistik,
seit 2006 Lehrbeauftragte für Südosteuropäische Geschichte an der Universität Heidelberg, Forschungsschwerpunkt mit Veröffentlichungen zur Monarchie, Institutionen- und Verfassungsgeschichte Rumäniens und Südosteuropas, Mitherausgeberin des Bandes Die
Hohenzollern in Rumänien und der Schriftenreihe der Forschungsstelle Carmen Sylva.

Dr. Anneli Ute Gabanyi, geb. in Bukarest, Studium der Anglistik, Romanistik und Politikwissenschaft, wiss. Mitarbeiterin und Leiterin der rumänischen Abteilung am Forschungsinstitut von Radio Free Europe in München, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Südost-Instituts in München und der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, zahlreiche Veröffentlichungen zur neuesten Geschichte und Gegenwart Rumäniens und der Republik
Moldau, Mitglied des Königlichen Rates.

Dr. Dr. Gerald Volkmer, geb. in Kronstadt/Brașov, Studium der Rechtswissenschaft, Mittleren und Neueren sowie Osteuropäischen Geschichte, wiss. Mitarbeiter bzw. stellv. Direktor des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. an der Ludwig-Maximilians-
Universität München, stellv. Direktor des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa an der Universität Oldenburg, Mitherausgeber des Bandes Die Hohenzollern in Rumänien.

Dr. Silvia Irina Zimmermann, geb. in Hermannstadt/Sibiu, Studium der Literaturwissenschaft, Anglistik, Kunstgeschichte und Soziologie; Übersetzerin, Initiatorin, Mitbegründerin und Leiterin der Forschungsstelle Carmen Sylva des Fürstlich Wiedischen Archivs; zahlreiche Veröffentlichungen zur Person und Bedeutung der ersten rumänischen Königin, Königin Elisabeth, Mitherausgeberin der Schriftenreihe der Forschungsstelle Carmen Sylva.

Marianne Theil, geb. in Bukarest, Studium der Wirtschaftswissenschaften,
Journalistin, Ex-Korrespondentin WDR/ARD (Hörfunk) in Brüssel, Washington D.C., Hauptstadtstudio Berlin, Vorstandsmitglied der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft Berlin.

ORT

im Rumänischen Kulturinstitut , Reinhardtstr. 14 10117 Berlin (S/U-Bahn Friedrichstraße)


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24. Mai 2017, um 19.00 Uhr

„Jour Fixe“


Diana Rus, Ioana Dragoș, Monica Bota Moisin (Berlin)



Die rumänische „Diaspora Civica Berlin“
       Junge RumänInnen in Berlin proben den Aufstand

Moderation: Mona Vintila (DRG)


- Vortrag und Diskussion -

Nicht nur in Bukarest und in den großen Städten Rumäniens protestierten wochenlang Tausende gegen die Eilverordnung der Regierung, mit der die Anti-Korruptionsgesetze verwässert werden sollten. Auch vor der rumänischen Botschaft in Berlin und am Brandenburger Tor versammelten sich im Februar aufgebrachte Rumäninnen und Rumänen. Ihre auf Deutsch verfassten Plakate   (z.B.„Rumänien sagt Nein zur Korruption“), richteten sich auch an die deutsche Öffentlichkeit, um Solidarität mit den Demonstranten in der Heimat zu zeigen. Die Protestaktion vom 25. Februar 2017 war die Geburtsstunde der „Diaspora Civica Berlin“, eine Gruppierung überwiegend junger, in Berlin lebender RumänInnen.
Von Berlin aus wollen sie sich durch politisches und kulturelles Engagement an der künftigen Gestaltung der rumänischen Gesellschaft beteiligen. „Wir tragen Verantwortung für die Gemeinschaft in Rumänien und wir wollen diese im Kontakt mit der rumänischen `Diaspora`in Berlin wahrnehmen…Lasst uns gemeinsam Widerstand leisten!“ Wie können die vielen Berliner Rumäninnen und Rumänen für politisches Engagement interessiert werden, wie könnten von Berlin aus die Geschehnisse in Rumänien beeinflusst werden?
      

Drei junge Rumäninnen aus der „Diaspora Civica Berlin“ stehen Rede und Antwort! 

ORT

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg (S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)


Die nächsten Termine

7. Juni: „Königreich Rumänien -Die Hohenzollern- Dynastie in Rumänien 1866 bis 1947“ Podiumsveranstaltung in Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa (Potsdam), dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Oldenburg) und dem Rumänischen Kulturinstitut (Berlin).

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NEUER TERMIN: 19. April 2017, um 19.00 Uhr

„Jour Fixe“


Stephan Meuser
(FES, Bukarest)


Wie geht es weiter in Rumänien?
Vortrag und Diskussion zur aktuellen Situation

in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.

In FES Berlin, Hiroshimastr. 28 (Haus 2), 6. Etage, 10785 Berlin (S/U Potsdamer Platz, Bus 200/ M29)

Bitte bestätigen Sie Ihre Teilnahme bis zum 11.4.2017: cindy.espig@fes.de Tel.269357487/Fax:269359250



- Vortrag und Diskussion -

Die Straßenproteste in Bukarest und den großen Städten Rumäniens haben auf den ersten Blick einiges bewirkt. Die Regierung zog die Eil-Verordnung zur Verwässerung der Anti-Korruptionsgesetze zurück, zwei Minister erklärten ihren Rücktritt, auf Initiative des Präsidenten Klaus Johannis wurde ein Referendum auf den Weg gebracht: Die rumänischen Bürger sollen über die Zukunft der Korruptionsbekämpfung abstimmen. Als „Lichter-Revolution“, als Ausdruck einer friedlichen Bürgerbewegung, werden die Demonstrationen in der europäischen Öffentlichkeit staunend bis bewundernd wahrgenommen. Längst haben sich die Proteste, so Stephan Meuser, „verselbständigt“ und vom eigentlichen Anlass (Amtsmissbrauch) gelöst. Demonstriert wird für die EU - sie steht für Rechtsstaat und Wohlstand - und gegen die tonangebenden „Eliten“, deren Prominenz ganz überwiegend nahtlos aus dem kommunistische Regime übernommen wurde. Wer sind die Demonstranten? Sind sie im Dezember 2016 zur Wahl gegangen? Ist denkbar, dass die protestierenden Massen sich in einer Massen-“Bewegung“ organisieren? Wie denkt die Landbevölkerung über die städtischen Straßenproteste? Wie kann verhindert werden, dass das Ergebnis des Volksentscheids durch Korruption „gekauft“ wird und welche Verbesserungen kann ein solches Referendum überhaupt herbeiführen?       

Stephan Meuser leitet seit Juni 2016 das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Bukarest und hat die Straßenproteste aus nächster Nähe miterlebt. Zuvor war er für die FES in der Ukraine und Belarus tätig sowie als Referent im Referat Mittel- und Osteuropa in Berlin. Er hat Politik- und Rechtswissenschaften in Bonn und an der „Sciences Po“ (Institut d'Études Politiques) in Paris studiert. Von 2004 bis 2005 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FU Berlin.

ORT

In FES Berlin, Hiroshimastr. 28 (Haus 2), 6. Etage, 10785 Berlin (S/U Potsdamer Platz, Bus 200/ M29)


Die nächsten Termine

7. Juni: Die Hohenzollern in Rumänien (1866-1947) Podiumsveranstaltung

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05. April 2017, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“


Dr. Georg Herbstritt (Berlin)

Securitate und Stasi – Entzweite Freunde
  Der Weg von der Zusammenarbeit bis zum Zerwürfnis



- Vortrag und Diskussion -

Dass die Geheimdienste der DDR und Rumäniens nach 1950 eng zusammenarbeiteten, lag nahe: die Rumänen und Rumäniendeutschen, die nach 1950 in die Bundesrepublik, oder, seltener, in die DDR kamen, waren für die Spionage-Arbeit der Securitate brauchbar, um die Verwandtschaft in Rumänien zu erpressen. Und die Stasi (MfS) war gerne bereit, dem „sozialistischen Brudervolk“ zu helfen. Berlin war damals die „Hauptstadt der Agenten“; hier tummelten sich in den „Residenturen“ Spitzel und Informanten, und manche Geschichte, die Georg Herbstritt recherchiert hat, liest sich wie ein Krimi: man liest von Entführungen und Erpressungen, von Rauschgiftschmuggel, vom Top-Terroristen Carlos, von der „Rumänischen Kolonie“, oder den Geschehnissen um „Gerda“. Das „Decknamen-Register“ umfasst zwei Seiten, das Personenregister ist sieben Seiten lang.
Ab den sechziger Jahren trübte sich das gute Verhältnis ein: Rumänien scherte immer wieder aus dem von der Sowjetunion dominierten Bündnissystem aus, schlug einen Sonderweg ein, indem es mit Blockfreien kooperierte und sich dem mit Moskau verfeindeten China annäherte. Die Freunde entzweiten sich im Laufe der 1960er Jahre. Das MfS begriff Rumänien fortan als ein potenziell feindliches Bruderland, das beobachtet wurde. Gestützt auf Akten aus beiden Ländern, untersucht Georg Herbstritt fast alle Bereiche, bei denen MfS und Securitate gemeinsam oder in Abgrenzung zueinander unterwegs waren. Ausführlich werden die politischen Zusammenhänge betrachtet: die (ost)deutsch-rumänischen Verflechtungen, der rumänische Sonderweg und die Strategien des östlichen Bündnisses im Umgang mit dem schwierigen Verbündeten.


Dr. Georg Herbstritt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Stasi-Unterlagen-Behörde mit dem Forschungsschwerpunkt „Auslandsaktivitäten der DDR-Staats-sicherheit“. Parallel dazu hat er über die rumänischen Securitate gearbeitet und in den Archiven der rumänischen „Stasi“-Behörde CNSAS in Bukarest über die Zusammenarbeit zwischen Stasi und Securitate geforscht. Ein Ergebnis ist die umfassende Studie, über die er beim JF berichtet.

ORT

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg (S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)


Die nächsten Termine:

7. Juni: „Die Hohenzollern in Rumänien – Das rumänische Königshaus von 1866 bis 1947“ Podiumsveranstaltung in Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa (Potsdam), dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Oldenburg) und dem Rumänischen Kulturinstitut (Berlin).



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08. Februar 2017, um 19.00 Uhr


„Jour Fixe“



PD Dr. Mariana Hausleitner (Berlin)
Prof. Dr. Viorel Achim (Bukarest)


Verbrechen an den rumänischen Roma im 2. Weltkrieg

in Kooperation mit der SÜDOSTEUROPA-GESELLSCHAFT

In der HU Berlin (Hauptgebäude), Unter den Linden 6, Senatssaal, 1. Stock


- Vortrag und Diskussion -

   Zwischen Juni und September 1942 ordnete das faschistische Regime in Rumänien die Deportation von 25.000 bis 30.000 Roma nach Transnistrien an: betroffen waren etwa 12 Prozent der damaligen Roma. Auf Befehl von Marschall Ion Antonescu wurden als erstes jene Roma verschleppt, die man als „gefährlich und unerwünscht“ eingestuft hatte; Dokumente lassen vermuten, dass schließlich die gesamte Roma-Bevölkerung deportiert werden sollte. In den Arbeitslagern herrschten grauenvolle Zustände, vergleichbar jenen in den KZ der Nationalsozialisten. Schätzungen gehen davon aus, dass nur 1.500 Roma die Deportationen überlebten: ihnen gelang die Flucht aus den Lagern, als im Frühjahr 1944 die sowjetischen Truppen vorrückten und die rumänischen Truppen zurückwichen.
Auch für etwa 100.000 rumänische Juden aus der Bukowina und Bessarabien war Transnistrien die Hölle: 1941 organisierte der Generalstab der rumänischen Armee ihre Deportation in das Gebiet zwischen Dnjestr und Bug (heute Republik Moldau). Fast alle starben, wie auch die deportierten Roma, an Hunger, Kälte, Krankheiten.
Wie geht Rumänien 75 Jahre später mit dem Holocaust an den Roma um? Was wissen junge rumänische Roma von diesem dunklen Kapitel der rumänischen Geschichte?       

PD Dr. Mariana Hausleitner, geboren in Bukarest, als Historikerin und Hochschullehrerin vor allem mit der Geschichte Südosteuropas im Faschismus des 20. Jahrhunderts befasst. Zahlreiche Publikationen zur Beteiligung Rumäniens an der Vernichtung der Juden, zu Deutschen und anderen Minderheiten in Ost-und Südosteuropa. Kuratorin der vielbeachteten Ausstellung „Die Polizei im NS-Staat“ (2011 im Deutschen Historischen Museum, Berlin)

Prof. Dr. Viorel Achim, Historiker am Nicolae Iorga Institut (Bukarest), profilierter Kenner der Geschichte der rumänischen Roma und der Minderheiten in Rumänien, dazu zahlreiche Publikationen; Fellow am Imre Kertesz Kolleg der Universität Jena (2012), Forschungen und Veröffentlichungen zu den deutsch-rumänischen Beziehungen 1940 – 1944.

ORT

in der HU Berlin (Hauptgebäude), Unter den Linden 6, Senatssaal, 1. Stock (U- und S- Bahn Friedrichtrasse) 

Die nächsten Termine

März: Stephan Meuser (Bukarest): Die politische Lage in Rumänien nach den Dezember-Wahlen
5. April: Dr. Georg Herbstritt (Berlin): Securitate und Stasi: Zusammenarbeit und Zerwürfnis



25. Januar 2017, um 18.00 Uhr


Podiumsdiskussion mit Politikern und Journalisten



MdB Gunther Krichbaum (CDU)
MdEP Siegfried Muresan (EVP)
Keno Verseck (Spiegel online)


2007 Zehn Jahre Mitgliedschaft Rumäniens in der EU 2017

Eine Bilanz des Europäischen Jahrzehnts


Im Europäischen Haus, Unter den Linden 78, 10117 Berlin. !! Anmeldung erforderlich bis 15. Januar bei DRG-Schatzmeister: tony-kroenert@deruge.org

Moderation: Marianne Theil (DRG)

Mit Begeisterung und großen Erwartungen feierten die Rumänen den EU-Beitritt. Zehn Jahren später herrscht Enttäuschung bei sehr vielen Rumänen, deren wirtschaftliche Lage unbefriedigend geblieben ist, während viele sichtbar bereichert sind. Etwa ein Sechstel nutzt seit 2014 die volle Freizügigkeit und arbeitet in Westeuropa; fast drei Milliarden Euro wurden 2016 an Familien in der Heimat überwiesen. In zehn Jahren wurde viel erreicht: das Rechtssystem wurde reformiert, die Justiz funktioniert besser, gegen Korruption wird massiv vorgegangen, was von der EU-Kommission lobend hervorgehoben wird. 

Die Diskussionsteilnehmer bilanzieren Fehlentwicklungen, Rückschläge, Erfolge und Hoffnungen, beispielsweise: Welche Branchen haben profitiert, wo fehlen und warum scheitern ausländische Direktinvestitionen, warum forschen nicht mehr europäische Wissenschaftler in Rumänien, wieso werden nicht alle EU-Strukturgelder abgerufen? Wie hat sich die Zivilgesellschaft entwickelt, wie steht es um die Diskriminierung von Minderheiten, in wessen Händen liegt die Macht der Medien, der „vierten Gewalt“? Vor welchem Hintergrund können sich nationalistisch-populistische Kräfte in Rumänien profilieren? Wie sollte Rumänien in der aktuellen Krise der EU agieren und wie sich auf seine EU-Ratspräsidentschaft 2019 vorbereiten?


ORT

Europäischen Haus, Unter den Linden 78, 10117 Berlin (S- und U-Bahn Friedrichstraße)

!! Anmeldung erforderlich bis 15. Januar bei DRG-Schatzmeister: tony-kroenert@deruge.org

Die nächsten Termine: 

 8. Februar 2017: Dr. Mariana Hausleitner (Berlin)/Prof. Dr. Viorel Achim (Bukarest):  Verbrechen an den rumänischen Roma im zweiten Weltkrieg

März: Stephan Meuser (Bukarest): Die politische Lage in Rumänien nach den Dezember-Wahlen

5. April: Dr. Georg Herbstritt (Berlin): Securitate und Stasi: Zusammenarbeit und Zerwürfnis

5 Dezember 2016, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“


Dr.  Lucian-Attila Blaga (Timișoara/Hamburg)

Vor den Wahlen in Rumänien: Was bewegt die Menschen? 
Politikverdrossenheit und verfehlte Kommunalpolitik am Beispiel Timișoara



- Vortrag und Diskussion -

Im Juni 2016 wurden in Rumänien Bürgermeister und Stadträte neu gewählt. Das Wahlergebnis in Timișoara/Temesvar sorgte für Schlagzeilen: der umstrittene Bürgermeister Nicolae Robu wurde wiedergewählt – bei einer Wahlbeteiligung von nur 28 Prozent! Wie kommt es, dass 72 Prozent der Bürger die Kommunalwahl egal waren? Ausgerechnet in der Stadt, in der im Dezember 1989 die „Revolution“ begann, die zur Absetzung von Ceaușescu führte und Rumänien die Demokratie und EU-Mitgliedschaft brachte.
Wie wird die Wahlbeteiligung in
Timișoara bei den Parlamentswahlen am 11. Dezember sein? Wird sich die Unzufriedenheit auf kommunaler Ebene und eine allgemeine Politikverdrossenheit wieder in einer extrem niedrigen Wahlbeteiligung niederschlagen?

„Man hat genug Gründe, in Temesvar zufrieden zu leben: die Stadt wurde vor kurzem zur Europäischen Kulturhauptstadt 2021 ernannt, der Kreis Temesch hat eine Arbeitslosigkeit von knapp über 1%. Eine Art Paradies, wenn man es mit anderen Regionen in Rumänien oder sogar Europa vergleicht. Eine so niedrige Wahlbeteiligung (wie im Juni) ist ein klarer Schlag für die Politiker. Denn die Politik ist es, die mit den Gefühlen und Hoffnungen der Menschen gespielt und sie danach immer wieder enttäuscht hat“, so Lucian Blaga. Er zeigt mit vielen (Foto-und Video-) Beispielen die verfehlte und korrupte Kommunalpolitik: kostspielige und sinnlose Baumaßnahmen, veraltete Straßenbahnen, die stecken bleiben, ganze Stadtteile, die in der Nacht im Dunkeln sind, Fabriken und historische Gebäude in den Händen von obskuren Schatten-Geschäftsleuten. Blaga: Führungspositionen sind auf Parteiangehörigkeit angewiesen und was der Parteiboss (lokal oder national) sagt, wird im Rat stets gewählt, mit vielleicht einigen Enthaltungen.


Dr. Lucian-Attila Blaga, seit 2011 als Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum Geesthacht für Material-und Küstenforschung, pendelt zwischen Hamburg und seiner Heimatstadt Timișoara, wo er an der Technischen Universität als Bauingenieur promovierte und an der Banater Zeitung mit arbeitete. Er ist in keiner Partei, jedoch aktiv in sozialen Netzwerken (Mitglied/Gründer verschiedener Plattformen für politisch-gesellschaftliche Diskussionen).

ORT

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg (S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)


Die nächsten Termine:

25. Januar 2017: Zehn Jahre Mitgliedschaft in der EU: Podiumsdiskussion mit Politikern und Journalisten
8. Februar 2017:
Dr. Mariana Hausleitner/Prof. Dr. Viorel Achim:  Verbrechen an den rumänischen Roma im zweiten Weltkrieg  
März: S
tephan Meuser/FES Bukarest: Die politische Lage in Rumänien nach den Dezember-Wahlen




23 November 2016, 19.00 Uhr 

Buchpräsentation „Lagerlyrik“


Hrsg: Günter Czernetzky, Renate Weber-Schlenter, Luzian Geier, Hans-Werner Schuster, Erwin-Josef Ţigla, Schiller Verlag Bonn-Hermannstadt 201

- in Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut -

im Rumänischen Kulturinstitut, Reinhardtstr. 14, 10117 Berlin

Bitte rechtzeitig anmelden: hermine-untch@deruge.org

Fast jeder/jede aus Rumänien stammende Deutsche kennt aus seiner/ihrer Familie die Erzählungen der im Januar 1945 in die Sowjetunion deportierten Generation. Es wurden „alle arbeitsfähigen Deutschen – Männer im Alter von 17 bis 45 Jahren, Frauen von 18 bis 30 Jahren – , die sich auf den von der Roten Armee befreiten Territorien Rumäniens, Jugoslawiens, Ungarns, Bulgariens und der Tschechoslowakei befinden“ mobilisiert und „zum Wiederaufbau der Bergbauindustrie im Donezbecken und der Schwarzmetallurgie des Südens“ eingesetzt. Dieser Beschluss des sowjetischen Verteidigungskomitees erging am 16. Dezember 1944 und wurde von Stalin unterzeichnet.
Aus Rumänien wurden zwischen 70.000 und 80.000 Deutsche in sowjetische Arbeitslager verschleppt, wo sie zwischen 1945 und 1949 Zwangsarbeit leisteten.
Der Band „Lagerlyrik“ ist zum 70. Jahrestag der Deportation erschienen. Er sammelt Gedichte, Fotografien, Zeichnungen, Lieder, Verse, Reime und Sprüche der Deportierten selbst und dokumentiert ihr Leben und vor allem ihr Leiden in den Arbeitslagern aber auch ihre Hoffnung und ihren Überlebenswillen.
Über dieses Thema wurde in der Öffentlichkeit lange geschwiegen. Erst nach 50 Jahren begann die wissenschaftliche Aufarbeitung. 2009 setzte Herta Müller den Deportierten ein literarisches Denkmal in ihrem Buch „Atemschaukel“. Erst mit „Lagerlyrik“ erhalten die Betroffenen selbst eine Stimme.
 
-Einführung: Luzian Geier
-Lesung mit Studierenden der Humboldt-Universität zu Berlin
-Lichtbilder des Fotografen Marc Schröder: Porträts von Deportierten
-Lichtbilder von Günter Czernetzky: Fotografien und Zeichnungen aus dem Buch
-Büchertisch
-anschließend kleiner Empfang

ORT

im Rumänischen Kulturinstitut , Reinhardtstr. 14 10117 Berlin (S/U-Bahn Friedrichstraße)

12 Oktober 2016, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“


Dr. Mihaela Niemczik-Arambasa (Potsdam)

Deutsch-Rumänische Geschäftsbeziehungen: Wann gelingen sie, wann scheitern sie?
Aspekte der interkulturellen Zusammenarbeit deutscher und rumänischer Unternehmen



- Vortrag und Diskussion -

Ein typisches Beispiel für deutsch-rumänische Irritationen aus der Praxis von Mihaela Niemczik-Arambasa: „Eine deutsche Managerin ist im Büro einer rumänischen Filiale in Deutschland. Der Filialleiter ist ein Rumäne aus Bukarest. Er kommt ins Büro und begrüßt alle Männer per Handschlag. Nur die Managerin aus Deutschland begrüßt er mit einer kleinen Kopfbewegung. Die deutsche Managerin ist verunsichert, sie fühlt sich ausgegrenzt.“ Was steckt hinter diesem Verhalten des Rumänen? Will der rumänische Filialleiter tatsächlich die deutsche Managerin ausgrenzen?

Viele deutsche Unternehmer, die Geschäfte in und mit Rumänien treiben, denken nicht daran, dass für den Erfolg des Geschäftes eine Auseinandersetzung mit den lokalen Gepflogenheiten und der Arbeitskultur notwendig ist. Oft lautet die Begründung: „Wir haben unser Unternehmen in Deutschland erfolgreich aufgebaut, nach dem genau gleichen Modell werden wir auch die Filiale in Rumänien aufbauen. Rumänien liegt ja in Europa, die kulturellen Unterschiede sind nicht so groß wie im Vergleich mit Ländern wie China oder Japan.“

Diese Aussage stimmt nur teilweise; oft sind die kleinen Unterschiede entscheidend für ein gutes Geschäftsklima. Studien zeigen, dass durch interkulturelle Reibungen zusätzliche Kosten in Höhe von etwa 20 bis 25% der jeweiligen Projektkosten entstehen. Außerdem scheitern 70 % aller internationalen Kooperationen nicht an fachlichen Kompetenzen, sondern an interkulturellen Problemen. Fazit: Wer in Rumänien ein Unternehmen eins zu eins nach deutschem Modell aufbauen möchte, ist wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt.
Anhand von konkreten Beispielen des Geschäftslebens in beiden Ländern präsentiert Mihaela Niemczik-Arambasa konträre Arbeitseinstellungen, die bei der Zusammenarbeit am häufigsten zu Missverständnissen und unnötigen Reibungen führen können.


Dr. Mihaela Niemczik-Arambasa ist promovierte Humangeographin und zertifizierte Trainerin und Coach für interkulturelle Kompetenzen. Seit 2006 freiberufliche Trainerin, Coach und Beraterin für interkulturelle Kompetenzen mit Schwerpunkt Deutschland, Rumänien und Osteuropa. Sie studierte in Bukarest und Potsdam, Promotion an der Universität Potsdam in der Abteilung Sozial- und Kulturgeographie.

ORT

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg (S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)


Die nächsten Termine:

10. November: Der rumänische Botschafter, SE Emil Hurezeanu im Gespräch mit der DRG
5. Dezember: Dr. Lucian Blaga
(Timisoara): Politikverdrossenheit und verfehlte Kommunalpolitik am Beispiel Timisoara

Vorschau auf 2017:
25. Januar 2017:
Zehn Jahre Mitgliedschaft in der EU: Podiumsdiskussion mit Politikern und Journalisten
8. Februar 2017: Dr. Mariana Hausleitner/Prof. Dr. Viorel Achim
: Verbrechen an den rumänischen Roma im 2. Weltkrieg 

5 September 2016, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“

Dr. Peter Rosenthal (Köln)

Von Arad nach Köln: „Angekommen und doch Unterwegs“ 

der Autor über seinen Erinnerungs-Roman „In die Zeit fallen“


- Lesung und Gespräch -

Die Eltern emigrieren in den frühen siebziger Jahren voraus nach Deutschland. Der Junge bleibt zurück bei der Großmutter. Gefangen in einer Zeitfalle: in „Wenigeralszweijahren“ soll er nachreisen können. Eine rumänische Kindheit in der Ceaușescu-Diktatur als Sohn „republikflüchtiger“ Juden. Misstrauen, Ausgrenzung, eine lebensgefährliche Attacke. Sonntägliche Langeweile in den leeren Straßen Arads, am Fluss Marosch, an der Grenze zu Ungarn. Jugendliche Melancholie, stille Rebellion und Suche nach Geborgenheit in der Synagoge. Mit beginnender Pubertät, mit 13, dann die Ausreise in den „betäubenden Komfort der bundesrepublikanischen Wohlstandsgesellschaft“. Die Muttersprache? „Mehrsprachigkeit“: rumänisch, ungarisch, deutsch. Schulschwänzen, Lesebegeisterung und allmähliche eine „Verwandlung“. Wie durch einen Nebel das Erleben des vielschichtigen Exils in einer lange als fremd empfundenen Umgebung. Anpassung und Assimilation. Dennoch die „Wunde der Emigration“.
Nach Jahrzehnten in Köln das emotionale Wagnis einer Reise in seine („schlechte“) Heimat Rumänien, an die Orte der Kindheit. Er ist „wieder zu Hause im Ausland“. In seinem Erinnerungsroman verknüpft Peter Rosenthal subtil Reflexionen über Herkunft und Heimat, über das Zulassen, Entdecken und Wertschätzen von Erinnerungen.

Dr. med. Peter Rosenthal, geboren 1960 in Arad, mit 13 Jahren Ausreise nach Deutschland. Medizinstudium in Köln. 2001 Veröffentlichung „Entlang der Venloer Straße“, ein Briefroman, in dem er sich in Briefen an seinen in Israel lebenden Freund mit dem Leben in Deutschland auseinandersetzt. Publikationen in Zeitschriften. Der Internist Peter Rosenthal ist Hausarzt in Köln. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.

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im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg (S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)


Die nächsten Termine:

12. Oktober: Dr. Mihaela Niemczik-Arambasa: über Missverständnisse und das Gelingen von deutsch-rumänischen Geschäftsbeziehungen

10. November: Der rumänische Botschafter Emil Hurezeanu im Gespräch mit der DRG
Dezember: Stefan Meuser, der neue Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bukarest, über Ergebnisse und Auswirkungen der Parlamentswahlen in Rumänien.

3 Mai 2016, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“


Dr. Michaela Nowotnick und William Totok (Berlin)              

Der „Fall Eginald Schlattner“.

Schriftsteller und Securitate im kommunistischen Rumänien


 - Vortrag -

Als Schriftsteller wurde Pfarrer Eginald Schlattner aus Rothberg/Roșia ab den 1990er Jahren berühmt. Seine Romane, in das Schicksal Siebenbürgens verwoben, mit unverkennbar autobiographischen Bezügen, erreichten in Deutschland hohe Auflagen. Als im Jahr 2000  „Rote Handschuhe“ erschien, entfachten sich erneut die alten, bis heute andauernden Kontroversen um das Verhalten des Autors in jungen Jahren. Der Roman  thematisiert seine eigene Haftzeit und Verurteilung in den 1950er Jahren. Er spielt zu einem großen Teil in einer Gefängniszelle der rumänischen Securitate, in der Schlattners Alter Ego festgehalten und zur Denunziation gegen seine Schriftstellerkollegen gezwungen wird. Er soll Informationen über Freunde und Kollegen, ja über seinen eigenen Bruder liefern. Unter dem massiven Druck bricht er letztendlich zusammen und wird zum Hauptbelastungszeugen.
„Rote Handschuhe“ bezieht sich auf den „Schriftstellerprozeß“ von 1959 im rumänischen Kronstadt: in einem Schauprozess gegen eine Gruppe junger Schriftsteller der deutschen Minderheit wurden fünf Angeklagte zur insgesamt 95 Jahren Haft und Arbeitslager verurteilt  und 1968 freigelassen. Eginald Schlattner wurde später beschuldigt, als  „Kronzeuge“des Schauprozesses  die Angeklagten belastet zu haben – ein Vorwurf, der in der rumäniendeutschen Szene untrennbar mit der Rezeption von „Rote Handschuhe“ und der Aufarbeitung des Schriftstellerprozesses verbunden ist.
Zum „Fall Schlattner“ präsentieren die Referenten neue Erkenntnisse aufgrund von jahrelangen Recherchen. Im „Fall Schlattner“ wurden, wie sie nachweisen, Akten manipuliert, Übersetzungen verfälscht, bestellte Gutachten vorgelegt. „Es konnten“, so Michaela Nowotnick, „Mechanismen ausfindig gemacht werden, die Gerüchte zu Wahrheiten werden lassen“. Diskutiert werden muss, inwieweit diese Forschungsergebnisse ein neues Licht auf den „Fall Schlattner“ werfen.    

 

Dr. Michaela Nowotnick, Literaturwissenschaftlerin am Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität Berlin. Dissertation zum Thema „Die Unentrinnbarkeit der Biographie. Eginald Schlattners Roman ‘Rote Handschuhe’ – Eine Fallstudie zur rumäniendeutschen Literatur nach 1945“. Mitarbeit am Projekt zur „Erfassung und Notsicherung in Privatbesitz befindlicher Quellen und Dokumente zur deutschen Literatur und Kultur in Rumänien“.

William Totok, rumäniendeutscher Schriftsteller, Publizist. Mitbegründung der Schriftstellervereinigung „Aktionsgruppe Banat“ (1972-75); wegen „Verbreitung staatsfeindlicher Gedichte“ 1975/76 in Haft. Forschungen und zahlreiche Publikationen zur Securitate.

ORT

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg (S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)


Juni, Juli und August: Sommerpause!

13 April 2016, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“

Carmen Francesca Banciu (Berlin):

Mein Jahr in einem rumänischen Dorf

Lesung aus den in Cața/Katzendorf entstandenen Texten

- in Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut -

im Rumänischen Kulturinstitut, Reinhardtstr. 14, 10117 Berlin
 

- Fotos von Land und Leuten -

- anschließend kleiner Empfang -


Das Dorf Cața/Katzendorf im siebenbürgischen Rumänien hat eine kleine Kirchenburg, ein altes Pfarrhaus-Gebäude, nur noch wenige deutsch sprechende Einwohner, liegt idyllisch zwischen Eichenhainen und ist auf kaum einer Landkarte zu finden. Für ein Jahr wurde der Schriftstellerin Carmen-Francesca Banciu der Titel  „Dorfschreiberin“ von Cața/Katzendorf verliehen. Mit dem Titel war ein manchmal monatelanger Rückzug in eine Welt verbunden, in der Pferdekarren noch üblich sind. Für die aus Rumänien stammende, großstädtisch-elegante Schriftstellerin war diese Zeit eine ungewohnte Herausforderung. Wie fremd ist ihr die ländliche Umgebung, die sie an Kindertage erinnert? Wie schockierend ist die direkte Konfrontation mit Armut, Bildungsnot, Hoffnungslosigkeit in einem früher wohlhabenden Dorf, in dem es damals eine Siebenbürgisch-Sächsische Mehrheit gab? Wie begegnen die Menschen in Cața/Katzendorf der Rumänin aus Berlin? 
Der „Dorfschreiberpreis“ wurde zum dritten Mal verliehen. Initiator ist der in Berlin lebende, aus Siebenbürgen stammende Autor und Filmemacher Frieder Schuller, der in dem ehemals evangelischen Pfarrhaus von Katzendorf aufgewachsen ist. Wer den Preis erhält soll, so Frieder Schuller: „in die Sprache der Dorfbewohner hineinhören, sich wundern, mitreden, um einen Dichterbeitrag zum gegenwärtigen Transsilvanienbild hinzuzufügen“.


Carmen-Francesca Banciu, geboren im rumänischen Lipova, seit 1992 in Berlin, schreibt in deutscher Sprache. Ausreise nach Publikationsverbot in Rumänien wegen der Verleihung des Internationalen Kurzgeschichtenpreises der Stadt Arnsberg für die Erzählung „Das strahlende Ghetto“ (1985). Autorin vielbeachteter Romane (2007:“Das Lied der traurigen Mutter“), zahlreiche Preise und Stipendien. Zuletzt erschien ihr Essay-Band „Leichter Wind im Paradies“. Mitherausgeberin des transnationalen e-Magazins „Levure Litteraire“; Mitglied im Beirat der DRG.

ORT

im Rumänischen Kulturinstitut , Reinhardtstr. 14 10117 Berlin (S/U-Bahn Friedrichstraße)

Die nächsten Termine:

3. Mai 2016 Dr. Michaela Nowotnick/William Totok: „Der Fall Eginald Schlattner“ – Schriftsteller und Securitate im kommunistischen Rumänien




11 März 2016, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“

Hermann Kurmes (Măgura bei Zărneşti / Rumänien):


Entwicklung und Ziele des Ökotourismus in Rumänien

- in Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut -

im Rumänischen Kulturinstitut, Reinhardtstr. 14, 10117 Berlin
 


- Vortrag, Fotos -

- anschließend kleiner Empfang -

Rumänien hat Naturfreunden einiges zu bieten. Bekannt sind vor allem das Biosphärenreservat Donaudelta mit über 300 Vogelarten und die rumänischen Karpaten, wo mehr als 30 Prozent der europäischen Bär-, Wolf- und Luchs-population lebt. Daneben gibt es über das gesamte Land verteilt unzählige Naturschutzgebiete, viele Nationalparks und Naturparks. Insgesamt ist mehr als 8,3 Prozent der 238.391 Quadratkilometer Landesoberfläche geschütztes Gebiet.

Vor diesem Hintergrund gründete Hermann Kurmes 1999 zusammen mit seiner Frau Katharina Carpathian Nature Tours (cntours), die erste rumänische Reise-agentur für naturnahen, nachhaltigen Tourismus in Rumänien. Er baute sein Unternehmen zum bedeutendsten rumänischen Reiseveranstalter für umwelt-freundliche und naturnahe Reisen aus. Der besondere Schwerpunkt liegt auf Natur- und Wanderurlaub für Familien und Kleingruppen in den Karpaten und in Siebenbürgen. Stammhaus von cntours ist die Villa Hermani in Măgura (Bezirk Braşov/Kronstadt) im Nationalpark Piatra Craiului in den Südkarpaten.
In seinem Vortrag wird Hermann Kurmes auf die Grundsätze des Ökotourismus in Rumänien eingehen, die Aktivitäten des nationalen Ökotourismusverbands  "AER" und dessen Projekt „ökotouristische Destinationen“ erläutern und uns schließlich anhand von Lichtbildern einige historisch gewachsene Regionen Rumäniens vorstellen.


Hermann Kurmes, geboren in Wolkendorf/Vulcan in Siebenbürgen kehrte nach ein paar Jahren in Deutschland 1997 zusammen mit seiner Frau in seine siebenbürgische Heimat zurück, wo er 1999 CNTOURS gründete. 2003 war er Gründungsmitglied des ersten nationalen Ökotourismusverband "AER" (www.eco-romania.ro). CNTOURS ist regelmäßig, so auch in diesem Jahr, auf der Internationalen Tourismus-Börse ITB in Berlin vertreten.


ORT

im Rumänischen Kulturinstitut , Reinhardtstr. 14 10117 Berlin (S/U-Bahn Friedrichstraße)


Die nächsten Termine:

April: Carmen Francesca Banciu: Mein Jahr in einem rumänischen Dorf

Mai: Dr. Mariana Hausleitner: Der Holocaust an den rumänischen Roma

10 März 2016, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“

Philipp Harfmann/Ruth Istvan (Sibiu/Hermannstadt):


Siebenbürgische Kirchenburgen zwischen Tourismus und Verfall


- Powerpoint-Vortrag, Videos, Fotos -


Etwa 150 Kirchenburgen und mittelalterliche Wehrkirchen gibt es im siebenbürgischen Rumänien. Sie wurden von den Siebenbürger Sachsen einst gebaut zur Verteidigung gegen Türken und Tataren-Einfälle. Zum Weltkultur-Erbe gehören sieben der schönsten und bedeutendsten dieser stolzen Denkmäler einer inzwischen gefährdeten Kulturlandschaft. Einige Kirchenburgen sind durch private Spenden instand gesetzt worden und befinden sich in gutem Zustand. Doch viele, wenn nicht die meisten, Kirchenburgen verfallen. Erst vor wenigen Wochen brach der Turm der Kirche in Radeln auseinander. Die Kirchenburgen stehen leer und werden nicht mehr genutzt, weil die meisten Deutschen das Land verlassen haben. Aber der Zustand der Kirchenburgen ist auch gefährdet durch gut gemeinte, aber fachlich falsch durchgeführte Reparaturen. Die Stiftung Kirchenburgen wurde von der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien gegründet, um ein kostbares kirchliches Kulturerbe zu erhalten. Dazu gehören konservatorische Arbeiten, Fachveranstaltungen, Tourismusförderung und Öffentlichkeitsarbeit. Schirmherren der Stiftung Kirchenburgen sind der rumänische Staatspräsident Klaus Iohannis und der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck.

Philipp Harfmann, geboren in Berlin, seit 1.1.2016 Geschäftsführer der Stiftung Kirchenburgen in Sibiu/Hermannstadt. Dipl.Ing. für Stadt-und Regionalplanung, Planer und Berater in verschiedenen Ländern mit Schwerpunkt in Osteuropa und Rumänien, seit 2008 in der Leitstelle Kirchenburgen tätig.

Ruth Istvan geboren in Broos/Orăștie, seit 1.1.2016 Referentin für Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung Kirchenburgen. 1984 aus Rumänien ausgewandert, Tourismusstudium in Heidelberg, verschiedene Auslandsaufenthalte, seit 2014 für das Projektbüro Leitstelle Kirchenburgen tätig.

ORT

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg (S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Die nächsten Termine:

April: Carmen Francesca Banciu: Mein Jahr in einem rumänischen Dorf

Mai: Dr. Mariana Hausleitner: Der Holocaust an den rumänischen Roma

10. Februar 2016, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Dorothee Hasnaș (Bukarest)

Bukarest zwischen Ost und West

- Lichtbildervortrag: Stadt-, Architektur- und Kulturplanung bis 2025 -


- In Kooperation mit der Architektenkammer Berlin - in der Architektenkammer Berlin, Alte Jakobstr. 149, 10969 Berlin

- anschließend kleiner Empfang -

Bitte unbedingt per mail schriftlich anmelden: seminare@ak-berlin.de



Könnte Bukarest die „Europäische Kulturhauptstadt 2021“ werden? Um diesen begehrten, den Tourismus fördernden, Titel zu erringen, stünde der Stadt ein Kraftakt bevor. Die hässlichsten Spuren der sozialistischen Städte- und Architekturplanung müssten verschönt werden. Die gewachsenen Viertel, die Ceaușescu von 1977 bis 1989 abreißen ließ, um Platz für seinen „Palast des Volkes“ zu schaffen (500 ha!) bleiben natürlich verschwunden. Verhindert werden könnte aber, dass unter Denkmalschutz stehende Wohn- und Industriegebäude und gewachsene Straßennetze weiter von Post-Kommunistischen Baulöwen abgerissen werden. Der Masterplan für die Stadt-, Architektur- und Kulturplanung bis 2025 umfasst u.a. tiefgreifende Neuerungen für den öffentlichen Verkehr, für Plätze und Parks, für eine neue städtische kulturelle Identität im Zentrum, für öffentliche Flanierwege am ehemals lieblichen Dambovita-Fluss. Dorothee Hasnas berichtet, mit einem Rückblick auf das frühere „Paris des Ostens“, über die Zerstörungen durch den rumänischen Kommunismus, die Entwürfe von 13 Planungs-und Architekturbüros für ein schöneres Bukarest und die Bemühungen von Bürgerinitiativen um den Erhalt vergangener Pracht.

Dorothee Hasnaș, rumänische Architektin, Städteplanerin und Künstlerin mit Schweizer Wurzeln. Nach Abschluss des Studiums in Karlsruhe 5 Jahre in unterschiedlichen Architekturbüros in Zürich. Seit 2012 Projektkoordinatorin beim Kreativzentrum „The ARK  Bukarest“. 2014 Bericht „Stadtplanung, Design für die Kulturstrategie –Planung für Bukarest bis 2025“; 2015 Mitarbeit am neuen Baedeker „Rumänien“. In Haiti Mitarbeit bei Kampagne für erdbebensicheres Bauen mit Lokalmaterialien des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (2011). Ausstellung Zürich „3 mal Bukarest: Boheme- Diktatur-Umbruch (2010)

ORT: Architektenkammer Berlin, Alte Jakobstr. 149, 10969 Berlin

U-Bahn Hallesches Tor/ Prinzenstrasse, S-Bahn Anhalter Bahnh., Bus M 29 Lindenstrasse

Die nächsten Termine


März 2016: Carmen Francesca Banciu: Mein Jahr in einem rumänischen Dorf


20 Januar 2016, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“

Sven J. Irmer (Bukarest): 

Rumänien im Superwahljahr 2016

- in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung Berlin -

ORT: Konrad-Adenauer-Stiftung, Klingelhöferstr. 23, 10785 Berlin

Einlass nur nach vorheriger Anmeldung (https://aoweb.kas.de/KAS_VaAnmeldung/Teilnehmerdaten.aspx?id_v=51890&a_A=1)


- Vortrag und Diskussion - anschließend kleiner Empfang

In Rumänien werden 2016 wichtige Weichen für die Zukunft des Landes gestellt: bei den Kommunalwahlen im Juni werden die Repräsentanten aller 41 Kreise des Landes, sämtliche Gemeinderäte und alle Bürgermeister gewählt. Im Herbst folgen die Parlamentswahlen, bei denen es erstmals die Möglichkeit einer Briefwahl für alle, auch die Auslandsrumänen, geben könnte. Die Briefwahl ist eines der Vorhaben der neuen, „technokratischen“ Regierung unter Dacian Cioloș, die Ende November 2015 von Präsident Klaus Johannis nominiert wurde. Wird die „technokratische“ Regierung die Erwartungen der jungen Rumänen erfüllen können? Im Kabinett sind nicht länger Parteigänger, sondern Fachleute vertreten, die sich viel vorgenommen haben, so Bekämpfung der Korruption, bessere Nutzung europäischer Fördergelder, Stopp der Abwanderung von qualifizierten Rumänen. Das Jahr 2016 ist auch eine Bewährungsprobe für Präsident Johannis. Er ist seit gut einem Jahr im Amt und muss beweisen, wie er seinen Handlungsspielraum für ein „besseres“ Rumänien nutzen will.

Sven-Joachim Irmer hat am 1. Juli 2012 die Leitung der Konrad Adenauer-Stiftung (KAS) in Bukarest übernommen. Der Politik-Profi hat als Insider vor Ort die Jugend-Proteste in Bukarest vom letzten Oktober/ November verfolgen können, die zum Sturz der Regierung Ponta führten. Irmer studierte Sozialpädagogik und Betriebswirtschaft und arbeitete vor seiner Tätigkeit für die KAS bei der „Steltemeier Strategieberatung for Public Affairs“.

ORT Konrad-Adenauer-Stiftung, Klingelhöferstr. 23, 10785 Berlin

Bus 100, 106 200, 187 Station Nordische Botschaften/KAS, U –Bahn Nollendorfplatz


Die nächsten Termine:

 

10. Februar 2016: Dorothee Hasnas (Bukarest): Die Stadt -und Architekturplanung für Bukarest (in Kooperation mit der Architektenkammer Berlin)

9 Dezember 2015, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“

Nico Schmolke (Berlin):


7 Tage Bukarest :

Mit dem Blick eines VideoBloggers


- Erwartungen,  Erfahrungen, Ergebnisse eines Kurz-Aufenthalts -


Sieben Tage mit neugierigem Blick in einer fremden Großstadt wie Bukarest  – was fällt auf, was gefällt, was befremdet, was meint man schon gekannt zu haben? Welche Vorurteile werden aufgeweicht und welche bestätigt? Und warum ausgerechnet Bukarest wählen für ein Blogging-Experiment mit der Videokamera? Der Student Nico Schmolke fand das am Rande der EU gelegene Bukarest interessanter als Paris, London oder Madrid. Auch diese europäischen Hauptstädte standen zur Auswahl bei der Bewerbung um ein kurzes Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung im Rahmen eines Debattenportals „SagWas“. Schmolke bloggte eifrig, was er in sieben Tagen Bukarest entdeckte, immer auf der Suche nach „Lichtblicken… denn Rumänien muss doch auch positives zu bieten haben“. Bestätigen kann er heute, dass die Korruption das größte Problem ist. Zu den Lichtblicken zählt er u.a. das große bürgerschaftliche Engagement von überwiegend jungen Leuten, die er befragte. In sieben Tagen bloggte Nico Schmolke sechs VideoFilme und schrieb einen Artikel über die schwule, immer noch diskriminierte, Szene Bukarests. In seinen Videos werden Themen wie Auswanderung, Korruption, hauptstädtische Kulturschaffende, Roma, Flüchtlinge, Bürgerschaftliches Engagement untersucht. Nico Schmolke war Anfang Oktober in Bukarest, also vor dem Disco-Brand und den dadurch entflammten Demonstrationen, die den Rücktritt von Regierungschef Ponta auslösten.

Nico Schmolke studiert an der FU Berlin Politikwissenschaft und steht kurz vor dem Master-Abschluss. Der 24-jährige Student ist zur Zeit Journalismus-Praktikant bei der „Berliner Zeitung“

ORT

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg (S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Die nächsten Termine:



22. Januar 2016: Sven Irmer (Bukarest): Politischer Ausblick auf 2016 

10. Februar 2016: Dorothee Hasnas (Bukarest): Die Stadt -und Architekturplanung für Bukarest (in Kooperation mit der Architektenkammer Berlin)

2 Dezember 2015, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“

Judit Pompery (Berlin):


Prächtig bestickt und fein gewebt: Die Trachten des Karpatenbeckens. Die Sammlung Pompery


- Lichtbildervortrag -


Selbst in ländlichen, traditionell orientierten Gegenden Südosteuropas sind Trachten schon lange nicht mehr die tägliche „Volkskleidung“. Die Tracht als ein Kleidungsstück, das die Ordnung einer Gesellschaft widerspiegelt, ist mit den gesellschaftlichen Umbrüchen der letzten Jahrzehnte aus der Mode gekommen. Noch vor dem 2. Weltkrieg war im Karpatenbecken genau festgelegt, welche Hauben, Hüte, Röcke, Hosen und Accessoires wer wann wo tragen durfte. An der Kleidung ließen sich soziale Stellung, Alter, Geschlecht, Familienstand, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, manchmal auch die Religionszugehörigkeit, ablesen. Die Tracht gab Auskunft über Region und Nationalität. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Trachten verändert, wie jede Kleidung. Zeitgeist, Politik, Migrationbewegung, aber auch technische Entwicklung, Industrialisierung und Globalisierung spiegeln sich in den Trachten genauso wider wie aktuelle Modetendenzen. 
Trachten sind mittlerweile kostbare Objekte, die in Museen aufbewahrt werden oder in Privatsammlungen wie der von Judit Pompery, die auf die Frage, was sie motiviert, antwortet: “Meine Sammelleidenschaft hat meine Betrachtungsweise verändert: Man erkennt plötzlich geschichtliche, geografische, soziografische Zusammenhänge. Mit großer Überraschung habe ich festgestellt, dass die Bevölkerung des Karpatenbeckens aus vielen ethnischen Minderheiten besteht, und zwar nicht nur in den Grenzgebieten der jeweiligen Länder. Dies spiegelt sich auch in den Trachten wider und bringt einen unglaublichen Formenreichtum.

Judit Pompery stammt aus Ungarn und studierte in Budapest Wirtschaftswissenschaften. Seit 1975 lebt sie in Berlin. Sie ist als Unternehmerin im Handelsbereich tätig. Ihre berühmte Sammlung rumänischer Trachten sowie ungarischer, slowenischer, serbischer, kroatischer und anderer Minderheiten im Karpatenbecken umfasst rund 1.300 Einzelstücke.

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im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg (S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Die nächsten Termine:


9 Dezember 2015: Nico Schmolke (Berlin): 7 Tage Bukarest – der Blick des Video-Bloggers

Vorschau auf 2016: 

22. Januar 2016: Sven Irmer (Bukarest): Politischer Ausblick auf 2016 

Februar 2016: Dorothee Hasnas (Bukarest): Die Stadt -und Architekturplanung für Bukarest

25 November 2015, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“

Eva Ruth Wemme (Berlin):

„Meine 7000 Nachbarn“ : Rumänische Roma in Berlin

- Buchvorstellung, Lesung, Diskussion-

Zunächst sprang sie eher zufällig als Übersetzerin ein, wenn Roma sich im Behörden-Dickicht verirrten. Ihr Einsatz für die Neuankömmlinge aus Rumänien wurde schließlich zu einem Beruf. Sie begleitete Roma zu Ärzten, Sprachkursen, Behörden und Arbeitgebern, sie sprach an Schulen und Kitas vor, organisierte Mutter-Kind-Gruppen. Abends notierte sie ihre Eindrücke und Erlebnisse. Als Buch wecken diese kleinen Geschichten Empathie und geben den Lesern das Gefühl, sie kennten die betreuten Roma ein wenig. Es sind authentische, weil überwiegend von den Roma in eigenen Worten geschilderte Einblicke in das raue Leben dieser rumänischen Ethnie, von denen es viele nach Berlin verschlagen hat. Die kurzen Kapitel, etwa „Als ich von Deutschland hörte“, „Am Gynäkologenstuhl lehnend“, „Zehn Stunden Neukölln“, fordern die Leser heraus: mancher wird sich ertappt fühlen, weil die Anekdoten schildern,  wie vorurteilsbeladen sich die „Anderen“ den Roma gegenüber verhalten. Das beherrschende Thema des Buches sind die täglichen Nöte, die unverständliche  Bürokratie, die Suche nach Arbeit jenseits der Bettelei, die meistens große Unwissenheit und damit verbunden ein Ausgeliefert sein an Ausbeutung jeder Art, „wie im 19.Jahrhundert“. „Die Roma wissen, dass man eine falsche Vorstellung von ihnen hat. Eher hat man eine falsche Vorstellung als keine“. Warum sie die Geschichten aufgeschrieben hat? „Weil ich es schön finde, mit ganz normalen Menschen zu tun zu haben“.
Eva Ruth Wemme studierte u.a.in Bukarest und übersetzte wichtige rumänische Autoren wie Nora Iuga, Mircea Cărtărescu, Norman Manea. Als Autorin war sie Stipendiatin des Literarischen Colloquiums Berlin und der Alfred Döblin-Stiftung. Sie lebt in Berlin. Sie arbeitet als „Sprach –und Kulturmittlerin“ für Neuankömmlinge aus Rumänien.

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im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg (S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Die nächsten Termine:


Mittwoch, 2. Dezember 2015: Judit Pompery (Berlin): Rumänische und ungarische Trachten im Wandel von Zeitgeist, Politik, Industrialisierung, Migration (Lichtbildervortrag)
Mittwoch, 9. Dezember 2015: Nico Schmolke (Berlin): 7 Tage Bukarest – der Blick des Video-Bloggers


18 November 2015, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“

Matthias Jobelius (Bukarest):

Was bewegt rumänische Jugendliche? 

Studie über Werte und Einstellungen junger Rumänen. Eine Bilanz im Jahr 8 der EU-Mitgliedschaft





Rumäniens Jugend ist skeptisch und desillusioniert: etwa 90 Prozent der 15- bis 29jährigen fühlen sich von den Politikern des Landes und den politischen Parteien nicht repräsentiert. Der Kontrollfunktion der Medien misstrauen sie. Der EU-Beitritt hat sie enttäuscht: die  Arbeits- und Ausbildungschancen haben sich nicht, wie erhofft, merklich verbessert. Gerade mal ein Viertel denkt, dass Rumänien auf dem richtigen Weg ist. Korruption, Armut und Arbeitslosigkeit sind für alle die größten Probleme des Landes. Fast 40 Prozent der jungen Rumänen erwägen, ihrem Land – wenigstens für einige Zeit – den Rücken zu kehren. Den Kirchen und den religiösen Führern des Landes vertrauen sie mehr als den demokratischen Institutionen. Sie beobachten, dass politischer Opportunismus den beruflichen und sozialen Aufstieg erleichtert. Folglich beurteilen junge Rumänen höchst kritisch die  herkömmlichen Möglichkeiten des politischen Engagements, z.B. in einer Partei. Zwar haben sie landesweite Protestaktionen (zB gegen den Goldabbau in Rosia Montana, Sozialkürzungen) organisiert. Dennoch aber vertrauen nur weniger als ein Drittel der Kraft von Bürgerinitiativen und NGOs. Wenn es drauf ankommt, sind sie aber dabei: mit einer Wahlbeteiligung von 58 Prozent haben sie den Ausgang der 2014-Präsidentenwahl (Klaus Johannis) stark mit beeinflusst. Dies sind einige der vielfältigen Ergebnisse der Jugendstudie, die im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung für Rumänien (2014: 1302 Befragte) und für sieben weitere südosteuropäische Staaten (Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Kosovo, Mazedonien, Slowenien) erarbeitet wurde.


Matthias Jobelius leitet seit Mai 2012 die Bukarester Repräsentanz der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) für Rumänien und Moldau. Er studierte Politikwissenschaften in Berlin und London, vor seiner Berufung nach Bukarest war er u.a. Regionalkoordinator der FES für den Südkaukasus.

ORT

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg (S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Die nächsten Termine:

25. November 2015, Eva Ruth Wemme: Meine 7000 Nachbarn – Über das Leben mit rumänischen Roma in Berlin, (Buchvorstellung und Diskussion)

2 Oktober 2015, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“
 
Alin Uhlmann Useriu (Piatra Fantanele/Rumänien):


Aufforsten statt Abholzen: Rettet den rumänischen Wald!


Aktionen gegen die internationale „Holzmafia“


- Vortrag, Fotos, Filme -

Rumäniens unberührter Wald mit seinen Jahrhunderte alten Eichenhainen ist durch legales Abholzen und illegalen Raubbau („Holzmafia“) bedroht: noch gibt es 6,6 Millionen Hektar Wald. Aber es verschwinden jede Stunde ca. 3 Hektar, seit 1990 fast 400.000 Ha. Etwa die Hälfte des Bestandes gehört Privatleuten. Zunehmend investieren internationale Unternehmen in die kostbare Ressource „Wald“. Im Juli kaufte der Möbelkonzern Ikea von Privat 33.600 Ha, eine Fläche größer als der Stadtstaat Bremen, und ist jetzt der zweitgrößte Waldbesitzer. Das österreichische Holzunternehmen Schweighofer ist in Rumänien mit 500 Millionen Umsatz Marktführer und muss sich gegen den Vorwurf verteidigen, illegal geschlagenes Holz zu verarbeiten. Die von Alin Uhlmann Useriu gegründete NGO „Tasuela Social“ kämpft gegen den Raubbau in den Wäldern. Das bayerische Umweltministerium hat der Organisation eine Partnerschaft angeboten. Tasuela Social wird von vielen Rumänen unterstützt, darunter der bekannte Schriftsteller Mircea Cartarescu.

Alin Uhlmann Useriu ist ein rumänischer Umweltaktivist der ersten Stunde: nach einigen Jahren in Deutschland, wo er bei der Auslandshilfe der Johanniter engagiert war, kehrte er nach Rumänien zurück mit dem Wunsch, in seiner Heimat Denk- und Handlungsanstöße zu geben für Umweltschutz, Sozialarbeit und ehrenamtliches Engagement. Vor bald 15 Jahren gründete er im Borgo-Gebirge, über dem Dorf Piatra Fantanele (Gemeinde Bistrita) die Siedlung „Tasuleasu Social“ für rumänische und auch deutsche Jugendliche: „Wir haben uns vorgenommen, die Mentalität von Menschen zu verwandeln und zu zeigen, dass die Jugendlichen sich engagieren möchten um soziale Probleme zu lösen“. Was Alin Uhlmann-Useriu in Gang gesetzt hat, ist beeindruckend: 70 Tonnen Müll wurden mit der Aktion „Verde003“ gesammelt, 2200 rumänische Ehrenamtliche reinigten 450 km Flusslauf. Rumänische und deutsche Jugendliche pflanzten bis zum Jahr 2011 mehr als 150.000 Bäume. Vor einem Jahr wurden im Kreis Temeswar weitere 6.000 Schösslinge gesetzt.

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im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)



Nächster Jour Fixe:

Dienstag, 13. Oktober: Matthias Jobelius, Bukarest, über eine neue Studie: Warum junge Rumänen ihr Land verlassen wollen.


11 Juni 2015, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“

Hannelore Jorgowitz (Berlin)


Rumänien im Wandel: „Social Entrepreneurship“ Neue Unternehmensgründungen mit sozialer Selbstverpflichtung

- Vortrag, Fotos, Filme -

Auch in Rumänien entstehen in den letzten Jahren Unternehmen, bei denen die Gewinnerzielung nicht im Vordergrund steht. Sie wollen ihre unternehmerische Tätigkeit vor allem für einen positiven Wandel der Gesellschaft einsetzen. Ein „Social Entrepreneur“ engagiert sich z.B. im Umweltschutz, Bildung, Armutsbekämpfung: er will Arbeitsplätze für Menschen schaffen, die, wie Roma, sozial benachteiligt sind. Die von realistisch denkenden Idealisten gegründeten Unternehmen bieten ihre Produkte und Dienstleistungen regulär auf dem freien Markt an. Im Gegensatz zu den Unternehmen des freien Marktes haben diese rumänischen Sozialunternehmen keine Gewinnerzielungsabsicht beziehungsweise sie reinvestieren ihre Gewinne erneut in soziale Projekte.
Hannelore Jorgowitz hat soziale Unternehmen in Rumänien besucht; sie berichtet über die landwirtschaftliche Kooperative „ASAT ROMANIA", die sich einer solidarischen und biologischen Landwirtschaft verpflichtet hat. In der Nähe von Timișoara gibt es das "Curtea Culorilor" ("Haus der Farben“): eine italienische Nonne baut einen landwirtschaftlichen Bio-Betrieb mit einer wunderbaren Käserei auf, um junge (Roma)Frauen zu unterstützen, die sonst möglicherweise auf der Straße landen würden. Eine Besonderheit ist „CRIES“: dahinter steckt eine Beratungs-und Informationseinrichtung, die von einer Frau aufgebaut wird. Es handelt sich um einen "Hub" (Drehkreuz) für kleinere NGO´s  und Bürgerinitiativen, damit diese an die nötigen Informationen kommen und (Weiter)Bildungsmöglichkeiten nutzen können.

Hannelore Jorgowitz, Diplom-Volkswirtin, Politikwissenschaftlerin, geboren im rumänischen Arad, dreisprachig aufgewachsen. Sie arbeitet als Datenschutzberaterin und Datenschutzprüferin bei einer Berliner Unternehmensberatung. Hannelore Jorgowitz ist Mitglied der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft

ORT

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Juli und August: Sommerpause! - weiter im September

28 Mai 2015, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“

Kristin Eichhorn, Sören Haberlandt, Patrick Kehrer


Rumänien im Wandel: Ökologische und Soziale Bürgerproteste
Das FU-Projekt „Growing Roots“

- Vortrag, Fotos, Filme -


Vor fünfzehn Jahren begann der Protest der Bewohner des hoch gelegenen Dorfes Roșia Montană im Westen Rumäniens gegen den Abbau der Goldvorkommen und damit ihre Umsiedlung und die Gewinnung des Goldes durch Zyanit. Der mutige, schlaue Protest der Bergbauern gilt unter Politikwissenschaftlern als „Mutter der rumänischen Zivilgesellschaft“. Die Umweltbewegung entwickelte sich zu einem Anti-System-Protest. Im Januar 2012 kam es in mehreren rumänischen Orten zu Protesten gegen die Gesundheitsreform. Wegen Roșia Montană demonstrierten im Herbst 2013 in Bukarest erneut 20.000 Menschen. Gegen den Goldabbau zu protestieren, hieß auch, gegen Korruption, Klientelpolitik und Privatisierung zu kämpfen. 2013 begannen auch die Proteste gegen „Fracking“ in Pungești in Ostrumänien, wo der Ölkonzern Chevron Förderung von  Schiefergas betreiben will. Beide Umweltbewegungen beschleunigten die politischen und sozialen Proteste. Welches sind die Akteure und  Strategien der Proteste, wie die Bedeutung für die Zivilgesellschaft?
 
Kristin Eichhorn, Sören Haberlandt und Patrick Kehrer stehen kurz vor dem Abschluss ihrer Studien am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin. Als Teil des Projektkurses „Ziviler Ungehorsam? Gesellschaft und Staat in Osteuropa“ recherchierten sie vor Ort die Entwicklung der ökologischen und sozialen Bürgerproteste in Rumänien. Ihr Projekt „Growing Roots“ wurde u.a. von der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft unterstützt.

ORT

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)



Die nächsten Termine:

11. Juni: Hannelore Jorgowitz: Rumäniens Gesellschaft im Wandel II: Unternehmensgründungen mit Sozialer Selbst-Verpflichtung

Juli und August: Sommerpause!

4 Mai 2015, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“

Andreas von Mettenheim (Berlin)

Deutschland und Rumänien: Stolz und Vorurteil in der gegenseitigen Wahrnehmung  
 
Gegensätzlicher könnten die landläufigen Vor-Urteile über die Menschen in Deutschland und Rumänien kaum sein: die Deutschen gelten als diszipliniert, kühl, humorlos und ehrgeizig. Das Stichwort „Rumänien“ wird unweigerlich mit Korruption, bettelnden Roma, Schlamperei, Banden und  „Dracula“ in Verbindung gebracht. Welchen geschichtlichen und kulturellen Hintergrund haben solche Vorurteile und tiefsitzenden Ressentiments, die das „Image“ eines Landes hervorbringen? Wieso wird Deutschland mit Lederhose und Sauerkraut in Verbindung gebracht? Welche Rolle spielt das überwiegend negative Bild vom „Balkan“, der mehr ist als eine regionale Zuordnung von Staaten wie Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Ex- Jugoslawien?
An die Auswirkungen von meistens diffusen Urteilen und Bildern über einen Staat und eine Nation knüpft das „Nation Branding“ an. „Nation Branding“ ist der Versuch, einem Staat mit Hilfe moderner Kommunikationsmethoden sowie PR und Werbung ein gutes Image zu verschaffen, das einer Handelsmarke nicht unähnlich ist. Ziel ist, das Vertrauen in das jeweilige Land zu stärken, Tourismus und Exporte anzukurbeln und das Land für ausländische Investoren attraktiver zu machen.

Andreas von Mettenheim war von 2009 bis 2013 deutscher Botschafter in Bukarest. Seine Überlegungen zu dem aktuellen Thema "nation branding" beruhen auf der kontinuierlichen Befassung mit dieser Frage während seiner Zeit in Rumänien sowie auf seinen in diesen Jahren gemachten praktischen Erfahrungen. Der Diplomat legt Wert auf die Feststellung, dass er nicht als Amtsperson spricht, sondern als kritischer Beobachter, der auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland das Interesse an seinem früheren Gastland nicht verloren hat.
Andreas von Mettenheim, Studium der Rechtswissenschaft u.a. an der französischen Elite-Schule ENA in Paris, 1975 Auswärtiger Dienst, diplomatische Stationen u.a. Indien, Spanien, Frankreich, Russland, 1999-2002 Leiter des persönlichen Büros des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, von 2009 bis 2013 Deutscher Botschafter in Bukarest.

ORT

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)



Die nächsten Termine:

28. Mai: "Growing Roots" - Rumäniens Gesellschaft im Wandel I: Berichte von und mit Umwelt-Bürgerinitiativen aus Rumänien und Deutschland

11. Juni: Hannelore Jorgowitz: Rumäniens Gesellschaft im Wandel II: Unternehmensgründungen mit Sozialer Selbst-Verpflichtung

Juli und August: Sommerpause!

15 April 2015, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“


Dr. Gerhard Köpernik (Berlin):

Rumäniens „Eiserne Garde“ und die Nazis

Ein GeschichtsRückblick im Jahr 70 nach Ende des 2. Weltkriegs

  - Lichtbildervortrag und Buchvorstellung -

Die rumänische „Eiserne Garde“ war eine antisemitische, antidemokratische, gewaltbereite Organisation, gegründet nach dem 1. Weltkrieg. Ihre mystisch-orthodoxe Ausrichtung übte eine große Faszination aus. In den 1930ziger Jahren war sie, mit etwa 250.000 Mitgliedern, die drittgrößte faschistische Partei Europas (nach Deutschland und Italien).
Mit dem faschistischen Rumänien hatte sich das Deutsche Reich 1940 aus ökonomisch- militärisch-geopolitischen Gründen verbündet. Rumänien wurde von Hitler geschätzt als wichtiger  Lieferant von kriegswichtigem Erdöl und Getreide und als ideales Aufmarschgebiet im 2. Weltkrieg. Zur Eisernen Garde, die zeitweise in Bukarest mitregierte, bestanden, vor allem bei der SS, enge Beziehungen.
Im Januar 1941 putschten die Gardisten brutal und erfolglos gegen Marschall Antonescu. Etwa 300 flohen nach Deutschland. Wegen des Putsches gegen den von Hitler geachteten Antonescu waren sie dort zwar in Ungnade gefallen, erhielten aber dennoch eine Art Asyl. Etliche wurden in  Konzentrationslagern (Buchenwald, Sachsenhausen, Dachau) inhaftiert, allerdings als „Ehrenhäftlinge“, die, von den KZ-Opfern und deren Not abgeschirmt, kein allzu schlechtes Leben führten.
Gerhard Köpernik hat in seinem Buch viele Details über ein wenig bekannten Kapitels der deutsch-rumänischen Beziehungen in den Jahren 1938 – 1945 zusammen getragen und auch recherchiert, was aus den Gardisten nach 1945 geworden ist.

Dr. Gerhard Köpernik, Studium der Rechtswissenschaft und Politik, lange Jahre in verschiedenen Abteilungen des Bundeswirtschaftsministerium, 1979 bis 1983 Handelsattache an der deutschen Botschaft in Bukarest, 2008/09 im Auftrag der EU-Kommission in der Bukarester Umweltagentur tätig,  Seit 2005 Präsident der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft, Buchveröffentlichung  „Faschisten im KZ – Rumäniens Eiserne Garde und das dritte Reich“ (2015)

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Die nächsten Termine:

4. Mai: Andreas v. Mettenheim: Deutschland und Rumänien – Vorurteil und Stolz: die gegenseitige Wahrnehmung

28. Mai: "Growing Roots" - Rumäniens Gesellschaft im Wandel I: Berichte von und mit Umwelt-Bürgerinitiativen aus Rumänien und Deutschland

11. Juni: Hannelore Jorgowitz: Rumäniens Gesellschaft im Wandel II: Unternehmensgründungen mit Sozialer Selbst-Verpflichtung

25 März 2015, 19.00 Uhr 

„Jour Fixe“


Dr. Anneli Ute Gabanyi (Berlin):

Einhundert Tage Präsident Klaus Johannis. Eine Bilanz der ersten Präsidentschaftszeit

Sechs Millionen Rumänen wählten ihn direkt zum rumänischen Präsidenten; Mehrheiten von 60 bis über 90 Prozent sorgten weltweit für Aufsehen. Die Erwartungen an den lutherischen Siebenbürger Klaus Johannis, lange erfolgreicher Bürgermeister von Hermannstadt/Sibiu sind gewaltig; nach seinem Amtsantritt am 22. Dezember 2014 stieg das Vertrauen der Rumänen in die Politik sprunghaft an. Johannis versprach für mehr Wachstum zu sorgen, in den Straßenbau zu investieren, und, vor allem dies erhoffen die Rumänen: Es soll Schluss sein mit Klientelpolitik, Korruption und dem verrotteten „alten System“, das das schlechte Image der Rumänen im Ausland prägt. Im Jahr 2013 wurden über eintausend Regierungsbeamte wegen Korruption angeklagt; in den letzten Jahren mehr als 30 Minister. Fast täglich sieht man im Fernsehen Politiker, die in Handschellen abgeführt werden. Klaus Johannis mit seinem Image des „Saubermanns“ mit deutschen Sekundärtugenden hat die Chance zur Erneuerung des Landes, was aber kann er erreichen?  Seine Kompetenzen sind begrenzt.  Der durch diverse Unregelmäßigkeiten belastete Regierungschef Victor Ponta hat die Mehrheit im Parlament. Johannis muss mit ihm in einer „semipräsidentiellen Demokratie“ auskommen. Durch die Verfassung sind die  Kompetenzen von Regierungschef und Staatspräsident nicht genau geregelt, Machtkämpfe sind vorprogrammiert. Dennoch: das Land hat seit dem Amtsantritt von Klaus Johannis aufgeatmet, die resignative Stimmung hat sich aufgehellt. 100 Tage nach dem Amtsantritt bilanziert die renommierte Rumänien-Kennerin Dr. Anneli Gabanyi erste Erfolge und erste Schwierigkeiten.

Dr. Anneli Ute Gabanyi, Politikwissenschaftlerin, siebenbürgisch-rumänische Herkunft, zahlreiche Veröffentlichungen u.a. zur rumänischen Revolution und den Folgen des Systemwechsels auch für Osteuropa. Studium der Anglistik und Romanistik an der Babeș-Bolyai-Universität in Cluj-Napoca/Klausenburg; politikwissenschaftliche und philosophische Studien u.a. in den USA. Nach der Ausreise aus Rumänien u.a. am Forschungsinstitut von Radio Free Europe, Wissenschaftliche Referentin der Stiftung Wissenschaft und Politik. Forschungen u.a. zur Republik Moldau, Nachbarschafts-und Schwarzmeerpolitik der EU.

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Die nächsten Termine:


15. April: Dr. Gerhard Köpernik -  Die „Eiserne Garde“ und die Nazis
4. Mai: Andreas v. Mettenheim: Deutschland und Rumänien – Vorurteil und Stolz: die gegenseitige Wahrnehmung
28. Mai: "Growing Roots" - Rumäniens Gesellschaft im Wandel I: Berichte von und mit Umwelt-Bürgerinitiativen aus Rumänien und Deutschland
11. Juni: Hannelore Jorgowitz: Rumäniens Gesellschaft im Wandel II: Unternehmensgründungen mit Sozialer Selbst-Verpflichtung

24 Februar 2015, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Jürgen Israel (Berlin)

Der Dorfschreiber aus der Stadt: Mein Jahr in einem rumänischen Dorf - Ein literarischer Bericht



mit: Frieder Schuller


Sich ein Jahr in Cata, Katzendorf, im siebenbürgischen Rumänien als „Dorfschreiber“ nieder zu lassen, verlangt Neugier, Ausdauer, Abenteuerlust und Liebe zu Menschen und Tieren.  Der Berliner Autor Jürgen Israel war nicht selten mit den Schafen und  den Schäfern des Dorfes von Sonnenaufgang bis zum Abend in der hügeligen Landschaft unterwegs. Er erlebte die brütende Sommerhitze und die Schnee- und Eiseskälte des rumänischen Winters. Er saß auf dem Bock der Pferdewagen, mit denen Holz geholt wurde. Er freundete sich mit Zigeunern (so lassen sich die Roma hier nennen) an. Er lebte im Schatten der vor 800 Jahren gegründeten Katzenburger Kirchenburg. Er wohnte im Jahrhunderte alten Pfarrhaus, in dem Frieder Schuller, der Initiator des Dorfschreiberpreises geboren wurde. Als Dorfschreiber hatte Jürgen Israel, so bestimmte es Frieder Schuller, auch die Aufgabe: „sich zu wundern“. Jürgen Israel ließ sich mit Herz und Verstand auf das manchmal verwunderliche und ungewohnte Leben ein. Über seine Beobachtungen, Begegnungen und Empfindungen schrieb er ein literarisches Tagebuch, aus dem er lesen wird. In Katzendorf, so hieß Cata, als der Ort noch von Siebenbürger Sachsen bewohnt wurde, leben heute etwa 1000 Menschen, Roma, Rumänen, Ungarn.  

Jürgen Israel studierte Altertumswissenschaften und Germanistik in Jena. Wegen Wehrdienstverweigerung Gefängnis von 1970 bis 1972, danach Berufsverbot als Verlagslektor. Ab 1973 offiziell „Sachbearbeiter für Export“, in Wahrheit Lektor bei einem Leipziger Verlag. Später freiberuflicher Autor, Lektor, Publizist, zahlreiche Veröffentlichungen, 1999 Stipendium Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, 2001 Stadtschreiber von Rheinsberg, 2013/14 Dorfschreiber von Katzendorf.
 
Frieder Schuller, aus Katzendorf stammender Berliner Filmemacher, Lyriker, Regisseur. Begründete den „Dorfschreiberpreis“. Gemeinsam mit dem rumänischen Schriftstellerverband und der Zeitschrift „Satul“ (Das Dorf) wurde der Preis 2011 erstmals ausgelobt.

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Die nächsten Termine:

24. März: Dr. Anneli Gabanyi – Präsident Klaus Johannis: Bilanz der ersten 100 Tage
April: Dr. Gerhard Köpernik – Die „Eiserne Garde“ und die Nazis
Mai: "Growing roots" – Zivilgesellschaft und Protestkultur in Rumänien

29 Januar 2015, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Matthias Jobelius (Bukarest):

      Volle Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus Rumänien

     Chancen, Vorteile, Risiken: Bilanz nach einem Jahr


Seit einem Jahr, seit dem 1.1. 2014, ist der deutsche Arbeitsmarkt auch für Arbeitnehmer aus Rumänien und Bulgarien geöffnet. Damals herrschte in Deutschland eine aufgeregte Debatte über eine „Armutseinwanderung“ in das deutsche Sozialsystem, auf die man sich nun gefasst machen müsse. Politiker und Medien schürten fremdenfeindliche Vorurteile und Panikmache. Zu kurz kamen in der öffentlichen Diskussion sachliche Argumente über die Vorteile, Chancen, aber auch die neuen Herausforderungen, die mit der vollen Freizügigkeit  für Arbeitnehmer aus diesen beiden Staaten einhergehen. Ein Jahr später stellen Arbeitsmarktexperten fest: es hat weder Masseneinwanderung nach Deutschland gegeben noch einen schweren Missbrauch der Sozialsysteme. Rumänen (und Bulgaren) sind seltener arbeitslos als der Durchschnitt der Deutschen; sie sind gut im Arbeitsmarkt integriert.
Nach diesem ersten Jahr der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit für Rumänen (und Bulgaren) ziehen wir Bilanz: Was hat sich nach einem Jahr für die Rumänen verändert? Wie viele sind gekommen und wie ist deren Arbeitsmarktsituation in Deutschland (Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, Gehaltsstruktur, Leistungsbezug, Gefahr der Ausbeutung durch mafiöse Geschäftemacher, Schwarzarbeit), auch im Vergleich zu anderen Zuwanderergruppen? Wie ist die Lage in den Kommunen? Was sind Gründe für die Abwanderung aus Rumänien, wie ist die soziale Lage im Land und was sind Migrationsmuster in Rumänien?

Matthias Jobelius leitet seit Mai 2012 die Bukarester Repräsentanz der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) für Rumänien und Moldau. Er studierte Politikwissenschaften in Berlin und London, vor seiner Berufung nach Bukarest war er u.a. Regionalkoordinator der FES für den Südkaukasus.

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Die nächsten Termine:

Februar: Jürgen Israel -  Mein Jahr in Cata (Katzendorf), einem rumänischen Dorf
März: NN -  Präsident Klaus Johannis: Die ersten 100 Tage
April: Dr. Gerhard Köpernik -  Die „Eiserne Garde“ und die Nazis

04. Dezember 2014, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Prof. Dr. Wilfried Heller / WilliamTotok:

Von „Horea“ zu „Hans“

Anläßlich des 25zigsten Jahrestages der rumänischen Revolution:

Das Treiben der Securitate Rumäniens im Spiegel zweier Akten



- Vortrag, Buchvorstellung, Diskussion -


Zu längeren Forschungsreisen hielt sich Wilfried Heller in den frühen 1970er Jahren und 1989 mehrfach im kommunistischen Rumänien auf. Sein Thema war vergleichsweise harmlos: es ging um die Entwicklung des ländlichen Raums und die staatlich gelenkten, forcierten Urbanisierung des Landes. Was er ahnte, damals aber nicht beweisen konnte: der Wissenschaftler aus Westdeutschland wurde auf Schritt und Tritt von der Securitate beobachtet und bei seinen Forschungen letzten Endes behindert. Nach dem Sturz des Ceausescu-Regimes stellte Heller fest, dass der Spitzel -und Überwachungsapparat über ihn zwei Akten angelegt hatte, über die er in seinem Buch „ Von  „Horea“ zu  „Hans“ berichtet: er begegnete anscheinend kollegialen Personen, die als „Dourel“, „Otto“, „Mircea“ oder „Cornel“ willige Handlanger und eifrige Zuträger der  Securitate waren. Heller zeichnet ein faszinierendes, verstörendes Bild eines Rumäniens im „Klammergriff des paranoiden Sicherheitssystems Securitate“.

Zu Beginn des Jour Fixe erläutert William Totok Arbeit und Aufbau des Systems Securitate und spricht über die jetzt für alle Betroffenen geöffneten Securitate –Archive.
Prof. Dr. Wilfried Heller (Berlin/Göttingen) ist pensionierter Professor für Humangeographie an der Universität Göttingen. Einer  der Schwerpunkte seiner Forschungen ist die Migrationsforschung. Heller ist Mitglied des Beirats der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft.
 

William Totok (Berlin) ist Schriftsteller, Journalist(„TAZ“) und war Gründungsmitglied der Schriftstellervereinigung „Aktionsgruppe Banat“. Wegen „Verbreitung staatsfeindlicher Gedichte“  wurde er 1975/1976 inhaftiert. Er ist in verschiedenen Gremien zur Erforschung des Holocaust in Rumänien und zu den Verbrechen des Kommunismus.

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Die nächsten Termine:

29. Januar 2015: Matthias Jobelius (Bukarest): Ein Jahr volle Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus Rumänien und Bulgarien – Eine Bilanz

19. November 2014, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Dr. Hildrun Glass (München)

Der 23. August 1944 und die Deutsche Gesandtschaft in Bukarest.

Das faschistische Rumänien wechselt auf die Seite der Sowjetunion



- Vortrag und Diskussion -

Im 2. Weltkrieg wechselte Rumänien am 23.August 1944 die Fronten: vom Bündnispartner von Nazi-Deutschland auf die Seite der Sowjetunion. Die rumänische Front war zu dem Zeitpunkt zusammen gebrochen, sowjetische Truppen im August bereits auf rumänisches Territorium im Nord-Osten vorgedrungen. Am 23. August 1944 ließ König Mihai den bis dahin diktatorisch regierenden Faschisten Ion Antonescu zusammen mit dessen engsten Vertrauten verhaften. Die Unterstützung der maßgeblichen politischen Kräfte und der Armeeführung waren ihm sicher. Noch am Abend desselben Tages kündigte der rumänische König den politischen und militärischen Seitenwechsel in einer Radioansprache an. Die in Bukarest lebenden deutschen Diplomaten, Geschäftsleute, Wissenschaftler, waren von einem Tag auf den anderen nicht mehr „Freunde“ Rumäniens,  sondern, als quasi „Repräsentanten“ von Nazi-Deutschland, politische „Feinde“ der rasch die Herrschaft an sich reißenden und von der Sowjetunion unterstützten Kommunisten. Wie reagierte die deutsche Gesandtschaft (Botschaft) in Bukarest auf die neue Situation?
Im ersten Teil ihres Vortrags beleuchtet Hildrun Glass die Aktivitäten der Gesandtschaft nicht nur am 23. August 1944, sondern auch während der spannungsgeladenen Wochen vorher und während der dramatischen Tage danach. Die Gesandtschaft spielte eine wichtige Rolle, bildete sie doch das politische Scharnier zwischen den Spitzen des Antonescu-Regimes und den relevanten deutschen Dienststellen in Berlin, nämlich dem Auswärtigen Amt und letztendlich dem Führerhauptquartier. Für ihren Vortrag hat Hildrun Glass die Berichte der beteiligten deutschen Akteure kritisch ausgewertet und mit anderen Quellen abgeglichen.
In einem zweiten Teil behandelt der Vortrag das weitere Schicksal des Personals und der archivalischen Hinterlassenschaft der Gesandtschaft. Beim Personal stehen die Hafterfahrungen einiger der bis 1955 in die Sowjetunion verschleppten Diplomaten und Militärangehörigen im Mittelpunkt, bei den Akten deren Bedeutung für die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen.

Dr. Hildrun Glass, geboren in Varia, Rumänien, ist Osteuropa-Forscherin. Sie studierte Ost-und Südosteuropäische Geschichte, lehrt an der Münchner Universität und forscht u.a. über den Holocaust in Rumänien und in Gebieten, die unter deutscher Militärverwaltung standen.

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4. Dezember: Prof. Dr. Wilfried Heller und William Totok (Berlin): Irrungen und Wirrungen der Securitate Rumäniens im Spiegel zweier Akten

4. November 2014, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Sebastian Bethge (Apold)

Trappold – neues Leben in der Kirchenburg

Lichtbildervortrag und Diskussion - 

Der Initiative eines jungen Berliners verdanken wir, dass die Kirchenburg von Trappold/Apold (nahe Agnita/Agnetheln) inzwischen zu den 18 Kirchenburgen gehört, die mit EU-Geldern weiter restauriert und für vielfältige touristische Zwecke erschlossen wird. Sebastian Bethge überzeugte die rumänische Regionalpolitik und das Bezirkskonsistorium der Evangelischen Kirche in Schäßburg/Sighisoara von seinen Plänen: das historische Gebäudeensemble nebst Pfarrhof werden zu Kultur- und Jugendzentren ausgebaut, um das Bildungs- und Kulturangebot auf dem Land zu erweitern. Nicht jede der insgesamt 140 siebenbürgischen Kirchenburgen kann neu und anders belebt werden. Sieben historisch und architektonisch besonders bedeutsame Kirchenburgen wurden zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Viele Kirchenburgen verfallen jedoch, seit der größte Teil der deutschstämmigen Bevölkerung Rumänien verlassen hat. Das kulturelle Erbe der Siebenbürger Sachsen befinde sich heute, so Bethge, in einem „fremden“ Umfeld: „Die rumänische Bevölkerung mit der großen Roma-Minderheit hat keinen identitätsstiftenden Zugang zu dem historischen Erbe des Dorfes“. Mit vielen Fotos wird er schildern, wie Dächer, Wehrtürme, Orgel, Taufbecken, Turmuhr Schritt für Schritt auch mit Hilfe von freiwilligen Handwerkern aus ganz Europa repariert werden. Wie reagierte die rumänische und die Roma-Bevölkerung auf die Initiativen, die auch das Dorf  mit einbeziehen? Auf welche Schwierigkeiten und Vorurteile stieß Sebastian Bethge bei seinen Plänen?

Sebastian Bethge ist gebürtiger Berliner und gelernter Schreiner. Nach dem Fall der Mauer ging er auf Wanderschaft, lebte ein halbes Jahr in Polen, zwei Jahre in Russland, kam vor über zehn Jahren nach Rumänien, ließ sich in Trappold/Apold nieder und begann mit der Restaurierung der verfallenden Kirchenburg.

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Die nächsten Termine:

19. November: Dr.Hildrun Glass (München): Der 23. August 1944: Vor 70 Jahren wechselt  Rumänien, Bündnispartner des faschistischen Deutschland, auf die Seite der Sowjetunion - die Folgen für die Deutschen und die deutsche Gesandschaft in Bukarest

4. Dezember: Prof. Dr. Wilfried Heller und William Totok (Berlin): Irrungen und Wirrungen der Securitate Rumäniens im Spiegel zweier Akten

27. Oktober 2014, 20.00 Uhr

 „Jour Fixe“

Prof. Dr. Radu Preda (Cluj/Bukarest)


25 Jahre nach der Revolution: „Erinnerung als ethischer Maßstab“
Orthodoxe Kirche und Staat in Rumänien

- Vortrag und Diskussion -

70 Jahre nach dem Ende des Faschismus und 25 Jahre nach dem Ende des Kommunismus ist auch in Rumänien die Auseinandersetzung mit der eigenen jüngsten Vergangenheit noch nicht abgeschlossen. Die Regierung finanziert zwar seit Mitte 1990 Institute für die Erforschung von Totalitarismus und Kommunismus sowie ein Dokumentationsarchiv der Geheimpolizei Securitate, jedoch gibt es in der Bevölkerung noch kaum eine ausgeprägte, selbstkritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Im Gegenteil gebe es, so Radu Preda, die Tendenz, die Geschichte zu verniedlichen nach dem Motto: wir haben eine Zukunft, aber was interessiert uns die Vergangenheit; dies sei „höchst gefährlich und giftig“. Preda setzt sich dafür ein, die Erinnerung nicht auf Gedenkorte und Gedenktage zu beschränken. Es gehe darum, das Wissen um die Vergangenheit und mögliche eigene Verstrickungen als Teil der eigenen Identität zu begreifen, die man nicht verdrängen dürfe. Wie reagieren Politik, Establishment, Medien, auf solche unbequemen Forderungen? Welche Rolle spielt die orthodoxe Kirche Rumäniens bei der Aufarbeitung der kommunistischen und auch der faschistischen Vergangenheit? Wie ist die „Sozialethische Situation“ in Rumänien?   

Prof. Dr. Radu Preda, orthodoxer Theologe aus Cluj/Klausenburg, studierte u.a. Theologie in Bukarest, Heidelberg, Paris und Rom. Seit April 2014 ist er Leiter des von der Regierung finanzierten Forschungs- Instituts zur „Aufklärung der kommunistischen Verbrechen und für das Gedenken an das rumänische Exil“

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Die nächsten Termine:

4. November: Sebastian Bethge (Apold): Trappold – neues Leben in der Kirchenburg

19. November: Dr.Hildrun Glass (München): Der 23. August 1944: Vor 70 Jahren wechselt  Rumänien, Bündnispartner des faschistischen Deutschland, auf die Seite der Sowjetunion - die Folgen für die Deutschen und die deutsche Gesandschaft in Bukarest

4. Dezember: Prof. Dr. Wilfried Heller und William Totok (Berlin): Irrungen und Wirrungen der Securitate Rumäniens im Spiegel zweier Akten


25. September 2014, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Karsten D. Voigt (Berlin) im Gespräch mit Dr. Laura Popescu (Bukarest)

Rumänien, die Republik Moldau und die Ukraine-Krise.
Erkenntnisse und Ergebnisse einer Informationsreise


Moderation: Marianne Theil

- in Kooperation mit der Botschaft von Rumänien in Berlin -

ORT: in der Botschaft von Rumänien, Dorotheenstr. 62-66, 10117 Berlin-Mitte (S-Bahnhof Friedrichstrasse)

Um Anmeldung wird gebeten unter: berlin.rsvp@mae.ro


Die Krise um die Ukraine berührt auch die Politik und die Interessen von Rumänien und der Republik Moldau. Beide Länder haben eine gemeinsame Grenze mit der Ukraine. In der überwiegend rumänisch sprechenden Republik Moldau ist Transnistrien seit den 1990er Jahren ein ungelöster, „eingefrorener“ Konflikt. Die starke Industrie-Region Transnistrien strebt seit den ethnisch bedingten, kriegerischen Auseinandersetzungen nach dem Zerfall der Sowjetunion die Ablösung von Moldau an. In Transnistrien wird russisch gesprochen, die russische Minderheit dominiert und hat eine quasi autonome Verwaltung mit eigener Währung, Regierung und russischem Militär installiert. Rumänien ist Mitglied der EU und der NATO. Die Republik Moldau hat Ende Juni ein wirtschaftliches und politisches Assoziierungsabkommen mit der EU unterzeichnet.

Karsten D. Voigt, langjähriges Mitglied des Bundestags, reist in diesem Monat im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in die Ukraine und führt Gespräche in Kiew, Odessa, und den ostukrainischen Städten Charkiv und Dnjepropetrowsk. Dabei geht es auch darum, sich darüber zu informieren, wie sich die aktuelle und täglich verändernde Ukraine-Krise auf die Nachbarländer Rumänien und Republik Moldau und den jahrelangen Transnistrien-Konflikt auswirken und welche Folgen diese Auseinandersetzungen  für die Zukunft beider Länder haben könnten.

Karsten D. Voigt ist Ex-Regierungs-Beauftragter für die Deutsch-Amerikanischen Beziehungen. Er ist als ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter einer der profiliertesten Kenner der Außenpolitik und gefragter Experte für sicherheitspolitische Themen, langjähriger außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, später auch Präsident der Parlamentarischen Versammlung der NATO.

Dr. Laura Popescu ist stellvertretende Leiterin des Europareferats im Außenministerium von Rumänien. Von 2009 bis Ende Juli 2014 war sie Leiterin der politischen Abteilung der Botschaft von Rumänien in Berlin und in besonderer Weise für die Beziehungen zu den Staaten der Östlichen Nachbarschaft der Europäischen Union zuständig.

23. September 2014, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Dipl. Ing. Rudolf Gräf (Timișoara)

Giebel, Erker, Zinnen, Türmchen:
        Die Architektur der 'Roma-Paläste' in Rumänien

- Lichtbilder-Vortrag und Diskussion - 

- In Kooperation mit der Architektenkammer Berlin - in der Architektenkammer Berlin, Alte Jakobstr. 149, 10969 Berlin

- anschließend kleiner Empfang -

Bitte unbedingt per mail schriftlich anmelden: seminare@ak-berlin.de

                    

Seit dem Sturz des kommunistischen Regimes im Dezember 1989 hat sich unter wohlhabenden Roma in Rumänien eine ganz eigene Baukultur entwickelt: große Villen, dekoriert mit Ornamenten, Pagoden, Erkern, Giebeln, Zinnen und Zwiebeltürmchen. Diese Bauten werden nicht  wirklich bewohnt: sie dienen eher der Repräsentation und Zurschaustellung des Wohlstandes. Oft wohnt man in einem kleinen Haus nebenan oder benutzt das Tiefparterre. Die Roma-„Paläste“ findet man in vier Regionen, die von  unterschiedlichen Baustilen geprägt sind: im Banat herrscht ein neoklassizistischer Einfluss; im Haus als größter Raum ein zumeist zweigeschossiger Festsaal, zu dem eine breite Marmortreppe führt. In Transsilvanien findet man pagodenartige Dächer, verkleidet mit gleißend weißem Blech und mit Holzsparren, deren Unterseiten durch Schnitzarbeiten verziert sind. Die Baustile in Moldawien und der Walachei sind ähnlich. Die Fassade ist in geometrische Farbfelder unterteilt; in Moldawien meistens rot-weiß, in der Walachei grau-weiß, die Pagodendächer sind üppig-barock.
Wie konnten sich diese Baustile entwickeln; was sind die baulichen und ästhetischen Gemeinsamkeiten, wie unterscheiden sich die einzelnen Baustile,  welchen Einfluss hat die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Roma-Gruppe. Rudolf Gräf geht davon aus, dass es sich um eine „kulturelle Ausdrucksweise handelt, die in direkter Verbindung zur ethnischen Identität, zum sozialen Kontext und zur erlebten Geschichte steht“. Es geht um die Herstellung einer direkten Beziehung „zwischen Gebautem zur ethnischen Identität, auf eine Weise, welche die Anerkennung dieser Bauformen als Kulturgüter zulassen sollte“.

Rudolf Gräf ist Architekt, Stadtplaner und Vizepräsident der Rumänischen Architektenkammer. Seine Diplomarbeit schrieb er über die „palatele tiganesti“, die von den Roma  selber so genannten „Zigeunerpaläste“. An der Berliner Universität der Künste arbeitete er in diesem Jahr an seiner Dissertation über die Entwicklung der Architektur des Sozialen Wohnungsbaus jenseits des Eisernen Vorhangs in den Jahren nach 1956, nach Stalins Tod. 

ORT

Architektenkammer Berlin, Alte Jakobstr. 149, 10969 Berlin (U-Bahn Hallesches Tor, Bus 248 und M 51 Haltestelle Zossener Brücke)


Die nächsten Termine:

29. Oktober: Dr. Hildrun Glass (München): Der 23. August 1944: Das faschistische Rumänien wechselt die Seiten - die Folgen für die Deutschen und die deutsche Botschaft in Bukarest

November: Jürgen Israel (Berlin): Mein Jahr in einem rumänischen Dorf – Lesung und Gespräch

Dezember: Prof. Dr. Wilfried Heller und William Totok: Irrungen und Wirrungen der Securitate Rumäniens im Spiegel zweier Akten

18. Juni 2014, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Prof. Dr. Jürgen Angelow (Potsdam)

"Rumänien im 1. Weltkrieg" – Kriegsbeteiligung, Kriegsende, Kriegsgewinn

- Lichtbilder-Vortrag und Diskussion - 

Nach Ausbruch des 1.Weltkriegs blieb Rumänien aus innenpolitischen Gründen zunächst neutral. Je nach Kriegsverlauf wollte man sich auf die Seite des voraussichtlichen Siegers schlagen, um Kriegsziele zu erreichen, die Rumänien schon vor 1914 vor Augen hatte: die Annexion von Gebieten mit mehrheitlich rumänischer Bevölkerung unter österreichisch-ungarischer Verwaltung, also Siebenbürgen, die Bukowina und das Banat.  Im August 1916 war es soweit: Rumänien verbündete sich mit der Entente (Russland, Frankreich, England), ließ sich die beanspruchten Gebiete zusichern und trat am 27. August 1916 gegen die Mittelmächte (Österreich-Ungarn, Deutschland) in den Krieg ein. Bereits am 30. August rückten rumänische Truppen im siebenbürgischen Kronstadt ein, die siebenbürgischen Rumänen reagierten zurückhaltend. Bald jedoch wurde die schlecht ausgerüstete und rumänische Armee von den Truppen der Mittelmächte (darunter Hunderte Rumänen im Dienste der österreichisch-ungarischen Armee!) vernichtend geschlagen; fast die Hälfte der ehemals 400.000 Soldaten starben.
De facto war Rumänien bereits nach vier Monaten aus dem Krieg ausgeschieden: deutsche Truppen besetzten Bukarest am 6. Dezember 1916, nahmen 10.000 Soldaten gefangen, Tausende kapitulierten. Unter deutsche Besatzung kamen  etwa zwei Drittel des Landes. Große Mengen Lebensmittel, Holz und Rohstoffe aus den rumänischen Ölfeldern wurden ins deutsche Kaiserreich geschafft.  Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Niederlage der Mittelmächte schlossen sich 1918 die mehrheitlich rumänisch besiedelten Territorien Russlands und Österreich-Ungarns Rumänien an. Dies führte 1919 zum ungarisch- rumänischen Krieg, der mit der Besetzung Budapests durch  Rumänien endete. In den Friedensverträgen von Versailles und Trianon 1920 wurden Rumäniens neue Grenzen anerkannt: Vom untergegangenen Österreich-Ungarn erhielt es – wie 1916 von der Entente zugesichert -  Siebenbürgen, das östliche Kreischgebiet, Bukowina und zwei Drittel des Banats; vom bolschewistischen Russland zusätzlich Bessarabien.

Prof. Dr. Jürgen Angelow ist Historiker und Schriftsteller und seit 2003 Inhaber einer außerplanmäßigen Professur für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam. Schwerpunkt seiner Forschungen ist die Zeit vor und nach 1900. Vielbeachtet: „Der Weg in die Urkatastrophe. Der Zerfall des alten Europa 1900-1914“

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Die nächsten Termine:

23. September: Dipl. Ing. Rudolf Gräf (Timisoara): Die Architektur der Roma - “Paläste” in Rumänien

29. Oktober: Dr. Hildrun Glass (München): Der 23. August 1944: Rumänien wechselt die Seiten - die Folgen für die Deutschen und die deutsche Botschaft in Bukarest

Juli und August: Sommerpause!

21. Mai 2014, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Dr. Meinolf Arens

„Last der Vielfalt? Minderheiten in Rumänien“
Eine Bilanz 25 Jahre nach der rumänischen Revolution

- Lichtbilder- Vortrag und Diskussion - 

- In Kooperation mit  der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft -

Die Landkarte der ethnischen Minderheiten in Rumänien ist bunt gesprenkelt: russische Lipowaner, Tataren, Türken, Ukrainer, Armenier und ein weiteres Dutzend Minderheiten zeugen von der dramatischen und wechselvollen Geschichte Rumäniens. Während des Kommunismus gewährte man den Minderheiten (mit Ausnahme der Juden) zumindest theoretisch einige Rechte und Freiheiten, die es ihnen ermöglichten, im Großen und Ganzen ihre ethnischen und kulturellen Besonderheiten zu leben. Nach der Revolution im Jahr 1989 wurde der Minderheitenschutz verstärkt anerkannt. Im Bukarester Parlament sind 18 Minderheiten vertreten. Seit die Deutschen nach 1989 aus dem Banat und Siebenbürgen fast gänzlich auswanderten, sind Ungarn und Roma die größte Minderheit. Im Parlament sind die Ungarn die stimmstärkste und unruhigste Minderheit. Gestützt von der rechtsnationalen Budapester Regierung machen sie durch spektakuläre Massenproteste und provozierende  Aktionen immer wieder darauf aufmerksam, dass ihre „Menschenrechte“ in den von ihnen besiedelten Gebieten („Szeklerland“) ihrer Meinung nach durch die Rumänen verletzt werden. Der alte rumänisch-ungarische Konflikt verstärkte sich nach Weltkrieg I durch den Verlust ungarischer Gebiete an Rumänien und wurde gegen Ende von Weltkrieg II durch ein Hin- und Herschieben großer Gebiete zwischen beiden Ländern weiter angeheizt. Heutzutage sind sich rumänische Politiker quer durch die Parteien uneins über dem Umgang mit der ungarischen Minderheit im Lande und dem unbequemen Nachbarn Ungarn. Meinolf Arens wird die Wurzeln dieses gefährlich aufflammenden rumänisch-ungarischen Konflikts und die politischen Tendenzen der anderen Minderheiten schildern und auch auf die Lage der Minderheiten in der Republik Moldau einen Blick werfen.

Dr. Meinolf Arens ist Historiker mit einem breit gefächerten Studium u.a. zur Geschichte des Mittelalters und der Völkerkunde. Ein Forschungsschwerpunkt ist Osteuropa und die dortigen nationalen und ethnischen Minderheiten. Er war zuletzt wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Alte Geschichte der Universität Wien. Seit 2012 Vorsitzender des Trägervereins des Instituts für Regionalismus und Nationalitätenrecht.  

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(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Die nächsten Termine:

18. Juni: Prof. Dr. Jürgen Angelow: „Rumänien im 1. Weltkrieg – Kriegsbeteiligung, Kriegsende, Kriegsgewinn“.


Juli und August: Sommerpause!


Konferenz

Rumänische Roma in Berlin: Immer Fremde oder bald Berliner?

Zur Praxis der Integration von Europas größter ethnischer Minderheit 


am Montag, 12. Mai 2014, um 17.30 Uhr

im Europäischen Haus, Unter den Linden 78, 10117 Berlin.

17:30        Begrüßung

Dr. Gerhard Köpernik, Präsident der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft e.V.

17:40    Vortrag: „Bericht zur aktuellen Lage der Roma in Berlin Neukölln“,

Dr. Franziska Giffey, Bezirksstadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport des Bezirks Neukölln von Berlin


18:00        Podium I: Praxis der Integration: Wohnen und Arbeiten

Moderation: Dr. Anneli Ute Gabanyi, Politikwissenschaftlerin

Es diskutieren:
  • Benjamin Marx, Immobilienmanager und Projektleiter, Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft GmbH
  • Bettina Wagner, Beraterin, "Arbeit und Leben" DGB/VHS - Beratungsbüro für entsandte Beschäftigte
  • Cristina Arion, Projektleiterin „Mobile Anlaufstelle Berlin für europäische Wanderarbeiter/innen und Roma, Konfliktintervention gegen Antiziganismus“, südost Europa Kultur e.V
  • Ágnes Simon, Koordinatorin „Angebote für Neuzugewanderte aus Rumänien und Bulgarien“, Nachbarschaftsheim Neukölln e.V.


19:00        Podium II: Praxis der Integration: Schule und Bildung   

Moderation: Marianne Theil, Journalistin

Es diskutieren:

  • Dr. Franziska Giffey, Bezirksstadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport des Bezirks Neukölln
  • Christoph Leucht, Projektberater und Rommediatoren-Trainer beim Europarat
  • Oana Bauer, Lehrerin an der Eduard-Mörike-Grundschule Berlin Neukölln
  • Rebeca Roman, ehemalige Schülerin an der Alfred-Nobel-Oberschule Berlin Neukölln
  • Dr. Alina Voica, Sprachdozentin für Deutsch, dtz - bildung & qualifizierung gemeinnützige GmbH


20:00    Zusammenfassung der Podiumsdiskussion und Ausblick

        Marian Luca, M. A. Osteuropastudien, südost Europa Kultur e.V.

20:20        Schlusswort: Dr. Gerhard Köpernik

20:30        Kleiner Empfang

Die Teilnahme ist kostenfrei, um Anmeldung wird gebeten. 

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an Tony-Kroenert@deruge.org.

13. Mai 2014, 19.30 Uhr

„Jour Fixe“

Prof. Dr. Manuela Boatca (Berlin)

„Wie weit östlich ist Osteuropa?“

- Vortrag, Diskussion –

- In Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut -

im Rumänischen Kulturinstitut, Königsallee 20 A, Berlin 14193 (Grunewald)
S 4 und S 45 Halensee - S 7 und S 9 Grunewald - Bus M 19 Haltestelle Hasensprung

– anschließend kleiner Empfang –

Unter  „Osteuropa“ verstand man bis 1989/1990 im allgemeinen Sprachgebrauch die  kommunistischen „Ostblockstaaten“ Europas. Nach dem Ende von Sowjetunion und  Warschauer Pakt ist der politisch gemeinte Begriff „Osteuropa“ überholt. Aber was ist Osteuropa heute, 25 Jahre nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime und der Ausdehnung der Europäischen Union nach Osten? Die Staaten, die geographisch Ost- Mittel- und Südosteuropa zugerechnet werden können, wetteifern um ein Image, das sie westeuropäisch erscheinen lässt. Mit dem stereotypen Bild vom „Osten“, als „östlich“ will man nicht identifiziert werden. Vor allem der Balkan, zu dem Rumänien zählt, gilt seit Jahrzehnten als primitiv, unstabil, nicht den Standards der sogenannten zivilisierten (westlichen) Welt entsprechend, ein unzivilisiertes Gebiet irgendwo zwischen „Europa“ und „Asien“.  Vom negativ aufgeladenen „Osten“ in Gestalt des Balkanraums einerseits und des asiatischen Raums andererseits wollen sich Balkanstaaten wie Rumänien abgrenzen. Geschichte, Religion, der zivilisatorische Beitrag werden herangezogen, um eine (west)europäische Identität zu schaffen.
Die Aushandlung der europäischen Identität, so die These von Manuela Boatca, erstreckt sich „aufgrund des verspäteten EU-Beitritts und des kürzlich wieder vertagten Schengen-Beitritts bis in die Gegenwart“. Wie sich die Verfestigung von bestehenden Stereotypen und Vorurteilen auf  Rolle und Status Rumäniens in der EU auswirkt, soll anhand aktueller Beispiele diskutiert werden.

Manuela Boatca, geb. in Bukarest, studierte dort Anglistik und Germanistik, promovierte im Fach Soziologie, wurde 2011 an die FU berufen und ist seit 2012 Professorin für die Soziologie sozialer Ungleichheiten. Sie forschte über feministische Theorie, Soziolinguistik und Sprachsoziologie, so in Rio de Janeiro, Boston und an der Katholischen Universität Eichstätt.

Die nächsten Termine:

21. Mai: Dr. Meinolf Arens: „Minderheiten und Minderheitenpolitik seit 1989“

18. Juni: Prof. Dr. Jürgen Angelow: „Rumänien im 1. Weltkrieg – Kriegsbeteiligung, Kriegsende, Kriegsgewinn“.

12. Mai: KONFERENZ der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft „Rumänische Roma in Berlin – Ewige Fremde oder bald Berliner?“ Ort: Europäisches Haus, 17.30-21.30 Uhr

Juli und August: Sommerpause!

10. April 2014, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Melanie Zagrean (Berlin) und Vlad Petri (Bukarest):

Umweltaktivisten, Straßenproteste, Bürgerinitiativen
„Rumänien wacht auf!“

- Videos, Vortrag, Diskussion –

Von den westeuropäischen Medien kaum registriert, gehören Demonstrationen und Protestaktionen inzwischen zum rumänischen Alltag. Sie sind Ausdruck einer selbstbewussten Zivilgesellschaft, die erst mit dem EU-Beitritt Kraft gewann. Der – für die Weltöffentlichkeit sichtbare – Beginn der Bürgerbewegung lässt sich auf Januar 2012 festlegen. In Bukarest und Cluj/Klausenburg beteiligten sich, zum ersten Mal seit der Revolution von 1989, Tausende an „Straßenprotesten“, damals gegen eine Gesundheitsreform und Sozialkürzungen. Inzwischen haben sich in den Städten und auch auf dem Land unzählige lokale und regionale Bürgerinitiativen gegen eine Vielzahl von Missständen im Land gebildet. Die massivsten Proteste gab und gibt es gegen die geplante Umweltzerstörung wegen der Goldbestände in Rosia Montana und gegen Fracking-Pläne zur Energie-Gewinnung. Rumänien ist dank seiner wachsamen Zivilgesellschaft aufgewacht und auf dem Weg, ein ganz „normales“ EU-Land zu werden.

Melanie Zagrean, geboren in Rumänien, ist Politikwissenschaftlerin und grüne Delegierte im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Sie vernetzt rumänische Protestaktionen in Berlin und in anderen europäischen Städten.

Vlad Petri studierte Film und Theater, ist Regisseur und Fotograph, arbeitete in Afghanistan und Syrien. Beim Film-Festival Rotterdam hatte jetzt sein Dokumentarfilm „Bucuresti unde esti?“ Premiere.

ORT

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Die nächsten Termine:

12. Mai: KONFERENZ der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft „Rumänische Roma in Berlin – Ewig Fremde oder bald Berliner?“ Ort: Europäisches Haus, 17.30-21.30 Uhr

21. Mai: Dr. Meinolf Arens: „Minderheiten und Minderheitenpolitik seit 1989“

18. Juni: Prof. Dr. Jürgen Angelow: „Rumänien im 1. Weltkrieg – Kriegsbeteiligung, Kriegsende, Kriegsgewinn“.

Juli und August: Sommerpause!



Mittwoch, den 12. März 2014, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Dagmar Dusil (Bamberg)

„Wie die Jahre verletzen“

Lesung aus der Sammlung ihrer Kurzgeschichten musikalisch begleitet von den Cellisten
Catalin Ilea und Constantin Siepermann

- In Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut -

im Rumänischen Kulturinstitut, Königsallee 20 A, Berlin 14193 (Grunewald)
S 4 und S 45 Halensee - S 7 und S 9 Grunewald - Bus M 19 Haltestelle Hasensprung

– anschließend kleiner Empfang –

Aus der Sicht eines siebenbürgischen Kindes hat Dagmar Dusil die berührenden Prosa-Texte geschrieben, die in dem Band „Wie die Jahre verletzen“ traumatische Kindheitseindrücke der Jahre nach dem zweiten Weltkrieg schildern. Die deutsche Minderheit litt, wie alle in Rumänien Lebenden unter der kommunistischen Repression und außerdem unter der kollektiven Bestrafung für die Gräuel des Nationalsozialistischen Regimes, mit dem nicht wenige sympathisiert oder kollaboriert hatten. Tausende wurden deportiert, kamen ins Gefängnis, wurden enteignet, fanden den Tod. Eine große Angst bestimmt das Leben des Kindes, das von den Erwachsenen, die selber verletzbar sind, keinen Schutz erwarten kann. Das Alltägliche verbreitet eine Aura der Unsicherheit und Unruhe; die Kartoffel am Abendbrottisch („für jeden eine“), die Blumen („schwarze Vorsehung“), Vaters Schweigen („so still wie der goldene Jesus am Kreuz“). Ihr vielfältiges Können beweist Dagmar Dusil in den „Hermannstädter Miniaturen“, in denen sie die heiteren Seiten ihrer Erinnerungen schildert. Allen Liebhabern von siebenbürgischen Speisen sei ihr „Blick zurück durchs Küchenfenster“ empfohlen.

Dagmar Dusil, geb. in Sibiu/Hermannstadt, studierte in Cluj/Klausenburg Anglistik und Germanistik. Ausreise nach Deutschland im Jahr 1985; Autorin hintergründiger Kurzgeschichten und Gedichte, in denen die Jahre in der kommunistisch regierten „alten“ Heimat reflektiert werden. Zahlreiche Veröffentlichungen, z.T. ins Rumänische übersetzt, regelmäßige Teilnahme an den Deutschen Literaturtagen in Reschitza, so auch wieder in diesem Jahr.
Prof. Catalin Ilea unterrichtet Cello u.a. an der Universität der Künste in Berlin.
Sein Enkel Constantin Siepermann, geb. 1999, ist Jungstudent am Julius Stern-Institut der Universität der Künste in der Cello- Klasse von Catalin Ilea.

Die nächsten Termine:

11. April: Melanie Zagrean und Vlad Petri: „Umweltaktivisten, Straßenproteste, Bürgerinitiativen: Rumänien wacht auf“. – VideoFilme, Vortrag, Diskussion

MAI: KONFERENZ der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft „Rumänische Roma in Berlin – die praktischen Probleme der Integration“. (Datum wird noch bekannt gegeben).

18. Juni: Prof. Dr. Jürgen Angelow: „Rumänien im 1. Weltkrieg – Kriegsbeteiligung, Kriegsende, Kriegsgewinn“.

Mittwoch, den 26. Februar 2014, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

PD Dr. Mariana Hausleitner (Berlin)

Die Donauschwaben im rumänischen und serbischen Banat 1918 bis 1948

- Buchvorstellung und Auftakt der Jour-Fixe-Reihe zum 1. und 2. Weltkrieg-

Die deutsche Minderheit in den Donauschwäbischen Gebieten des Banats wurde nach dem Ende des 1. Weltkriegs und dem Zerfall Österreich-Ungarns auseinander gerissen und verschiedenen Staaten zugeschlagen. Im Vertrag von Trianon (1920) wurden ihre Siedlungsgebiete dreigeteilt. Ein Teil blieb bei Ungarn, der größere Ostteil, in dem die „Banater Schwaben“ mit 23 Prozent der Bevölkerung stark vertreten waren, kam zu Rumänien, der dritte Teil an den neu gegründeten Staat Jugoslawien. Nach dem Ende der gemeinsamen Geschichte hatten die Donauschwaben um die rechtliche Gleichstellung als Staatsbürger und um die Erhaltung ihrer kulturellen Traditionen zu kämpfen. Diese Umstände machten die Donauschwaben besonders anfällig für den Nationalsozialismus.

In ihrer neuen Forschungsarbeit untersucht Mariana Hausleitner das politisch-soziale Verhalten der Schwaben im rumänischen und serbischen Teil des Banat. Gegen den Druck der Rumänisierung wehrte sich bis 1933 eine „Deutsch-Schwäbische Volksgemeinschaft“. In der Zeit von 1933 bis 1941 entstanden in beiden Teilen des Banats radikale Jugendgruppen, die sich den Nationalsozialisten freiwillig unterstellten. Von 1941 – 1944 gingen die Entwicklungen auseinander. Das „serbische“ Banat wurde von der Wehrmacht besetzt, „Volksdeutsche“ wirkten an der Vernichtung der Juden mit. In Rumänien war ein Teil der Donauschwaben ebenfalls an den Gräueln beteiligt. Von 1944 bis 1948 wurden die deutschen Minderheiten in beiden Teilen des Banats kollektiv bestraft. Die Schwaben in Jugoslawien wurden Opfer von Massenmorden, die Überlebenden weitgehend vertrieben. Im rumänischen Banat wurden die Schwaben zwar zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert, konnten sich nach ihrer Rückkehr aber eine neue Existenz in Rumänien aufbauen.

PD Dr. Mariana Hausleitner, geboren in Bukarest, hat sich als Historikerin und Hochschullehrerein vor allem mit der Geschichte Südosteuropas im Faschismus des 20. Jahrhunderts befasst. Zahlreiche Publikationen zur Beteiligung Rumäniens an der Vernichtung der Juden, zu Deutschen und anderen Minderheiten in Ost- und Südosteuropa. Kuratorin der vielbeachteten Ausstellung im Berliner Deutschen Historischen Museum „Die Polizei im NS-Staat“ (2011).

ORT

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Die nächsten Termine:
12. 3. Dagmar Dusil: Lesung aus neuen Texten, begleitet von Marilena Ilea (Klavier) und Catalin Ilea (Cello), Ort: Rumänisches Kulturinstitut
April: Umweltprobleme: Rosia Montana und Fracking in Rumänien (Termin noch offen)


Mittwoch, den 5. Februar 2014, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Dr. Annette Schorb und Roman Gihr (Viscri /Deutsch-Weißkirch)

„Nur mit Bildung lässt sich Armut wirksam bekämpfen“
- Sozialarbeit und Hilfe zur Selbsthilfe in Viscri –
Lichtbilder-Vortrag und Diskussion

Prince Charles ist der berühmteste Tourist und logiert im Dorf in einem eigenen kleinen Häuschen. Als Schirmherr der englisch-rumänischen Mihail Eminescu-Stiftung hat er dem Ort zu beträchtlicher Popularität verholfen. Das kommt auch den verschiedenen sozialen Initiativen zugute, die Viscri - als Deutsch-Weißkirch vor 800 Jahren von Siebenbürger Sachsen gegründet – zu einem ganz besonderen Dorf machen. Heute leben hier Roma, Rumänen und zugezogene Deutsche nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ miteinander und bemühen sich, den Ort aus der postkommunistischen Lethargie heraus zu reißen. Es gibt wieder Schlosser, Schmiede, Schreiner, Maurer, Ziegelbrenner, Maler, Schreiner, Korbflechter und es werden Socken und Pantoffel für den Export gestrickt.
Eines der wichtigsten Projekte ist die Schülerhilfe: Spenden werden gesammelt, damit die Schülerinnen und Schüler die Berufs-und Oberschulen der nahen Städte besuchen können. Der 2001 gegründete Verein „Viscri incepe“ („Viscri legt los“) bündelt die unterschiedlichen Initiativen und entwickelt neue Projekte. Ermöglicht wurden beispielsweise eine Frauen-Weiterbildung für Alten-und Hauspflege, der Besuch beim Zahnarzt oder Frauenarzt ist inzwischen Standard.
Viscri wurde 1999 in die UNESCO-Weltkulturliste aufgenommen – die außergewöhnliche Kirchenburg und das gesamte ursprünglich erhaltene Dorfbild ziehen viele Besucher an und bringen etwas Geld. Wie hat sich das Dorf in den 16 Jahren entwickelt, seit Annette Schorb und Roman Gihr mitarbeiten? Welches sind heutzutage die gravierendsten Probleme? Wie leben die verschiedenen Ethnien miteinander, wo und wann entstehen Reibungspunkte? Wie hat der Tourismus die soziale Lage der Dorfbewohner verändert? Kann Viscri ein Modell sein für die Dorfentwicklung in anderen Regionen Rumäniens?

Die Zahnärztin Dr. Annette Schorb und der Landschaftsarchitekt Roman Gihr liessen sich vor 16 Jahren in Viscri/Deutsch-Weißkirch nieder, wo sie ein Gästehaus betrieben. Schon bald nach ihrer Ankunft sahen sie sich mit bitterer Armut in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft konfrontiert, mit der sie sich zunehmend auseinandersetzen mussten. Zusammen mit anderen zugezogenen Deutschen entwickelten sie eine Reihe sozialer Projekte, wobei immer Hilfe zur Selbsthilfe oberstes Ziel war.

ORT:

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Die nächsten Termine:

26. 2. Dr. Mariana Hausleitner: Die Donauschwaben im rumänischen Banat
12. 3. Dagmar Dusil: Lesung aus neuen Arbeiten, am Flügel: Peter Szaunig
April: Rumänische Umweltprobleme: Rosia Montana und Fracking

Donnerstag, den 23. Januar 2014, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Dr. Karla Engelhard (Wien/Bukarest)

Politischer Ausblick auf Rumänien im Jahr 2014
Veränderungen? Fortschritte? Altbekannte Probleme? Neue Herausforderungen?


Ende des vergangenen Jahres geriet Rumänien wegen beschämender Geschehnisse in die Schlagzeilen deutscher Medien. Im Staatsfernsehen TVR3 sang ein Chor ein Lied, in dem die Judenvernichtung verherrlicht wird. Darüber hinaus wurde bekannt, dass Lucian Bolcas, ein antisemitischer, ultranationalistischer Politiker Verfassungsrichter werden soll. Schließlich beschloss das Parlament ein Gesetz, demzufolge die gewählten Volksvertreter nicht mehr wegen Bestechlichkeit, Amtsmissbrauch und anderer Delikte belangt werden können. Vermutlich wird die EU diese Vorfälle noch im Januar unter die Lupe nehmen. In ihrem jährlichen Bericht untersucht sie regelmäßig die „Fortschritte“ des neuen (seit 2007) EU Mitglieds Rumäniens im Kampf gegen Korruption und für mehr Rechtsstaat.

2014 ist ein Wahljahr in Rumänien. Für Präsident Basescu muss in direkter Wahl ein Nachfolger gefunden werden. Es ist kaum anzunehmen, dass diese altbekannten Probleme - Antisemitismus, der nicht geächtet, Korruption, die nicht ausreichend geahndet wird - im Wahlkampf von den traditionellen Parteien aufgegriffen werden. Welche Rolle aber spielt die sich immer besser vernetzende und organisierende Zivilgesellschaft? Welche Themen werden von den rumänischen Bürgern vorangetrieben? In den deutschen Medien kaum beachtet, demonstrieren seit Wochen Tausende gegen die „Fracking“- Pläne und wegen des die Umwelt bedrohenden Gold-Abbau-Skandals „Rosia Montana“. Und zum Thema „Roma“ ist zu fragen: spielt die Auswanderung so vieler rumänischer Roma nach Deutschland eine Rolle? Was bewirkt die 2012 verabschiedete neue Strategie der Bukarester Regierung zur Integration der rumänischen Roma?

Karla Engelhard beobachtet mit dem neugierigen und kritischen Blick einer erfahrenen Journalistin das Geschehen in Rumänien. Sie absolvierte ein Lehrerstudium in Leipzig und entschied sich nach 1989 für den Journalismus. Erste Radio Erfahrungen beim privaten Sächsischen Rundfunk, Wechsel zum WDR /Köln. Sechs Jahre ARD-Korrespondentin in Moskau für die Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Seit 2011 ARD-Korrespondentin in Wien mit dem Berichtsgebiet u.a. Rumänien und dem Balkan mit Ex-Jugoslawien.

ORT:

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Die nächsten Termine:

5. 2. Annette Schorb/Roman Gihr: Sozialarbeit in Viscri /Deutsch-Weißkirch
26. 2. Dr. Mariana Hausleitner: Die Donauschwaben im rumänischen Banat
12. 3. Dagmar Dusil: Lesung aus neuen Arbeiten, am Flügel: Peter Szaunig

Dienstag, den 3. Dezember 2013, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Prof. Dr. Elmar Schenkel (Leipzig):

Cata/Katzendorf: Mein Jahr in einem rumänischen Dorf

Lichtbildervortrag mit Foto-Arbeiten des Schweizer Fotografen Hans U. Alder und
Erläuterungen von Frieder Schuller, Begründer des „Dorfschreiberpreis“

- anschließend kleiner Empfang –

Wer nach Cata/Katzendorf in der sanften Siebenbürgischen Hügellandschaft reist, begibt sich, so stellte Elmar Schenkel fest, in eine Zeitmaschine. Er sieht ein Dorf, das ihn in die Zeit vor dem ersten Weltkrieg versetzt: Pferdewagen, Peitschenknallen, Schaf-und Büffelherden, ein bröckelnder Kirchturm, das alte Pfarrhaus, Stille, gemächlich tickende Uhren. Als Elmar Schenkel vor zwei Jahren Dorfschreiber von Katzendorf wurde und für das Jahr 2011 das Vortragspult der Universität Leipzig gegen den Küchentisch im Pfarrhaus austauschte, hatte er sich verpflichtet, „sich in die Sprache der Dorfbewohner hineinzufühlen und sich zu wundern“. Sprache? Man spricht rumänisch in Katzendorf. Nur eine alte sächsische Bäuerin spricht noch deutsch. Schenkel lernte die Grundlagen des Rumänischen, um mit den rumänischen und ungarischen Dorfbewohnern ins Gespräch zu kommen sowie mit den Zigeunern (in Cata wollen sie so und nicht „Roma“ genannt werden), die ihn ungemein beeindruckten. Aus der „Pflicht“, sich zu wundern, wurde, so Schenkel rückblickend, ein Geschenk: „Immer wenn ich aus dem Pfarrhof hinaustrat, geschah etwas.“

Der Dorfschreiberpreis wurde von Frieder Schuller begründet, dem aus Katzendorf stammenden Berliner Filmemacher und Lyriker. Gemeinsam mit dem rumänischen Schriftstellerverband und der Zeitschrift „Satul“ (Das Dorf) wurde der Preis 2011 erstmals ausgelobt.

Prof. Dr. Elmar Schenkel ist Schriftsteller und Übersetzer und lehrt an der Universität Leipzig englische Literatur. Er wurde vor allem durch seine literarisch-essayistischen Schriften und Reiseberichte bekannt und wird als „Multitalent“ gelobt. Er erhielt mehrere Literaturpreise, zuletzt 2011 den „Dorfschreiberpreis“ von Katzendorf für „sein waches Weitergeben des geschriebenen Wortes“.

In Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut -

ORT:

im Rumänischen Kulturinstitut, Königsallee 20 A, Berlin 14193 (Grunewald)
S 4 und S 45 Halensee - S 7 und S 9 Grunewald - Bus M 19 Erdener Straße

Nächste Termine:

Januar 2014: Dr. Karla Engelhard (ARD Wien/Bukarest): Politischer Ausblick 2014
Februar: Annette Schorb/Roman Gihr: Sozialarbeit in Viscri /Deutsch-Weißkirch 26.
Februar: Dr. Mariana Hausleitner: Die Donauschwaben im rumänischen Banat



Mittwoch, den 27. November 2013, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Ursula Fernolend (Bukarest)

Korruptionsrisiken in Rumänien:
Hindernisse für Investoren und Gesellschaft
- Wie erkennen? Wie verhindern? -

In Rumänien gehören Korruption und Vetternwirtschaft vielerorts zum täglichen Geschäftsgebaren. Beispielsweise bewusst intransparente Besitzverhältnisse bei Firmen oder Geschäftspartner, die bei öffentlichen Ausschreibungen ihre politischen Beziehungen zu ihren Gunsten spielen lassen. Regelmäßig ermahnt die EU-Kommission Politik und Jurisdiktion, mit größerer Entschiedenheit gegen diese Praktiken vorzugehen, die freilich auch durch das Verhalten der ausländischen Firmen und Investoren verfestigt werden. Sie lassen sich - ob aus Unwissenheit oder durchaus wissentlich - allzu häufig auf diese Praktiken ein. Korruption und Wirtschaftskriminalität sind letzten Endes Risiken, die zu finanziellen Verlusten führen können. Control Risks ist eine weltweit tätige Risikoberatungsfirma. Sie hilft Unternehmen, die in Zentral-und Osteuropa präsent sind oder es werden möchten, Hindernisse zu managen, die nach den internationalen Wirtschafts-und Ethikstandards Geschäftsbeziehungen erschweren oder verhindern könnten. Auch bei einem bereits bestehenden Betrugs- oder Korruptionsverdacht innerhalb eines Unternehmens hilft Control Risks durch interne Ermittlungen bei der Aufklärung und Lösung des Problems.

Ursula Fernolend arbeitet seit 4 Jahren für das Berliner Büro von Control Risks und ist für Rumänien und die Republik Moldau zuständig. Seit Sommer 2013 arbeitet sie von Bukarest aus. Sie stammt aus Deutsch-Weißkirch/Viscri und hat in Klausenburg/Cluj-Napoca Geschichte studiert. Ab 2008 bis zur Bundestagswahl 2009 arbeitete sie im Bundestag für die Deutsch-Rumänische Parlamentariergruppe und das Deutsch-Rumänische Forum als Mitarbeiterin von (Ex)-MdB Susanne Kastner.

ORT:

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse, 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Nächste Termine:

3. Dezember: Prof. Dr. Elmar Schenkel (Leipzig): Mein Jahr in einem rumänischen Dorf

2014

Januar: Dr. Karla Engelhard (ARD Wien/Bukarest): Politischer Ausblick

Februar: Annette Schorb/Roman Gihr: Sozialarbeit in Viscri /Deutsch-Weißkirch

Februar: Dr. Mariana Hausleitner: Die Donauschwaben im rumänischen Banat

Freitag, den 08. November 2013, 18:00 Uhr

Mitgliederversammlung 2013

* TAGESORDNUNG

TOP 1 Begrüßung

TOP 2 Feststellung der Beschlussfähigkeit, Genehmigung des Protokolls der MV 2012

TOP 3 Tätigkeitsbericht 2012

POP 4 Jahresabschlussbericht des Schatzmeisters und Prüfungsbericht

TOP 5 Aussprache

TOP 6 Entlastung des Vorstands und Wahl der Rechnungsprüfer

TOP 7 Neuwahl des Vorstands

TOP 8 Verschiedenes

* Musikalisches Rahmenprogramm

* Kleiner Empfang

ORT:

im Rumänischen Kulturinstitut, Königsallee 20 A, Berlin 14193 (Grunewald)
S 4 und S 45 Halensee - S 7 und S 9 Grunewald - Bus M 19 Erdener Straße

 

Donnerstag, den 24. Oktober 2013, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Dr. Agathe Reingruber und Prof. Dr. Svend Hansen

Archäologie in Rumänien

Die kupferzeitliche Siedlung Pietrele an der unteren Donau und das älteste Gold der Menschheit - Lichtbilder-Vortrag und Poster-Ausstellung

Beim Dorf Pietrele an der unteren Donau fanden Archäologen in zehn Meter hohen Hügeln bei Grabungen Spuren einer reichen Kultur aus dem Jahr 5000 a.D. Sie entdeckten u.a. Fundamente von 120 Häusern, ca. 6.300 Jahre alt, in denen mindestens zweihundert Menschen wohnten. Die Bewohner dieser kupferzeitlichen Siedlung kannten weder Schrift noch Rad, Wagen oder Pferd. Die Funde deuten jedoch darauf hin, dass sie große Kenntnisse in der Herstellung Werkzeugen aus Kupfer, Stein und Knochen hatten und dass sie regen Handel getrieben haben müssen. Sie verwendeten Erze, Mineralien und Gold. Alles Materialien, die in der Walachei so gut wie nicht vorhanden sind. Diese Rohstoffe müssen die Ur-Bewohner der unteren Donau von weit herangeholt haben. Das ging vor 5-6000 Jahren recht gut, denn die Donau war nahe und die jetzt trocken gelegte Landschaft war von kleinen Flüssen und Seen durchzogen. Der Fundreichtum in Pietrele ist außergewöhnlich: Tausende kunstvoll verzierte Gefäße, Werkzeuge, kleine Figuren, Mahl - und Schleifsteine, Scherben, wurden und werden immer noch gefunden, darunter Gegenstände aus Kupfer und Gold. Zu den erstaunlichsten Fundstücken gehören riesige Aufbewahrungsbehälter, teilweise 1,20 Meter hoch und mit einem Fassungsvermögen von 400 Litern, auch sie sorgfältig mit schraffierten Bandzeichnungen versehen und im übrigen deutlich sichtbar repariert.
Die Siedlung Pietrele muss, so haben die Forscher mit neuesten Methoden festgestellt, etwa ab dem Jahr 4.300 a.D. aufgegeben worden sein. Offenkundig gab es eine Katastrophe - was genau passierte, werden die Wissenschaftler vielleicht doch noch herausfinden.

Prof. Dr. Svend Hansen ist Leiter der Eurasien-Abteilung im Deutschen Archäologischen Institut in Berlin; er studierte Ur-und Frühgeschichte, klassische Archäologie, Philosophie und Religionswissenschaften.

Dr. Agathe Reingruber, geboren in Rumänien, studierte klassische Archäologie, Kunstgeschichte, Ur-und Frühgeschichte; sie arbeitet am Deutschen Archäologischen Institut.

In Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut

Ort

im Rumänischen Kulturinstitut,
Königsallee 20 A,
Berlin 14193 (Grunewald)
(S 4 und S 45 Halensee - S 7 und S 9 Grunewald - Bus M 19 Erdener Straße)

Nächste Termine:
- 27. November: Ursula Fernolend (Bukarest): Der Kampf gegen Korruption
- 3. Dezember: Prof. Dr. Elmar Schenkel (Leipzig): Ein Jahr in einem rumänischen Dorf
- Januar 2014: Dr. Karla Engelhard (ARD Wien/Bukarest): Politischer Ausblick auf 2014

Mittwoch, den 4. September 2013 um 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Carmen -Francesca Banciu (Berlin)

Neue Heimat Berlin

Die rumänische Schriftstellerin liest aus veröffentlichten und unveröffentlichten Texten
Der Gast unseres ersten Jour Fixe nach der Sommerpause ist eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Literaturbetrieb: Carmen Francesca Banciu dachte, sprach, träumte und schrieb bis Mitte dreißig auf Rumänisch. Im Jahr 1991 übersiedelte sie nach Berlin und vollzog nicht nur äußerlich einen radikalen Wechsel. Die fremde deutsche Sprache wurde ihre Literatursprache. Ihr gelang, was für Auswanderer und Schriftsteller im Exil meistens eine Hürde bleibt: die intime Aneignung einer unbekannten oder zumindest ungewohnten Sprache.

„ Vaterflucht“, erschienen 1998, war der erste Roman, den sie auf deutsch schrieb – vom Berliner „Tagesspiegel“ gelobt als „Kraft, die den Leser zu fesseln und zu erschüttern vermag“. Ihr letzter Roman, „Das Lied der traurigen Mutter“ erscheint in diesem Jahr auch auf Rumänisch. Mit „Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten“ beendet sie derzeit ihre „Trilogie der Optimisten“.

Seit 2013 ist Carmen Francesca Banciu Mitherausgeberin und stellvertretende Direktorin des transnationalen, interdisziplinären und mehrsprachigen e-magazines „Levure Litteraire“. Für ihre vielfältige schriftstellerische Arbeit erhielt sie zahlreiche Preise; Stipendien und Literarische Aufträge führten sie auch ins Ausland, in die USA, nach Großbritannien, Russland. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, junge Autoren und Journalisten in der kreativen Wahrnehmung zu schulen („Creative Writing“) und gibt seit 1993 Kurse in Deutschland, England, Polen, Rumänien, Italien und den USA.

Carmen Francesca Banciu, 1955 im rumänischen Lipova geboren, studierte Kirchenmalerei und Außenhandel in Bukarest. In Rumänien hatte sie viele Jahre Publikationsverbot, nachdem sie den Internationalen Kurzgeschichten-Preis der Stadt Arnsberg für ihre Erzählung „Das Strahlende Ghetto“ (1985) gewonnen hatte. Sie lebte in Bukarest, Berlin, New York und dann, mit ihren drei Kindern, wieder in Berlin. Sie ist Mitglied des Beirats der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft.

ORT:

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Nächster Jour Fixe:

24. Oktober: Dr. Agathe Reingruber / Prof. Dr. Svend Hansen: Archäologische änischen Prietele – Das älteste Gold der Menschheit

Mittwoch, den 19. Juni 2013, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Elvira Geppert (Berlin)

Filmfestival Cluj: Neues vom Rumänischen Film

- Gespräch und Film- Einspielungen -
Seit 2002 findet Anfang Juni alljährlich in Cluj/Klausenburg das „Transsilvania International Film Festivel (TIFF)“ statt. Der große zentrale Platz vor der Kathedrale verwandelt sich in ein Freilichtkino und in jedem verfügbaren Saal kann man die neuesten rumänischen und jede Menge internationale Filme sehen. Die ganze Stadt wird zum Laufsteg für internationale Kinostars; in den letzten Jahren sah man Julie Delpy, Wim Wenders, Jacqueline Bisset, Udo Kier, Claudia Cardinale oder Vanessa Redgrave, um nur einige zu nennen. Im vergangenen Jahr wurden 240 Filme aus 46 Ländern gezeigt, in den zehn Festival-Tagen kamen über 67.000 Besucher. Trotz aller Internationalität ist Cluj vor allem ein Festival für die Erstaufführung der neuesten rumänischen Filme. Längst hat sich der junge rumänische Film als „Neue Welle“ bei den ganz „großen“ internationalen Festspielen von Cannes,Venedig und Berlin höchste Anerkennung verschafft - zuletzt bei der Berlinale 2013, als der Film „Mutter und Sohn“ (Regisseur Calin Peter Netzer) der Gewinner der Festspiele war. Wer sind die vielversprechenden neuen Regisseure Rumäniens? Welche Themen greifen sie auf? Wie hat sich der rumänische Film in den letzten zwanzig Jahren angesichts zunehmender Öffnung nach Europa künstlerisch und thematisch geändert?

Elvira Geppert ist Filmproduzentin und aus eigener Filmarbeit eine hervorragende Kennerin der rumänischen Filmszene. Mit dem rumänischen Filmemacher Alexandru Solomon hat sie u.a. den aufsehenerregenden Dokumentarfilm „Cold Waves“ gedreht, der die Arbeit von „Radio Free Europe“ im Kalten Krieg unter die Lupe nimmt. Seit fast zehn Jahren ist sie regelmäßige Beobachterin des Filmfestivals Cluj.
Juli und August: Sommerpause!

ORT:

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse, 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Nächste Termine:
6. September: Carmen F. Banciu liest aus ihren neuen Texten
16. Oktober: Dr. Agathe Reingruber über Archäologische Grabungen in Prietele

 

Montag, den 17. Juni 2013, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

„Studierstube Bundestag“ im Jahr 2013
- Erfahrungen, Erlebnisse, Erkenntnisse, Ergebnisse –

Vier junge Rumäninnen berichten über ihr Praktikum
im Deutschen Bundestag

Zum zweiten Mal lädt die Deutsch-Rumänische Gesellschaft junge RumänInnen ein, über ihr Praktikum bei einem Abgeordneten des Deutschen Bundestages zu berichten. Adina Ponta, Ana Nedelcu, Sybille Gimpl und Casiana Petrovan, die vier rumänischen Praktikantinnen des Jahres 2013, haben in Rumänien Europastudien, Jura, Wirtschaftswissenschaften und Germanistik studiert. Ein Jahr lang haben sie als MdB-Assistentinnen im Reichstag gearbeitet und aus nächster Nähe beobachtet, wie die parlamentarische Demokratie in der Bundesrepublik funktioniert, wie Regierung und Opposition im Parlament miteinander streiten und sich manchmal die Bälle auch zuwerfen. Während ihres Studiums haben sie einiges über die rumänische Politik gelernt. Jetzt können sie Vergleiche ziehen zum deutschen Politikbetrieb. Möglich wurde ihr Berliner Aufenthalt durch das „Internationale Parlaments-Stipendium“ (IPS), das der Deutsche Bundestag zusammen mit den drei Berliner Universitäten jährlich an etwa 120 junge Hochschulabsolventen aus rund 30 Nationen vergibt. Der Bundestag aus der Sicht junger rumänischer Hochschulabsolventinnen: Mit welchen Erkenntnissen und Ergebnissen kehren sie nach Rumänien zurück?

ORT:

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse, 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Nächster Jour Fixe:

19. Juni: Elvira Geppert über das Filmfestival in Cluj (Ort: „Leonhardt“)

Juli / August: Sommerpause

Donnerstag, den 13. Juni 2013 um 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Jan Cornelius (Düsseldorf):

„Was sind Sie denn für ein Landsmann?“

Der Schriftsteller liest aus seinem neuen Roman:

„Narrenstück oder das Wundern des Dolmetschers beim Betrachten der Welt“

Seine Muttersprache sei Deutsch, schreibt Jan Cornelius in seinem neuen Roman, doch handelte es sich dabei um „Reschitzarerisch, wie wir es nannten, eine bairisch-österreichische Mundart, ein phonetisches in Reschitz gesprochenes K. und K.-Puzzle, in das eine Menge rumänischer, slawischer und ungarischer Elemente eingedrungen waren“. Die Gewöhnung an das in Westdeutschland gesprochene, ungewohnte (Hoch)Deutsch war nur eine der Schwierigkeiten, die Cornelius bewältigen musste, nachdem ihm seine Flucht aus Rumänien gelungen war. Seine romanhafte Autobiographie heißt nicht umsonst „Narrenstück“ und man versteht, warum Cornelius sich einen Namen als Satiriker gemacht hat: er schildert seine Erlebnisse mit der Securitate, Episoden aus seiner ländlichen Kindheit und Jugend in Rumänien, den Kulturschock in der neuen „Heimat“ Westdeutschland mit bitterer Ironie und beißendem Humor. Aber er lässt auch Wehmut und Sehnsucht nach der verlorenen Zeit durchscheinen, etwa, wie er beschreibt, wie sein Vater ihn in der Klinik besucht und ihm zur Genesung Walnüsse und Honig aus Reschitz bringt, damit er „Nerven aus Stahl“ bekomme. Oder wie in den gemütlich bummelnden rumänischen Zügen die Flasche mit dem Tuica herumgereicht wurde und heute im ICE? „..statt Tuica wir überall Kaffee getrunken.“

Jan Cornelius wurde im rumänischen Banat, in Reschitz, geboren und studierte Französisch, Englisch und Rumänisch. Er lebt seit 1977 in Düsseldorf als Schriftsteller, Kulturjournalist (WDR) und Dolmetscher. Er schreibt u.a. humoristisch- satirische Prosa, Gedichte, Kinderbücher, Kabarett-Texte und Hörspiele.

Ort:

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21
Leonhardtstrasse
10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

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Nächster Termin Jour Fixe: 19. Juni:

Elvira Geppert (Berlin) berichtet vom gerade beendeten Filmfestival Cluj: Das Neueste vom Neuen Rumänischen Film.

Juli und August: Sommerpause!

Montag, den 6. Mai 2013 um 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Christoph Leucht (Berlin)

Mehr Chancen für die Roma in Deutschland

EU-Programm ROMED:

„Trojanische Pferde“, Roma-Aktivisten und Mediatoren

- Vortrag und Diskussion -

Wie können Roma-Kinder für die Schule begeistert, wie Roma-Familien von der Bedeutung von Bildung und Ausbildung überzeugt, wie Lehrern Einsichten in die Roma-Kultur vermittelt, kurzum: wie kann die Zementierung von Ausgrenzung verhindert und wie können Rollen-Vorbilder vermittelt werden? Vor Ort, in Schulen und im direkten Kontakt mit Eltern und Kindern arbeiten die von der EU beauftragten „Mediatoren“ an konkreten Antworten auf diese Fragen. Seit Oktober 2010 werden Roma-Mediatoren für 14 EU-Mitgliedstaaten mit einer großen Roma-Minderheit- wie Rumänien- ausgebildet. Mit Blick auf die Migration von Roma quer durch Europa sind auch in Deutschland einige Dutzend Mediatoren tätig. Allein in Berlin gibt es sieben Roma-Schul-Mediatoren. Theoretisch vorgegeben sind drei Arten der Annäherung an das Problem: Als „trojanisches Pferd“ verschafft sich der Mediator Kontakt zu den Roma-Familien mit dem Ziel, „deren Einstellungen und Verhaltensweisen zu ändern“. Der „Roma-Aktivist“ aus dem Kreis der Roma-Familien kämpft für die Roma-Rechte. Der „interkulturelle“ Mediator konzentriert sich darauf, „beide Seiten zu motivieren, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv am Veränderungsprozess zu beteiligen“.
Christoph Leucht wird aus seiner praktischen Arbeit berichten und anhand von konkreten Beispielen aufzeigen, unter welchen Bedingungen Frustrationen und Mißerfolge vorgezeichnet sind – aber auch Erfolge erreicht werden können.

Christoph Leucht ist studierter Soziologe mit langjähriger Erfahrung in der Integrationsarbeit mit Roma. Seit 2010 trainiert er im Auftrag der EU „Roma-Mediatoren“. In Berlin hat er sich außerdem bei einem Theater-Projekt engagiert, das Nachbarschaften im Wedding-Kiez zu sozialen Netzwerken verbinden will.

Ort:

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21
Leonhardtstrasse
10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

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Nächste Termine Jour Fixe:

13. Juni: Jan Cornelius (Düsseldorf) liest aus seinem neuen Roman „Narrenstück oder das Wundern des Dolmetschers beim Betrachten der Welt“

19. Juni: Elvira Geppert (Berlin) berichtet vom gerade beendeten Filmfestival Cluj: Das Neueste vom Neuen Rumänischen Film

Juli und August: Sommerpause

Mittwoch, den 17. April 2013 um 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

- In Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut -

Liane Birnberg mit Barbara Kasper

„Bukarest – damals“
Erinnerungen an eine Jugend im Bukarester Stadtteil Cauzasi

Filmvorführung - Bildergalerie - Gespräch

- anschließend kleiner Empfang –


Ab 1984 /85 kamen die Abrissbagger und zerstörten Häuser, Kirchen, Schulen, ein Krankenhaus. Bäume wurden ausgerissen, Straßen umgepflügt. Im Auftrag von Nicolae Ceausescu wurde der alte Bukarester Stadtteil, das stimmungsvolle Cauzasi, im wahrsten Sinne des Wortes plattgemacht. Der Diktator brauchte Raum für sein überdimensioniertes, als Parlament gedachtes „Haus des Volkes“. Ceausescu hinterließ ein größenwahnsinniges Projekt, das Tausende Bukarester Heimat- und Obdachlos machte und den rumänischen Staat jährlich Unsummen an Unterhalt kostet.

Das jüdische Viertel Cauzasi ist auf keinem Stadtplan mehr verzeichnet. Hier wuchs Liane Birnberg auf; lange lebte sie in der längst verschwundenen Str. Avram Goldfaden. Auf der Suche nach Spuren der Erinnerung an ihre Kinder-und Jugendzeit reiste die Künstlerin Liane Birnberg gemeinsam mit der Filmemacherin Barbara Kasper vor zwei Jahren nach langer Zeit erstmals wieder nach Bukarest. Der essayistische Erinnerungsfilm „Bukarest- damals“ enthält ihre von Barbara Kasper filmisch ungesetzten Eindrücke und assoziativen Gedankensplitter.

Liane Birnberg hat in Bukarest Musik studiert; sie war u.a. Komponistin und Sängerin der von ihr gegründeten ersten rumänischen Frauen-Rock-Band „Venus“. Nach längeren Aufenthalten in den USA, wo sie Malerei studierte, lebt sie seit 1989 in Berlin. Ihre Malerei, Graphik, Foto-und Videokunst stellte sie zuletzt Anfang diesen Jahres in Atlanta/USA aus.


Barbara Kasper hat an der Deutschen Film-und Fernsehakademie Berlin studiert: Seit 1977 ist sie Produzentin und Dokumentarfilmerin. Sie war außerdem Dozentin für Film und Video an der Universität der Künste Berlin. Zahlreiche ihrer Dokumentarfilme wurden ausgezeichnet (u.a. „Vaterbilder“).

Ort:

Rumänisches Kulturinstitut,
Königsallee 20 A,
Berlin 14193 (Grunewald)
(S 4 und S 45 Halensee - S 7 und S 9 Grunewald - Bus M 19 Erdener Straße)

Die Nächsten Termine:

6. Mai: Christoph Leucht (Brüssel): „ROMED“ – Das EU-Programm zur Integration der Roma


12. Juni: Jan Cornelius (Düsseldorf) liest aus seinem neuen Roman „Narrenstück oder das Wundern des Dolmetschers beim Betrachten der Welt“


19. Juni: Elvira Geppert berichtet über das gerade beendete Filmfestival Cluj: „Das Neueste vom Neuen Rumänischen Film“


Juli und August: Sommerpause!

Mittwoch, den 20. März 2013 um 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Rechtsanwalt Dr. Gisbert Stalfort (Berlin/Bukarest)

Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit in Rumänien
Eine aktuelle Bestandsaufnahme

- Vortrag und Diskussion –

Die politischen Ereignisse des vergangenen Jahres haben dazu geführt, dass das Vertrauen in den rumänischen Rechtsstaat beeinträchtigt wurde. Die EU-Kommission zeigte sich im Fortschrittsbericht vom Juli 2012 (zum Stand der Justiz und den Reformen in Rumänien) zutiefst besorgt über die politischen Turbulenzen, die gleichermaßen auf das Konto von Regierungschef Ponta und Präsident Basescu gingen.
Zugleich übermittelte die EU an Rumänien 11 Forderungen für die Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit. Über deren Umsetzung veröffentlichte die EU-Kommission Ende Januar 2013 einen Sonderbericht. Darin wird kritisiert das Verhalten des Parlaments, die mangelnde Integrität von Führungspersönlichkeiten, die Missachtung des Verfassungsgerichts. Zur Unabhängigkeit der Justiz heißt es schnörkellos:
„Die politisch motivierten Angriffe auf die Justiz haben … nicht aufgehört. Ein kritischer Punkt ist … die Akzeptanz gerichtlicher Entscheidungen: Hierzu ist erforderlich, dass die gesamte politische Klasse einvernehmlich davon Abstand nimmt, gerichtliche Entscheidungen zu verunglimpfen, die Glaubwürdigkeit von Richtern zu untergraben oder sie unter Druck zu setzen.“
Unabhängig von den politischen Ereignissen des letzten Sommers bietet das rumänische Recht trotz Rückschlägen, Lücken und Mängeln bei der Umsetzung jedoch auch adäquate, sinnvolle und fortschrittliche Regelungen. Es hält auch Besonderheiten parat, die man kennen sollte, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.

Rechtsanwalt Dr. Gisbert Stalfort ist Managing Partner bei STALFORT Legal. Tax. Audit und seit 1997 im Bereich der Deutsch-Rumänischen Rechts-und Wirtschaftsbeziehungen aktiv. Die Kanzlei unterhält Büros in Berlin, Bukarest, Hermannstadt und Bistriz. Dr. Stalfort ist Mitglied der deutschen und rumänischen Rechtsanwaltskammer.

ORT:

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

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Nächste Termine Jour Fixe:

17. April: Liane Birnberg/Barbara Kasper (Berlin): „Bukarest – damals“ Filmvorführung und Bildergalerie
6. Mai: Christoph Leucht (Brüssel): „ROMED“ – Das EU-Programm zur Integration der Roma
12. Juni: Jan Cornelius (Düsseldorf) liest aus seinem neuen Roman „Narrenstück oder das Wundern des Dolmetschers beim Betrachten der Welt“

Mittwoch, den 20. Februar 2013 um 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Prof. Dr. Wilfried Heller (Potsdam/Berlin)

Rumänien: Wer bleibt? Wer geht? Wer kommt?
- Migration in, aus und nach Rumänien -

Nach dem Ende des Kommunismus nutzten viele Rumänen die lange ersehnte Reisefreiheit und wanderten wegen der unübersichtlichen politischen und unsicheren wirtschaftlichen Situation aus. Bis 1993 verließen rund 170.00 Menschen legal das Land, vor allem Deutsche und Ungarn. Der Beitritt Rumäniens zur EU im Jahre 2007 erleichterte die Auswanderung. Man schätzt, dass 3,4 Millionen Rumänen, davon nur 1,2 Millionen mit legaler Arbeitsgenehmigung, in der EU oder sonstwo im Ausland arbeiten. Es sind teils hochqualifizierte Arbeitskräfte, die dem Land Rumänien fehlen, um die Wirtschaft zu modernisieren und den Bildungsstandard aufrecht zu erhalten.

Mit bisher mäßigem Erfolg versucht die rumänische Regierung, die Abwanderung durch gezielte Einwanderungsprogramme auszugleichen. In Bukarest gibt es mittlerweile chinesische Märkte und viele Arbeitskräfte kommen aus der Türkei. Auch im Land selber haben erhebliche Wanderungsbewegungen vom Land in die Städte aber auch innerhalb bestimmter ländlicher Gegenden eingesetzt. Die Folge sind neue soziale Probleme, von denen das durch westliche Medien bekannt gemachte Elend der in Rumänien zurückgelassenen Kinder der Wanderarbeiter nur eines von vielen ist.

Prof. Dr. Wilfried Heller hat als Universitätsprofessor für Sozial- und Kulturgeographie u.a. das Institut für Geographie an der Universität Potsdam aufgebaut. Er ist ein herausragender Kenner der Situation der ethnischen Minderheiten in Südosteuropa.

Ort:

im Rumänischen Kulturinstitut, Königsallee 20 A, Berlin 14193 (Grunewald)
S 4 und S 45 Halensee - S 7 und S 9 Grunewald - Bus M 19 Erdener Straße

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Nächster Jour Fixe am 20. März im „Leonhardt“: Rechtsanwalt Dr. Gisbert Stalfort über „Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit in Rumänien“


Mittwoch, den 13. Februar 2013, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Prof. Dr. Ruxandra Demetrescu (Bukarest):

Rumänische Kunst zwischen gestern und morgen
Aktuelle Tendenzen in der bildenden Kunst

- Lichtbildervortrag und Diskussion -

Die lebendige, sprühende Kunst-und Kulturszene Rumäniens, die man vor allem in Bukarest erleben kann, ist mittlerweile auch international „In“. Der neue rumänische Film heimst einen Preis nach dem anderen ein und hat Weltruhm erreicht. Junge Schauspieler wagen die Gründung kleiner Off-Theater. Ein internationales Fachpublikum besucht die vielen neuen Kunstgalerien, die „Bukarest-Biennale“, die „Lange Nacht der Galerien“.

Das Ende des Ceausescu-Regimes befreite auch Kunst und Künstler von den Fesseln des staatlich reglementierten Kulturbetriebs und der weitgehenden Isolation und Abgeschiedenheit von internationalen künstlerischen Entwicklungen. Denkmuster und Verhaltensweisen, die sich in die rumänische Gesellschaft tief eingeschliffen hatten, werden seit den 1990ziger Jahren in allen Bereichen der Kunst thematisiert. Viele bildende Künstler wie Ion Grigorescu, Geta Bratescu, Stefan Caltia sind schon lange bekannte Größen. Nun aber erobert die Malerei und Videokunst junger rumänischer Künstler den internationalen Kunstmarkt.

Hat sich die bildende Kunst seit den 1990ziger Jahren geändert? Welche aktuellen Tendenzen prägen heute die bildende Kunst Rumäniens? Wie und mit welchen Aussagen kommentieren die Künstler die politischen und sozialen Realitäten des Post-Kommunismus in Rumänien?

Prof. Dr. Ruxandra Demetrescu ist Professorin für Kunstgeschichte und Kunsttheorie an
der Staatlichen Universität der Künste in Bukarest, deren Rektorin sie von 2006 bis 2012
war. Von 1999 bis 2003 war sie die erste Leiterin des Rumänischen Kulturinstituts in
Berlin.

Ort:

Restaurant „Leonhardt“
Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse
10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Nächster Jour Fixe am 20. Februar im Rumänischen Kulturinstiut RKI: Prof. Dr. Wilfried Heller über „Migration in, aus und nach Rumänien“.

Mittwoch, den 23.Januar2013, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Matthias Jobelius (Bukarest)

Rumänien nach den Dezember-Wahlen

- Vortrag und Diskussion -

Die Parlamentswahlen vom 9. Dezember ergaben einen klaren Sieg für das sozialliberale Wahlbündnis USL von Ministerpräsident Victor Ponta: seine Koalition erhielt rund 60 Prozent der Stimmen. Überraschend schnell, schon eine Woche später, erteilte der rumänische Präsident Traian Basescu dem Wahlsieger Ponta den Auftrag zur Bildung einer Regierung. Die Berufung und Vereidigung des neuen Kabinetts Ponta wird im Laufe des Januar 2013 erwartet.

Mit dem eindeutigen Votum der Wähler ist zwar eine Entscheidung gefallen – aber entschieden ist noch nichts. Wohin Rumänien innen- und außenpolitisch steuert, ist nach dem klaren Ponta-Sieg so unklar wie vor den Dezember-Wahlen. Unter Anspielung auf die erbitterten Machtkämpfe und seinen Versuch, den verhassten Rivalen Basescu im Sommer 2012 abzusetzen, sagte Ponta zwar, die Wahlen hätten den „Bürgerkrieg“ im Lande beendet. Ungewiss ist aber, wie die „Cohabitation“ zwischen Präsident und Ministerpräsident vonstatten gehen könnte. Wichtige Personalentscheidungen - bei den höchsten Gerichten, bei der Anti-Korruptionsbehörde ANI – könnte Ponta nutzen, um seine Macht auszubauen und, unter anderen, die Kompetenzen des Präsidenten zu beschneiden. Die Europäische Union wird die Entwicklung intensiv beobachten müssen.

Matthias Jobelius leitet seit Mai 2012 die Bukarester Repräsentanz der Friedrich-Ebert-Stiftung für Rumänien und Moldau. Er studierte Politikwissenschaften in Berlin und London und war vor seiner Berufung nach Bukarest u.a. Regionalkoordinator der FES für den Südkaukasus.

ORT:

Restaurant „Leonhardt“
Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse,
10627 B-Charlottenburg

(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

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Nächster Jour Fixe am 20. Februar im Rumänischen Kulturinstitut RKI:
Prof. Dr. Wilfried Heller über „Migration in, aus und nach Rumänien“

Freitag, den 14. Dezember 2012, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Zum 100. Geburtstag des Dirigenten Sergiu Celibidache:
Crisula Stefanescu (München) präsentiert ihr neues Buch

„Sergiu und Ioana Celibidache - Geheimnisse einer großen Liebe“

Lesung – Film - Gespräch

- anschließend kleiner Adventlicher Empfang –

Sie waren Rumäniens außergewöhnlichstes Künstlerpaar: Sergiu Celibidache (1912 – 1996), der charismatische Dirigent, der Konzerte in magische Klangereignisse verwandelte und seine Frau Ioana Celibidache (1924 ? – 2012), die berühmte Malerin, deren zarte, abstrakte, von Paul Klee inspirierte Gemälde in Museen der ganzen Welt gesammelt werden. Die beiden lernen sich 1970 in Buenos Aires kennen: es ist Liebe auf den ersten Blick, eine „amour fou“, so dass Ioana, zum zweiten Mal verheiratet, dem Dirigenten nach Wien folgt und bei ihm bleibt, obwohl ihr Ehemann erst nach 15 Jahren in die Scheidung einwilligt. Dies glänzend schöne Paar wird 45 Jahre in einer von Liebe und gegenseitigen Respekt getragenen Beziehung zusammen leben, ohne dass es – wie man aus dem Buch erfährt – jemals Affären gab.

Crisula Stefanescu hat 2011 mehrere Interviews mit Ioana geführt und sie kaleidoskopartig in einem Buch gebündelt. Ioana gibt Auskunft über das bewegte Leben in der Hochkultur der Welt an der Seite eines der bestbezahlten, berühmtesten Dirigenten; sie berichtet, wie Celibidache gekränkt war, als die Berliner Philharmoniker 1954 Karajan, und nicht ihn, zu ihrem Chefdirigenten wählten. Wir erfahren von seiner triumphalen Rückkehr zu den Berliner Philharmonikern 1992, nach 40 Jahren, mit Bruckners 7. Sinfonie, auf Einladung des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker; über seine gefeierten Dirigate als Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker (von 1979 bis zu seinem Tod); über seine Ablehnung jeglicher Musik-Vermarktung per CD.

Um einen Eindruck von der großen Kunst des Dirigenten zu vermitteln, ergänzen wir Lesung und Gespräch durch Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm über Celibidache. Sein ungewöhnlicher, gegen Ende seines Lebens extrem langsamer Dirigierstil begeisterte seine Anhänger, brachte ihm aber auch Kritik ein.

Crisula Stefanescu studierte Philologie in Bukarest, emigrierte 1982 nach Deutschland, war Journalistin bei Radio Free Europe und widmet sich seit 1995 der Schriftstellerei.

Ort:

im Rumänischen Kulturinstitut, Königsallee 20 A, Berlin 14193 (Grunewald)
S 4 und S 45 Halensee - S 7 und S 9 Grunewald - Bus M 19 Erdener Straße

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Januar-Jour Fixe im „Leonhardt“ zu den rumänischen Wahlen im Dezember; Termin und ReferentIn werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Dienstag, den 27. November 2012, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Dr. Hildrun Glass (München)

„Das Schicksal der rumänischen Juden im 2. Weltkrieg“

Deutschland und der Holocaust in Rumänien während des Antonescu-Regimes

Vortrag und Diskussion

Während der Herrschaft des faschistischen Diktators Ion Antonescu (1940-1944) stand Rumänien im 2. Weltkrieg an der Seite Deutschlands. Rumänien wurde quasi ein Satellitenstaat von Nazi-Deutschland und betrieb ebenfalls die Entrechtung, Verfolgung und Ermordung der Juden. Schätzungsweise 300.000 wurden ermordet. An Gewaltorgien und Pogromen gegen die Juden, wie 1941 in Odessa oder in Iasi, beteiligten sich Polizei und Militär. Welche Rolle spielte dabei der übermächtige deutsche Bündnispartner? Wurde Antonescu gezwungen, dem deutschen Druck nachzugeben?

Hildrun Glass weist nach, dass das Antonescu-Regime ein Klima der Gewalt gegen Juden (und Roma) in allen Teilen des Landes schuf, dass es zutiefst von antisemitischer Ideologie durchdrungen war und eigenständige Planungen zur Entfernung der Juden aus Rumänien verfolgte. Jedoch waren deutsche Berater in die Vorgänge um die Deportationen der Juden aus Bessarabien und aus der Bukowina nach Transnistrien von Anfang an verwickelt. Antonescu ließ jedoch nicht, wie von Deutschland gefordert, rumänische Juden in die Gaskammern deportieren, weshalb die rumänischen Verbrechen an den Juden allgemein kleingeredet wurden.

Hildrun Glass kommt anhand neuer Quellen zu dem Schluss, „dass damit die Verteidigungslinie fortwirkte, die das Antonescu-Regime bereits seit Ende 1942 gegenüber den Westmächten aufzubauen begonnen hatte“.

Dr. Hildrun Glass, geboren in Varia, Rumänien, ist Osteuropa-Forscherin. Sie studierte Ost-und Südosteuropäische Geschichte, lehrt an der Münchner Universität und forscht über den Holocaust in Rumänien und in Gebieten, die unter deutscher Militärverwaltung standen.

Ort:

im „Leonhardt“
Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse
10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Jour Fixe, 14.12.: Zum 100. Geburtstag des Dirigenten Sergiu Celibidache: Crisula Stefanescu über „Sergio und Ioana Celibidache-Geheimnisse einer großen Liebe“ (im RKI)


16.11.2012 bis 28.11.2012

Goldbach im Goldrausch

Ausstellung rumänischer KünstlerInnen zum Goldabbau-Projekt in Rosia Montana/Rumänien

Vom 16. bis 28. November zeigen in der Weddinger Galerie Prima Center Berlin sieben rumänische KünstlerInnen in dokumentarischen und künstlerischen Arbeiten ihre Sicht auf den geplanten Goldabbau in Rosia Montana/Rumänien.

Rosia Montana ist eine Goldgräberstadt deren Minen über die Jahrhunderte ausgebeutet wurden. Eine rumänisch-kanadische Firma hat die Mine gekauft und plant den Abbau, des in der Erde verbliebenen Goldes, durch den preiswerten und effektiven Einsatz von Zyanid. Zyanid ist ein hochgiftiges chemisches Gemisch, das gravierende Umweltschäden hinterlassen kann. Für die Durchführung des Abbaus muss die gesamte Bevölkerung der Stadt Rosia Montana und der Umgebung umgesiedelt werden. Ein Großteil der rumänischen Bevölkerung verbindet dennoch Hoffnungen mit dem geplanten Goldabbau, vor allem wirtschaftliche Interessen stehen dabei im Vordergrund. Die Folgen für Natur, das kulturelle Erbe und die betroffenen Anwohner sind ungewiss.

Die Ausstellung spannt einen Bogen zwischen Kunst und Politik und befasst sich mit einem aktuell sehr umstrittenen Thema.

Zur Eröffnung der Ausstellung wird die Aktivistin Alina Banu der NGO Save Rosia Montana eine inhaltliche Einführung und einen Überblick über die aktuellen Geschehnisse geben.

Mitveranstalter:

Die Ausstellung wird unterstützt durch:

- die Deutsch-Rumänische Gesellschaft e.V.
- das Osteuropainstitut der FU Berlin
- die Frauenförderung des Osteuropainstitut der FU Berlin.

Filmvorführung und inhaltiche Einführung: 16. November 2012, 18 Uhr
Vernissage: 16. November 2012, 20 Uhr

Ausstellungsdauer:

17. bis 28. November 2012

Ort:

Prima Center Berlin, Biesentalerstr. 24, 13359 Berlin,

http://www.prima-center.net

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag, 15.30 - 19.30 Uhr und nach Vereinbarung: +49 (0)176 99045693

Es wird außerdem der Film

"Rosia Montana – Ein Dorf am Abgrund"

von Fabian Daub gezeigt.

Die Berlinpremiere findet bereits

am 18. Oktober

im Kino Babylon

Berlin Mitte

statt.

Wir zeigen den Film am 16. November im Rahmen unserer Ausstellungseröffnung um 18 Uhr.

http://goldbachimgoldrausch.wordpress.com/

Dienstag, den 30. Oktober 2012, 19.00 Uhr

Jour Fixe

Karsten D. Voigt (Berlin)

„Rumänien und Russland – eine schwierige Beziehung“

Alte Konflikte und neue Interessen– Neue Konflikte und alte Interessen
Vortrag und Diskussion

Ort:

Europäische Akademie Berlin
Bismarckallee 46-48,
14193 B-Grunewald
(Bus M 19 Haltestelle Taubertstrasse)
(Bitte unbedingt anmelden unter: eab@eab-berlin.eu Tel.89 59 51 0)

Die Beziehungen zwischen Rumänien und Russland sind geprägt von einer langen und komplizierten Geschichte, die als düsteres Erbe die Bemühungen um ein Vertrauensverhältnis erschwert. Lange Jahre, von 1944 bis 1989, hatten Russland beziehungsweise die Sowjetunion mit dem damaligen „Satellitenstaat“ Rumänien eine gemeinsame Grenze. Während dieser Zeit waren sie sowohl – nach außen - Verbündete, als auch – nach innen - Gegner.
Im I. Weltkrieg war Rumänien ein Verbündeter Russlands. In der ersten Hälfte des II. Weltkrieges kämpfte Rumänien an der Seite von Hitler-Deutschland. Am 23.August 1944 wechselte Rumänien die Fronten und kämpfte an der Seite der Sowjetunion und der westlichen Alliierten gegen das nationalsozialistische Deutschland. Der Krieg war noch nicht zu Ende, als den Rumänen durch Druck aus Moskau und die Anwesenheit sowjetischer Truppen ein kommunistisches Regime aufgezwungen wurde, das sich nie auf eine Mehrheit in der Bevölkerung stützen konnte. Im Juli 1958 wurden die sowjetischen Truppen abgezogen. Dies begünstigte zwar eine nationalere, von Moskau unabhängigere Außenpolitik. Die repressive Innenpolitik aber blieb. Nach dem gewaltsamen Ende des kommunistischen Regimes im Dezember 1989 blieb das Misstrauen zwischen Rumänien und dem großen Nachbarn im Osten.
Auf verschiedenen Fachtagungen haben beide Seiten versucht, die Ursachen des lange gewachsenen Misstrauens zu ergründen. Fazit: Soweit dies Misstrauen auf geschichtlichen Erinnerungen beruhte, konnten sich Rumänen und Russen zum Teil noch nicht einmal auf die Fakten, geschweige denn auf deren Bewertungen einigen.

Karsten D. Voigt ist Ex-Regierungs-Beauftragter für die Deutsch-Amerikanischen Beziehungen. Als langjähriger SPD-Bundestagsabgeordneter war einer der profiliertesten Außenpolitiker und Experte für die Sicherheitspolitik von NATO und EU.

Anschliessend kleiner Umtrunk

Freitag, 19. Oktober 2012, 19: 30 Uhr

Lesung

Catalin Dorian Florescu (Zürich)
liest aus seinem letzten Roman

„Jacob beschließt zu lieben“

und diskutiert mit Hermine-Sofia Untch und mit dem Publikum

„Catalin Dorian Florescu katapultiert sich mit seinem neuen Roman in die vorderste Reihe unserer Literatur. …Kaum einer erzählt mit so viel Kraft, Sinnlichkeit, Wärme, mit einem so grossen, Jahrhunderte umfassenden Atem, so ruhig und furchtlos, vor Brutalität und Grausamkeit so wenig zurückschreckend wie vor leiser Zärtlichkeit und Wehmut. Was für ein Erzähler! …“ so begeistert rezensierte Elke Heidenreich in der Frankfurter Allgemeinen (FAZ) den Roman „Jacob beschließt zu lieben“, aus dem der rumänisch-schweizerische Schriftsteller lesen wird. Das Familienepos spielt im Banat und erstreckt sich über die Jahrhunderte. Florescu erzählt mit großer Phantasie das Los lothringischer Einwanderer ins Banat. Geschildert wird eine uns manchmal archaisch anmutende, vergangene Welt, ein Sittenbild, in der den Bauern ihr Acker, von dem sie leben, ihre Heimat, alles bedeutet.

Catalin Dorian Florescu ist eine Ausnahmeerscheinung im literarischen Leben Europas. Geboren 1967 in Timisoara war Rumänisch die Sprache seiner Kindheit und Jugend, seine Muttersprache. Die Sprache des Schriftstellers ist jedoch das Deutsche, das ihn als Teenager, erst nach seiner endgültigen Emigration in die Schweiz, im Jahr 1982, täglich umgab und seinen Sprachsinn formte. Der vielfach Ausgezeichnete heimste seine vielen Literaturpreise für die auf Deutsch geschriebenen Werke ein; für das Jacob-Buch erhielt Florescu im Jahr 2011 den Schweizer Buchpreis, den wichtigsten Literaturpreis, den die Schweiz zu vergeben hat.
Auch sein „beruflicher“ Werdegang zeichnet den Schriftsteller als eine besondere Persönlichkeit aus. Florescu studierte an der Universität Zürich Psychologie und Psychopathologie. Von 1995 bis 2001 war er als Psychotherapeut in einem Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige tätig. Weiterbildung in Gestalttherapie. Seit Dezember 2001 ist er freier Schriftsteller und veröffentlichte seither über ein Dutzend Erzählungen, Romane, Essays. Von 2007-2008 war er auch als Suchtberater tätig.
Sein erster Roman „Wunderzeit“ erschien 2001 und verschaffte ihm sogleich etliche Stipendien und im Jahr 2002 den Chamisso-Förderpreis der Bayerischen Akademie 2002. Der Roman Zaira, aus dem er ebenfalls lesen wird, erschien im Frühling 2008 und wurde prompt der Spitzentitel im C.H. Beck Verlag.


Hermine-Sofia Untch ist stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft und studierte Historikerin.

ORT

Rumänisches Kulturinstitut, Königsallee 20 A, Berlin 14193 (Grunewald)
S 4 und S 45 Halensee - S 7 und S 9 Grunewald - Bus M 19 Erdener Straße


Freitag, den 28. September 2012 von 17:00 bis 22:00 Uhr

20-Jahr-Feier

Die Deutsch-Rumänische Gesellschaft wurde vor 20 Jahren gegründet.

Wir möchten Sie zur Geburtstagsfeier einladen:

im Rumänischen Kulturinstitut,
Königsallee 20 A, 14193 Berlin

ANMELDUNG:

Dr. Gerhard Köpernik
g.koepernik@yahoo.de
Tel. 030-30 12 72 42

PROGRAMM

Wir wollen nach einer kurzen Begrüßung und einer Rede von Dr. Pertsch unsere Mitglieder der „ersten Stunde“ ehren, uns über einen Sketch, gelesen von Ionut Chiriac amüsieren, an einem Gespräch zwischen Dr. Kai-Olaf Lang und Dr. Anneli Ute Gabanyi über „Rumänien in der EU“ teilnehmen und schließlich am Buffet rumänische Spezialitäten genießen. Andrei Ciobanu (Geige) und Giorgiana Bailicenco (Klavier) sowie der junge David Ion (Geige) werden das Ganze mit Musik einrahmen.

17:00 Uhr

Begrüßung durch

Cristina Hoffman (Leiterin Kulturinstitut)
Präsident Gerhard Köpernik und
S.E.Botschafter Dr. Lazar COMANESCU

17:15 Uhr

Andrei Ciobanu (Violine, München) und Giorgiana Bailicenco (Klavier, Berlin) spielen
• Tartini-Kreisler - Variationen über ein Thema von Corelli für Klavier“
• J.S. Bach - Adagio und Fugue von der Solosonata für Violine BVW 1001

17:30 Uhr

Rede Dr. Dietmar Pertsch „20 Jahre Deutsch-Rumänische Gesellschaft“
Anschließend Ehrung von neun Mitgliedern, die 1992 der Gesellschaft beigetreten sind.

18:00 Uhr

Andrei Ciobanu und Giorgiana Bailicenco spielen
• Ciprian Porumbescu - "Balada" für Violine und Klavier (12 min)

18:15 Uhr

Ionut Chiriac, Schauspieler, liest: „Eine Kette kleiner Schwächen“ von Ion Luca Caragiale

18:30 Uhr

Gespräch zwischen Dr. Kai-Olaf Lang (Stiftung Wissenschaft und Politik, stv. Leiter der Forschungsgruppe EU-Integration) und Annely Ute Gabanyi (Politikwissenschaftlerin, ehemals Stiftung Wissenschaft und Politik) über „Fünf Jahre Rumänien in der EU“ , Moderation: Marianne Theil

19:30 Uhr

Andrei Ciobanu und Giorgiana Bailicenco spielen
• Maurice Ravel - Rapsodie "Tzigane" für Violine und Klavier
• Bela Bartok - Sechs rumänische Volkstänze - für Klavier (6 min)

20:00 Buffet
„ Unterhaltungsmusik“ von mit David Ion
Aufführung von 3 Kurzfilmen mit Stücken von Caragiale

22:00 Schluss

Donnerstag, den 20. September 2012, 19.00 Uhr

Jour Fixe

EINLADUNG

Sven-Joachim Irmer (Bukarest)

Vor Ort: Aktueller Bericht zur Lage in Rumänien

Seit der Sozialdemokrat Victor Ponta am 7. Mai 2012 vom rumänischen Parlament mit deutlicher Mehrheit zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, kommt Rumänien nicht zur Ruhe: Schlagzeilen wie: „Staatsstreich“, „Demontage des Rechtsstaats“, „Brandbrief aus Brüssel“, „Plagiatsvorwürfe gegen den Ministerpräsidenten“, „Fassadendemokratie oder nachhaltige Transformation?“, „Ponta beruft Holocaust-Leugner als Minister“, „Erbitterter Streit zwischen Ponta und Basescu“, „Referendum gegen Basescu gescheitert“ spiegeln die Ereignisse, deren Dramatik das Land politisch und wirtschaftlich lähmt und die dem Ansehen des jungen EU-Mitglieds schaden.

Die Auseinandersetzungen zwischen dem (konservativen) Präsidenten Traian Basescu und Ponta, die geradezu hasserfüllten Auseinandersetzungen zwischen den Regierungs- und den Oppositionsparteien führten zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten und zu einer Staatskrise in Rumänien. In Eildekreten setzte Ponta das Vetorecht des Verfassungsgerichts für das Amtsenthebungsverfahren außer Kraft und führte eine einfache Mehrheit bei der Volksbefragung ein. Dieser und andere Schritte veranlassten die Europäische Union, Ponta nach Brüssel einzubestellen, woraufhin der Ministerpräsident Mitte Juli 2012 eine Reihe der von der EU geforderten Maßnahmen zusagte, mit denen das internationale Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit Rumäniens wieder hergestellt werden soll.

Sven-Joachim Irmer hat am 1. Juli 2012 die Leitung der Bukarester Dependance der Konrad Adenauer-Stiftung (KAS) übernommen. Der Politik-Profi hat als Insider die Ereignisse in Bukarest vor Ort intensiv verfolgen können. Irmer studierte Sozialpädagogik und Betriebswirtschaft und arbeitete vor seiner Tätigkeit für die KAS bei der „Steltemeier Strategieberatung for Public Affairs“.

Ort:

„Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Nächste Termine:

Feier zum 20 jährigen Bestehen der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft am Freitag, den 28. September 2012, 17.00 Uhr, im Rumänischen Kulturinstitut. Einladung folgt!

Jour Fixe Dienstag, 30. Oktober: Karsten D. Voigt, Ex-Regierungs-Beauftragter für die Deutsch-Amerikanischen Beziehungen über die schwierigen Beziehungen zwischen Russland und Rumänien, 19.00 Uhr, Europäische Akademie, Einladung folgt.


Dienstag, den 26. Juni 2012, 19.00 Uhr

EINLADUNG

Jour Fixe

Natalia Toma und Alina Banu:

Rosia Montana: Der Fluch des Goldes
Der Kampf um die Zukunft von Europas größter Goldmine.

Wem gehört der märchenhafte Schatz in den Bergen um Rosia Montana in den rumänischen Westkarpaten? Dort lagern 300 Tonnen Gold und 1500 Tonnen Silber, nach derzeitigen Preisen ein Wert von mindestens 14 Milliarden Euro. Diesen Schatz will die kanadisch dominierte internationale Investorengruppe RMGC im Eiltempo aus den Bergen herausholen. Dazu soll hochgiftiges Zyanid verwendet werden, sollen Bergkuppen gesprengt und Tausende Menschen umgesiedelt werden.


Der RMGC (Rumäniens Anteil: 19 Prozent) gehört schon jetzt fast das gesamte Land über Europas größter Goldmine. Die Bauern verkauften es gegen das Versprechen neuer Arbeitsplätze. Nun könnte sie loslegen – vorausgesetzt, die rumänische Regierung gibt grünes Licht. Die Verzögerung in den Genehmigungsverfahren haben rumänische UmweltAktivisten und Denkmalschützer erreicht. Ihr Widerstand wird von Gruppen aus Westeuropa und dem benachbarten Ungarn unterstützt. Vor allem, seit vor 12 Jahren durch einen Bergwerks-Dammbruch bei Baia Mare Zyanid in die Theiss gelangte.

Wie verhält sich die rumänische Regierung in diesem Konflikt zwischen Umwelt und Arbeitsplätzen, wie die EU? Mit welchen Methoden versucht RMGC seine Ziele durchzusetzen? Wie groß ist der Widerstand der Bauern? Gibt es alternative, umweltfreundlichere Techniken um das Gold abzubauen? Sollte das Gold im Berg bleiben? Welche Alternativen gibt es, um Einkommen und Arbeitsplätze in dieser armen Gegend zu schaffen?

Natalia Toma ist klassische Archäologin und Denkmalschützerin und engagiert sich seit etwa fünf Jahren für Rosia Montana. Sie stammt aus Tulca und lebt seit zehn Jahren in Berlin.

Alina Banu ist seit mehreren Jahren für die Kampagne „Save Rosia Montana“ unterwegs. Sie studierte nordische Sprachen und ist Designerin. Sie stammt aus Cluj und lebt seit drei Jahren in Hamburg.

Juli/August: Sommerpause! Thema und Termin des nächsten Jour Fixe werden rechtzeitig bekannt gegeben!


09. Juni 2012 um 16:30 Uhr

EINLADUNG

Festprogramm zum 100. Todestag des rumänischen
Schriftstellers und Dramatikers Ion Luca Caragiale

Programm

16:30 Uhr: Kurze Einführung zur Geschichte des Hauses und zur Geschichte der Caragiale-Stele in Pankow (Hr. Hackert, Hr. Dr. Köpernik)

16:45 Uhr: Einführung in das Leben und Werk Caragiales (Hr. Chiriac)

17:05 Uhr: Vorführung des Films "Das Brot des Exils" über Caragiales Zeit in Berlin

17:35 Uhr: Kurze Pause und Gedankenaustausch

17:50 Uhr: Zweisprachige Lesung von Texten Caragiales (Fr. Dimitrow, Hr. Chiriac)

18:20 Uhr: Eröffnung einer kleinen Ausstellung zum Leben und Werk Caragiales und zur
Geschichte der Caragiale-Stele

19:00 Uhr: Ausklang und Gedankenaustausch

Veranstaltungsort:

Jugendkulturzentrum„M24“
Mühlenstraße 24 in
13187 Berlin-Pankow

Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Jugendkulturzentrum „M24“ und der
Deutsch-Rumänischen Gesellschaft organisiert.

Mittwoch, den 23. Mai 2012, 19.00 Uhr

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Markus Bauer und Gerhard Ortinau (Berlin)
„Am Anfang war das Gespräch“
Vierzig Jahre „Aktionsgruppe Banat“


Diese rebellischen jungen Autoren erlangten öffentliche Aufmerksamkeit erstmals im Frühjahr 1972: die „Neue Banater Zeitung“ brachte unter dem Titel „Am Anfang war das Gespräch“ ihr Rundtischgespräch, bei dem sie sich programmatisch zu Literatur , Wahrnehmung und Wirklichkeit äußerten. Damit war die „Aktionsgruppe Banat“ gegründet – ein fester Kreis literarischer Intellektueller, die Provokationen und Bespitzelungen nicht fürchteten. Herta Müller gehörte erst später dazu. Als sie 2009 den Literaturnobelpreis erhielt, wurde die Gruppe endlich auch in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Nach drei Jahren, im Sommer 1975, wurde die Gruppe durch die Securitate zerschlagen. Alle wurden festgenommen und verhört, der Autor William Totok saß monatelang im Gefängnis. Fast alle leben heute in Deutschland.
Wie wurde diese bemerkenswerte Vereinigung deutschsprachiger Literatur in intellektuellen Kreisen Rumäniens wahrgenommen? Konnte sie dort überhaupt eine Wirkung entfalten? Wie nahm der westdeutsche Literaturbetrieb den Input der rumänien-deutschen Emigranten auf? Welche Resonanz hatten sie? Gibt es bei diesen Autoren Übereinstimmungen in der Wahl der Themen und/oder der sprachlichen Verarbeitung? Welche Unterschiede gibt es zur Literatur der westlichen Moderne?

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Gerhard Ortinau ist Gründungsmitglied der „Aktionsgruppe Banat“. Nach Arbeits-und Publikationsverbot verließ der Schriftsteller 1980 Rumänien und lebt seither in Berlin. Er schrieb u.a.Theaterstücke, Erzählungen, Gedichte.

Dr. Markus Bauer ist Journalist, Autor, Kulturhistoriker in Berlin. Er lebte und arbeitete fünf Jahre in Jassy und ist einer der profiliertesten Kenner der rumänischen und rumänisch-deutschen Kultur.

Jour Fixe am 26. Juni im „Leonhardt“: Natalia Toma/Alina Banu: „Rosia Montana“ – Rumänische und internationale Skandale um Europas größte Goldmine

Mittwoch, den 23. Mai 2012, 19.00 Uhr

Jour Fixe

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Dr. Markus Bauer (Berlin)

„Am Anfang war das Gespräch“
Vierzig Jahre „Aktionsgruppe Banat“

Diese rebellischen jungen Autoren erlangten öffentliche Aufmerksamkeit erstmals im Frühjahr 1972: die „Neue Banater Zeitung“ brachte unter dem Titel „Am Anfang war das Gespräch“ ihr Rundtischgespräch, bei dem sie sich programmatisch zu Literatur , Wahrnehmung und Wirklichkeit äußerten. Damit war die „Aktionsgruppe Banat“ gegründet – ein fester Kreis literarischer Intellektueller, die Provokationen und Bespitzelungen nicht fürchteten. Herta Müller gehörte erst später dazu. Als sie 2009 den Literaturnobelpreis erhielt, wurde die Gruppe endlich auch in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Ihr späterer Ehemann, Richard Wagner war Gründungsmitglied sowie sechs weitere Schriftsteller, Poeten, Publizisten: Johann Lippet, Gerhard Ortinau, Anton Sterbling, William Totok, Ernest Wichner, und auch Werner Kremm, Rolf Bossert und Albert Bohn. Nach drei Jahren, im Sommer 1975, wurde die Gruppe durch die Securitate zerschlagen. Es folgten Verhöre und für William Totok ein längerer Gefängnisaufenthalt. Allen gelangte die Ausreise in die Bundesrepublik.

Wie wurde diese bemerkenswerte Vereinigung deutschsprachiger Literatur in intellektuellen Kreisen Rumäniens wahrgenommen? Konnte sie dort überhaupt eine Wirkung entfalten? Wie nahm der westdeutsche Literaturbetrieb den Input der rumänien-deutschen Emigranten auf? Welche Resonanz hatten sie? Gibt es bei diesen Autoren Übereinstimmungen in der Wahl der Themen und/oder der sprachlichen Verarbeitung? Welche Unterschiede gibt es zur Literatur der westlichen Moderne?

Dr. Markus Bauer ist Journalist, Autor, Kulturhistoriker in Berlin. Er lebte und arbeitete fünf Jahre in Jassy und ist einer der profiliertesten Kenner der rumänischen und rumänisch-deutschen Kultur.

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Nächster Jour Fixe am 26. Juni im „Leonhardt“: Natalia Toma/Alina Banu: „Rosia Montana“ – Rumänische und internationale Skandale um Europas größte Goldmine

Mittwoch, den 18. April 2012, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Botschafter a.D. Constantin Gîrbea (Berlin)

Bukarest – Bonn – Moskau – Berlin
Vor 55 Jahren begann eine neue Epoche der Ost-Westpolitik

Am 31. Januar 1967 unterzeichneten die Außenminister Rumäniens und der Bundesrepublik, Corneliu Manescu und Willy Brandt, den Vertrag zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen beider Staaten. Das war sensationell! Rumänien tanzte mit der Entsendung eines Botschafters an den Rhein als erster der sog. „Satellitenstaaten“ der Sowjetunion überaus mutig aus der Reihe. Es begann eine neue Epoche der Ost-Westpolitik, die nur wenige Jahre später zur Aufgabe der Bonner „Hallstein-Doktrin“ führte. Welche Interessen verfolgte Nicolae Ceausescu, als er diesen Schritt wagte? War auf westdeutscher Seite die Familienzusammenführung der Rumäniendeutschen der wichtigste Grund? Wie reagierte Moskau?

Wie kaum ein anderer kennt sich der rumänische Diplomat Constantin Gîrbea in diesen komplizierten Anfängen der rumänisch-(west)deutschen Diplomatie aus. Als junger Attache wurde er schon im Sommer 1967 von Bukarest an die neue Bonner Botschaft geschickt. Dort begleitete er sechs Jahre lang den politischen und praktischen Auf-und Ausbau der diplomatischen Beziehungen. Es folgten Jahre im Bukarester Außenministerium und etliche Missionen im Ausland. In den Wendejahren 1990/91 war er Generalkonsul in West-Berlin und wenig später, nach der Auflösung der Sowjetunion, fünf Jahre rumänischer Botschafter in Moskau, danach in Uzbekistan, Azerbaidjan, Armenien und Georgien. Er organisierte verschiedene Konferenzen, mit denen die Aufmerksamkeit der EU auf die politischen und ökomischen Besonderheiten der Staaten am Schwarzen Meer gelenkt wurde.

Gerade veröffentlichte Constantin Gîrbea seine Erinnerungen unter dem Titel „Diplomat si Ziarist“. Seine spannende Biographie ist ein Stück lebendige Geschichte der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts.


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Nächster Jour Fixe am 23. Mai im „Leonhardt“: Markus Bauer, Berlin: „Vierzig Jahre Aktionsgruppe Banat – eine kritische Bestandsaufnahme“.

Freitag, 30. März 2012, 17.30 Uhr

CARAGIALE JAHR 2012. Filmvorführung. Vortrag. Diskussion.

Programm:

17.30: „Das Brot des Exils” (Dokumentarfilm, 2002, Regie: Alexandru Solomon), 26 Min., OmdeU

18.30: Vortrag und Podiumsdiskussion zum Thema „Caragiale in Berlin”
Mit: Prof. Dr. Gelu Ionescu (München), Prof. Dr. Liviu Papadima (Universität Bukarest)

20.00 – 21.00: Pause

21.00: „Warum läuten die Glocken, Mitica?“ (Spielfilm, 1985, Regie: Lucian Pintilie), 120 Min., OmengU

Prof. Dr. Gelu Ionescu (*1937) : Literaturwissenschaftler und Kritiker, Essayist, Kulturjournalist, Redakteur beim Radio Freies Europa (1983-1995). 1982 ging er ins Exil nach Deutschland. Veröffentlichungen in den rumänischen Literaturzeitschriften Contemporanul, Via?a româneasca, Amfiteatru, România literara, Vatra, Steaua, Apostrof.

Prof. Dr. Liviu Papadima (*1957) unterrichtet an der Philologie Fakultät der Universität Bukarest. Zahlreiche Arbeiten zu Caragiales Werk: Caragiale, natürlich (Caragiale, fireste), I. L. Caragiale’s Komödien(Comediile lui Caragiale), Hat die Zeit noch Geduld? (Mai are timpul rabdare).

Ort:

Rumänisches Kulturinstitut Berlin,
Koenigsallee 20 A,
14193 Berlin,
Tel. 030 890 61 987,
Fax. 030 890 61 988,
E-Mail: office@rki-berlin.de

Verkehrsverbindung: S 4, S 45 S-Bhf. Halensee, S 7, S 9 S-Bhf. Grunewald, Bus 119, Haltestelle: Erdenerstraße

In Zusammenarbeit mit Deutsch-Rumänische Gesellschaft Berlin e.V.

Mit freundliche Unterstützung: National Zentrum für Film und "Arte Vizuale" Stiftung.

Mittwoch, den 28. März 2012, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Christof Kaiser (Berlin)

Durch das Banat bis zum Eisernen Tor
Das Banat - vom Nordwesten bis zum Südosten

Die VII. Studienreise der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft
- Lichtbildervortrag -

Fast zwei Dutzend Stationen in zehn Tagen – dies Pensum haben die Teilnehmer der VII. Studienreise unserer Gesellschaft unter der sachkundigen Leitung von Christof Kaiser bewältigt. Von Szeged, der südlichsten ungarischen Großstadt bis zur südöstlich gelegenen rumänischen Hafenstadt Drobeta-Turnu Severin an der Donau führte die Reise durch die vielfältigen Landschaften Rumäniens. Ausgangspunkt der Reise war das Banat – eine von wechselvoller Geschichte und ethnischen Auseinandersetzungen gezeichnete Region, die nach dem 1. Weltkrieg von Ungarn losgelöst und zu zwei Dritteln Rumänien, zu einem Drittel dem damaligen Jugoslawien zugesprochen wurde. Die kleine Gemeinde Tschakowa/ Ciacova beispielsweise war vor hundert Jahren noch zu gleichen Teilen deutsch, ungarisch, serbisch und rumänisch besiedelt. Heute stellen neben den Rumänen die Ungarn und die Roma jeweils etwa 10 Prozent der Bevölkerung. Weitere Stationen,u.a. Temeswar/Timisoara, das rumänische „Klein-Wien“, das Banater Bergland, die üppigen Weinbaugebiete, auch Nitzkydorf/Nitchidorf, das Heimatdorf von Herta Müller und die Kleinstadt Großsanktnikolaus/Sannicolau Mare, wo 1972 der oppositionelle Literaturkreis „Aktionsgruppe Banat“ gegründet wurde. Christof Kaiser hat rund 800 Fotos mitgebracht: die schönsten wird er uns in seinem Vortrag über die Reiseroute- und die Reiseeindrücke zeigen.

Christof Kaiser, Mitglied des Vorstands der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft, ist Geograph und Stadt-und Regionalplaner. Er hat sich seit vielen Jahren auf Rumänien, Ungarn und den gesamten Balkan spezialisiert. Den Mitgliedern der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft ist er als kenntnisreicher und umsichtiger Reiseführer bekannt.

Ort:

„Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse,
10627 B-Charlottenburg

Verkehrsverbindungen:
S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.

Jour Fixe im April: Der rumänische Ex-Diplomat und Insider Constantin Girbea über die Rumänisch-Westdeutsche Diplomatie seit Aufnahme der Beziehungen in den 1960ziger Jahren. Ort: „Leonhardt“, der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Montag, den 19. März 2012, 19.00 Uhr

Z U S Ä T Z L I C H E R

„Jour Fixe“

im „Leonhardt“
Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse,
10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Stefanie Moser (Bukarest)

Vortrag und Diskussion

Protest wider die politische Gleichgültigkeit
Die Straßenproteste in Rumänien und ihre Auswirkungen auf die Politik

In Rumänien wird seit Wochen demonstriert. Der Protest richtete sich zunächst gegen eine umstrittene Gesundheitsreform und wandelte sich schnell in eine Sammelbewegung gegen eine Vielzahl von Missständen im Land. Zum ersten Mal seit der Wende gehen die Bürger in Rumänien spontan, landesweit und ausdauernd auf die Straße. Im Fokus stehen die Spar- und Reformpolitik der Regierung sowie der Verfall der Demokratie. Die Kritik richtet sich sowohl gegen Präsident und Regierung als auch gegen die parlamentarische Opposition.

Die Demonstrationen fügen sich ein in die jüngsten Protestwellen in anderen europäischen Staaten. Auch in Rumänien sind alle Generationen, unterschiedliche soziale Schichten und zivilgesellschaftliche Gruppierungen beteiligt. Die in den westlichen Medien hervorgehobenen gewalttätigen Ausschreitungen blieben ein Randphänomen. Der Protest verläuft überwiegend friedlich und zivilisiert: auf dem Bukarester Universitätsplatz stellen sich die Demonstranten jeden Tag auf den Seiten des Platzes auf, breiten ihre Banner aus und skandieren ihre Parolen, während in der Mitte der sechsspurige Verkehr unbehelligt weiterrollt. Zwar geht nur eine Minderheit auf die Straße, jedoch erklärten in einer Umfrage Ende Januar 81 Prozent der Rumänen, die Demonstrationen seien eine gute Sache.

Die neue Protestbewegung hat das politische Establishment unvorbereitet getroffen. Können die Proteste die politische Agenda Rumäniens beeinflussen? Können sie im Superwahljahr 2012 zu einem wichtigen Faktor werden? Wie werden sie die weitere Demokratisierung des Landes beeinflussen? Wird der „Winter der Proteste“ in einen Frühling des neuen politischen Selbstbewusstseins der Bürger münden?

Stefanie M. Moser ist seit 2007 Landesvertreterin der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Rumänien und der Republik Moldau. Zuvor war sie in der Internationalen Politikanalyse der FES für Europäische Außen- und Sicherheitspolitik zuständig. Stefanie Moser studierte Europäische Studien in Osnabrück und London.
Jour Fixe am 18. April im „Leonhardt“: Der rumänische Ex-Diplomat und Insider Constantin Girbea über die Hintergründe der Rumänisch-Deutschen Diplomatie vor und seit der Aufnahme der Beziehungen in den 1960ziger Jahren.

Dienstag, den 21. Februar 2012, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Keno Verseck (Berlin)

Rumänien und seine Ungarn

Verwaltungsreform schürt alte Konflikte u. neuen Nationalismus

Vortrag und Diskussion

Am 16. Dezember 2011 kam es im Eisstadion von Csikszereda im rumänischen Szeklerland zum Eklat. Die Rumänen hatten die Ungarn besiegt. Wie üblich, wurde zunächst die rumänische, dann die ungarische Nationalhymne gespielt. Als „Gott segne den Ungarn“ erklang, sangen die 22 Ungarn in der siegreichen, 24-köpfigen rumänischen Eishockey-Nationalmannschaft aus voller Kehle die Hymne der Verlierer mit. Die aufsässige Aktion sorgte für Schlagzeilen weit über die Landesgrenzen hinaus. Der Vorfall zeigt: alte - besonders nach dem Ersten Weltkrieg aufgestaute - Konflikte spalten die Nation immer noch.

Der seit langem schwelende Streit zwischen den Rumänen und den rumänischen Ungarn könnte sich zu einem gefährlichen Feuer entflammen, wenn die Territorial- und Verwaltungsreform in den nächsten Monaten weiter Gestalt annimmt. Die Bukarester Regierung plant, die 41 Landkreise Rumäniens zu acht Großkreisen zusammen zu fassen. Die Begründung ist plausibel: weniger Bürokratie, straffere Verwaltung, Dezentralisierung. Jedoch bedeutete der Plan, dass die drei Kreise des ostsiebenbürgischen Szeklerlandes, in denen die Ungarn zwischen 50 und 80 Prozent der Bevölkerung ausmachen, dem Großkreis Zentralrumänien einverleibt würden - der Anteil der Ungarn würde schlagartig auf unter 30 Prozent sinken. In der Lokalpolitik wäre die ungarische Minderheit stark geschwächt; Verwaltung und öffentlicher Dienst wären rumänisch dominiert. Radikale Vertreter der ungarischen Minderheit warnen vor einer „Assimilierungspolitik“ und rufen zu Protesten auf. Wieweit schürt die Regierung Orban von Budapest aus den Konflikt? Welche Rolle spielt Laszlo Tökes, im Dezember 1989 Symbol des Aufstandes in Timisoara, heute „radikaler“ Abgeordneter im Europaparlament, bei den Szekler-Forderungen nach territorialer Autonomie? Droht die Abwanderung weiterer rumänischer Ungarn ins Nachbarland, nachdem seit 1990 rund 200.000 Angehörige der ungarischen Minderheit aus Rumänien nach Ungarn abgewandert sind?

Der Journalist Keno Verseck berichtet seit langem über Rumänien und Ungarn und ist ein kompetenter Kenner des rumänisch-ungarischen Konflikts. Er lebte zwei Jahre im Szeklerland. Er spricht, (selten für ausländische Berichterstatter!) rumänisch u n d ungarisch.

ORT:

„Leonhardt“
Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse,
10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Bitte vormerken: Nächster Jour Fixe am 28. März im „Leonhardt“ – Christof Kaiser: „Die Reise ins Banat – Rumäniens vielfältige Landschaft“ Lichtbildervortrag über die letzte Studienreise der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft

Freitag, den 17. Februar 2012, 19.00 Uhr

"SOS - Kirchenburgen"

Situation, Hoffnungen und Perspektiven für die einmalige siebenbürgische Kirchenburgenlandschaft

Vortrag von Dipl. Ing. Philipp Harfmann (Leitstelle Kirchenburgen)

anschließend:

Oh Jammer im Harbachtal / Dor si jale

Film von Günter Czernetzky in Zusammenarbeit mit Studierenden der Lucian-Blaga Universität Sibiu (Hermannstadt)


Ort:

Rumänisches Kulturinstitut Berlin,
Koenigsallee 20 A,
14193 Berlin,
Tel. 030 890 61 987,
Fax. 030 890 61 988,
E-Mail: office@rki-berlin.de

Verkehrsverbindung: S 4, S 45 S-Bhf. Halensee, S 7, S 9 S-Bhf. Grunewald, Bus 119, Haltestelle: Erdenerstraße

Nach 1989 haben die meisten Siebenbürger Sachsen ihre Heimat verlassen. Seitdem sind ihre Kirchenburgen bis auf wenige Ausnahmen dem Verfall preisgegeben. Trotz Unterstützung der Ausgewanderten gelingt es den kleinen Gemeinden nicht, ihre Kirchenburgen denkmalgerecht zu erhalten und dort, wo es keine Gemeinde mehr gibt, beschleunigt sich der Prozess. Dieses Szenario vor Augen, entschloss sich die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien 2007 unter ihrem Dach ein Projektbüro einzurichten, das sich dem Erhalt dieses einzigartigen kulturhistorischen und architektonischen Erbes widmen soll. Die sog. Leitstelle Kirchenburgen hat seit 2007 mit ihrem „Dächerprogramm“ an zahlreichen Kirchenburgen erste bauliche Maßnahmen zur Sicherung gegen einen weiteren Verfall unternommen und damit die Voraussetzungen für mittel- und langfristige Planungen geschaffen.

Philipp Harfmann, Dipl. Ing. für Stadt- und Regionalplanung, Studium an der TU Berlin und der Eurasischen Universität Astana (Kasachstan), ist gebürtiger Berliner mit Wohnsitz in Berlin und Hermannstadt. 2008 Beginn der Tätigkeit in der Leitstelle Kirchenburgen, seit 2010 Projektleiter. Herr Harfmann wird kurz die Geschichte der Kirchenburgen darstellen, dann über die aktuelle Situation mit ihren Herausforderungen und Problemen berichten, erfolgreiche Bauprojekte vorstellen und zum Schluss auf die Aufgaben und Ziele der Leitstelle eingehen.

Günter Czernetzky, in Schäßburg (Sighisoara) geboren, lebt seit 1978 in Deutschland (zurzeit abwechselnd in München und Berlin). Autor, Filmemacher und Produzent mehrerer Dokumentarfilme über die Siebenbürger Sachsen in ihrer jüngeren und jüngsten Geschichte. Der Film über das Harbachtal ist eine Gemeinschaftsproduktion mit Studierenden der Fakultät für Journalistik der Lucian-Blaga Universität, wo Günter Czernetzky 2010/2011 einen Lehrauftrag innehatte.

Donnerstag, den 26. Januar 2012, 19.00 Uhr

„Jour Fixe“

Dr. Silvia Zimmermann (Mannheim) und Dr. Gabriel Badea-Paun (Paris):

Carmen Sylva: Die dichtende Königin auf Rumäniens Thron
- Literatur, Legende, Musik, Malerei, Mythos -

Vortrag und Diskussion
- anschließend kleiner Empfang –

Sie war der Popstar der Belle Epoque: die Pariser Skandalblätter berichteten regelmäßig vom Tun und Lassen der aus Deutschland stammenden rumänischen Königin Elisabeth (1843-1916). Unter dem Pseudonym „Carmen Sylva“ (Waldgesang) verfasste sie Gedichte, Romane, Lieder und Märchen und wurde sogar von der berühmten Academie Francaise ausgezeichnet. Ihre Dichtung inspirierte den jungen George Enescu zu zwanzig Kompositionen. Der Maler Vincent van Gogh lobte ihre Aphorismen. In Schloss Pelesch sah man sie in romantischer Kleidung an der Staffelei oder an der Orgel. Stets waren ihre Auftritte perfekt inszeniert und sie selbst umhüllt von einem „Waldduft“, den sie aus Pflanzen und Blüten aus dem Schlossgarten herstellen ließ. Sie schrieb auf deutsch und übersetzte rumänische Literatur. Sie sammelte rumänische Märchen, schuf Nachdichtungen („Pelesch-Märchen) und verfasste das Schlachtlied „Die Wacht an der Donau“, mit der die Rumänen im Jahr 1877 in den Krieg gegen die Türkei zogen. Als Königin Elisabeth setzte sie die große Popularität ihrer Schriftsteller-Persönlichkeit „Carmen Sylva“ geschickt ein, um im europäischen Ausland für das junge und ferne Königreich Rumänien zu werben. Ihre Literatur, ihr soziales Engagement, ihr Interesse für Kunst, all das war Bestandteil ihrer modern anmutenden PR-und Öffentlichkeitsarbeit im Dienste des Königshauses. Welche Bedeutung hatte Carmen Silva tatsächlich zu ihrer Zeit? Was fasziniert an ihr auch heute noch, so dass die Königin, Künstlerin und Kulturvermittlerin im 21. Jahrhundert wiederentdeckt wird?

Silvia I. Zimmermann stammt aus Sibiu/Rumänien, studierte u.a. Germanistik, Kunstgeschichte und Soziologie. Mehrere Publikationen widmete sie Carmen Sylva.

Über den Autor der Biographie „Carmen Silva“: Dr. Gabriel Badea-Paun stammt aus Sinaia/Rumänien, studierte Geschichtswissenschaft und Kunstgeschichte in Bukarest und Paris. Für seine Kunstgeschichtlichen Publikationen erhielt er mehrere Auszeichnungen. Seine Biographie über Carmen Sylva wurde von Silvia.I. Zimmermann ins Deutsche übersetzt.

Ort:

Rumänisches Kulturinstitut, Königsallee 20 A, Berlin 14193 (Grunewald)
(S-Bahn Station Grunewald, Bus M 19 )

Nächster Jour Fixe am 21. Februar 2012 im „Leonhardt“ - Keno Verseck: „Rumänische Ungarn fordern mehr Autonomie“


Dienstag, 24. Januar 2012, 19.00 Uhr

Buchpräsentation

Gelebte Multikulturalität - Czernowitz und die Bukowina

herausgegeben von V. Popovici, W. Dahmen, J. Kramer

EINLADUNG

Der 2010 erschienene Band vereinigt Beiträge eines an der Universität Jena durchgeführten Symposiums des Balkanromanistenverbands zur Multikulturalität der Bukowina und ihrer Hauptstadt Czernowitz in Geschichte und Gegenwart, an dem Kulturwissenschaftler, Historiker, Sprach- und Literaturwissenschaftler teilnahmen. So konnte ein Bogen vom Ende des Fürstentums Moldau über den habsburgischen Vielvölkerstaat, die Zugehörig-keit zu Großrumänien bis hin zur sowjetischen und ukrainischen Phase geschlagen werden, Für letzteres steht z.B. der Beitrag „Rumänisch als Minderheitensprache aus der Schüler- und Lehrerperspektive im heutigen Czernowitz“.

Im Anschluss werden Ausschnitte aus den Filmen über Czernowitz des berühmten Dokumentarfilmregisseurs Volker Koepp gezeigt.

Dr. Markus Bauer im Gespräch mit

Prof. Dr. Wolfgang Dahmen
Tetyana Klouber
Dr. Anke Pfeifer

Dr. Markus Bauer, Berlin - freier Autor und Journalist; Studium d. Germanistik und Geschichte in Passau und Marburg; DAAD-Lektor an der "Al.I.Cuza"-Universität Iasi; Research Fellow an der Universität Portsmouth in einem Projekt zur jüdischen Presse in Czernowitz; Bücher, Aufsätze und Zeitungsartikel zur Kulturgeschichte Rumäniens.

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Dahmen, Universität Jena – Professor für Rumänische Sprach- und Literaturwissenschaft; Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Südosteuropa-Gesellschaft; Sprecher des Graduiertenkollegs „Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungsstrukturen in Südosteuropa“; Mitherausgeber der „Zeitschrift für Balkanologie“ sowie des „Balkan-Archivs“.

Tetyana Kloubert, M.A., Jena, Universität Jena – wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Erwachsenenbildung, Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Forschungsprojekt: „Aufarbeitung der Vergangenheit in russischen, ukrainischen und polnischen Bildung Erwachsener“. Regieassistentin und Dolmetscherin bei mehreren Dokumentarfilmen von Volker Koepp über Ost- und Mitteleuropa.

Dr. phil Anke Pfeifer, Berlin - z.Zt. freiberuflich als Lehrbeauftragte, wiss. Autorin und Übersetzerin aus dem Rumänischen tätig; Studium der Romanistik in Berlin und Bukarest; Forschung und Lehre u.a. in Berlin, Frankfurt/Oder, Potsdam, Leipzig, Jena, Bukarest; zahlreiche Publikationen zur rumänischen Literatur und Kultur.

Volker Koepp - geboren am 22. Juni 1944 in Stettin, absolviert nach dem Abitur 1962 zunächst eine Lehre als Maschinenschlosser mit Facharbeiter-Abschluß. Studium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst Potsdam-Babelsberg. Für sein künstlerisches Gesamtwerk erhielt Volker Koepp 2005 den Georg Dehio-Kulturpreis des Deutschen Kulturforums östliches Europa.

In Zusammenarbeit mit dem rumänischen Kulturinstitut "Titu Maiorescu".

Ort:

Rumänisches Kulturinstitut Titu Maiorescu
Königsallee 20 a.- Berlin-Grunewald

Verkehrsverbindungen: S 4 und S 45 Halensee - S 7 und S 9 Grunewald - Bus M 19 Erdener Straße

In Zusammenarbeit mit dem Rumänischen Kulturinstitut

Dienstag, den 20. Dezember, 19.00 Uhr

Jour Fixe

Prof. Dr. Anton Sterbling

Der Niedergang der kommunistischen Herrschaft und das Ende des Ceausescu-Regimes -Strukturgeschichtliche Betrachtungen

- Aus Anlass der 22zigsten Jahrestage der Rumänischen Revolution -

Am Abend des 20. Dezember 1989, vor genau 22 Jahren, gab Ceausescu in einer Fernsehansprache die blutigen Geschehnisse in Timisoara zu. Seine im ganzen Land ausgestrahlte Rede hatte zur Folge, dass die Unruhen auf Bukarest und andere Städte übersprangen. Der 20. Dezember war insofern von großer Bedeutung für den weiteren Verlauf der revolutionären Ereignisse, die am 16. Dezember in Timisoara begannen und zum Umsturz des Ceausescu-Regimes führten.

Die Rumänische Revolution von 1989 bestand aus einer schließlich das ganze Land umfassenden Kette von Demonstrationen, Unruhen und Straßenkämpfen. Das Ende der Revolutionstage kann man auf den 27. Dezember datieren. An diesem Tag strahlte das Fernsehen die Aufzeichnung der Hinrichtung von Nicolae Ceausescu und seiner Frau Elena aus, die am 25. Dezember nach einem neunzig Minuten dauernden Schauprozess exekutiert worden waren.

Rumänien war das letzte Land im Herrschaftsbereich der Sowjetunion, in dem die mutigen Aufstände des Volkes die kommunistischen Machthaber abschüttelten. Konnte die rumänische Revolution gelingen, weil sich schon seit den achtziger Jahren der politische und ökonomische Niedergang der kommunistischen Regime in ganz Ost-Europa abzeichnete? Welche historischen Faktoren bestimmten die demokratische Wende 1989/90 und die spätere Europäisierung Rumäniens? Die Proteste gegen das Ceausescu-Regime begannen in Timisoara, der wichtigsten Stadt des Banat – Zufall oder Notwendigkeit?

Ort:

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse, 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

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Prof. Dr. Anton Sterbling hat eine Professur für Soziologie und Pädagogik an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) in Rothenburg (Oberlausitz) und stammt aus dem Städtchen Großsanktnikolaus (SLnicolau-Mare) im westlichen Banat. Sterbling gehört zu den Gründungsmitgliedern der „Aktionsgruppe Banat“, die sich Anfang der 1970ziger Jahre von einem literarisch ausgerichteten Zirkel zu einer politischen Gruppierung entwickelte (Mitglieder u.a. William Totok, Herta Müller, Richard Wagner).

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Nächster Jour Fixe am Donnerstag, den 26 Januar 2012 in Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut: Dr. Silvia Zimmermann und Dr. Gabriel Badea-Paun über Königin Elisabeth von Rumänien, die als die Schriftstellerin „Carmen Silva“ Rumänien in Europa populär machte und ein Star der Belle Epoque wurde. (im RKI)

 

Mittwoch, den 16. November, 19.00 Uhr

Jour Fixe

Joachim Krauss M.A., Berlin:

„Alles über Zigeuner?“
Wie siebenbürgisch-ungarische Beiträge das moderne Zigeunerbild prägten

Die Roma aus Rumänien und anderen Balkanstaaten, die seit 2009 verstärkt in die Hauptstadt einwandern, sind regelmäßig Thema der Berliner Tageszeitungen. Zweifellos bemühen sich die Berichte über die Roma um Objektivität und Fairness. Jedoch entdecken Soziologen und Historiker, die sich mit der sogenannten „Zigeunerforschung“ befasst haben, bei genauerer Betrachtung altbekannte Vorurteile und Stereotypen, mit denen das „Fahrende Volk“ charakterisiert wird. Das moderne Zigeunerbild ist immer noch gezeichnet von Romantik und Rassismus. Einerseits die romantisierende Prägung durch Operetten und Schlagerschnulzen, andererseits die rassistische Diffamierung der Roma als faul, kriminell, unzuverlässig. Woher kommt dieses Zigeunerbild, das sich in Mitteleuropa festgesetzt hat? Wie kommt es, dass Menschen, die noch nie einen Roma gekannt haben, dieses negative Zigeunerbild haben? Der Historiker Joachim Krauss hat die Herausbildung des Zigeunerbildes in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verortet. Im Jahr 1783 erschien die Schrift „Die Zigeuner“ das Göttinger Theologie-Professors Heinrich Moritz Gottlieb Grellmann, die auch den Bücherschrank von Goethe und Herder zierte und die das Negativbild begründete, das sich seither durch Literatur, Politik, Medien und Wissenschaft zieht. Grellmann betrieb zum Thema „Zigeuner“ (auch nach damaligen Ansprüchen!) keinerlei Forschung. Das Wissen, das er in diesem Standardwerk der „Zigeunerforschung“ zusammentrug, ist, kurz gesagt: abgeschrieben. Grellmann bezog seine Informationen aus südosteuropäischen Quellen. Besonders ergiebig waren z.T. über hundert Jahre alte Reiseberichte, Zeitschriften und Briefe, die in Siebenbürgen und Ungarn erschienen bzw. verfasst worden waren. Grellmann übernahm diese Quellen ungeprüft. Sie bildeten die Grundlage für eine weitere Überzeichnung des Negativbildes in den folgenden Jahrzehnten.

Der Berliner Historiker Joachim Krauss M.A. hat zahlreiche Publikationen zur Problematik des „Zigeunerbildes“ erarbeitet. Krauss veröffentlicht regelmäßig im Jahrbuch für Antisemitismusforschung und in der Zeitschrift für Balkanologie.

ORT:

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse, 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

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Aus Anlass des 22zigsten Jahrestages der rumänischen Revolution vom Dezember 1989: Prof. Dr. Anton Sterbling: „Der Niedergang der kommunistischen Herrschaft und das Ende des Ceausescu-Regimes. Strukturgeschichtliche Betrachtungen." Jour Fixe am Dienstag, den 20. Dezember, 19.00 Uhr, im „Leonhardt“.

Freitag, den 04. November 2011, 19.30 Uhr

Lesung mit musikalischer Begleitung

Edith Ottschofski liest aus ihrem Gedichtband:

der schaum der wörter

Johannis Reeg Verlag Bamberg, 2010

Klang- und Wortbild sind für diese Gedichte wichtig: Manchmal erschließt sich ein "Sinn" erst über das Lautlesen, wie auch das optische Bild der Verse und verrückte Buchstaben ei-nen hohen ästhetischen Reiz ausüben. Hier mag jemand übliche Sprache nicht einfach benutzen; hier will jemand Sprache erschaffen - ohne dabei eine neue Lexik zu erfinden. Die Autorin schreibt in einer eigenen "Weltsprache", sie nutzt zahlreiche Eigenschöpfungen, Dialekt und vor allem romanische Sprach-Einsprengsel. Man muss sich auf diese Texte, auf deren Spiel mit Realität, Assoziation, Klang und von fern aufscheinende Erinnerung einlassen - dann haben Hörer und Leser Gewinn.

Matthias Biskupek

Mihai V. Iliescu begleitet die Lesung auf der Konzertgitarre

Ort:

Rumänisches Kulturinstitut „Titu Maiorescu“,
Koenigsallee 20A,
14193 Berlin-Grunewald,

Tel.: Tel. 030 - 890 61 987,
Fax. 030 - 890 61 988,
E-mail: office@rokultur.de

Verkehrsverbindungen:

S41, S42, S45, S46, S47 Halensee, S7, S9 Grunewald, Bus 119 Erdenerstraße

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Edith Ottschofski ist 1964 in Temeswar geboren. Sie studierte Französisch und Deutsch an der Universität ihrer Heimatstadt. 1990 reiste sie in die Bundesrepublik aus. Nach einem Aufbaustudium in Freiburg zog sie 1995 nach Berlin, wo sie an der Humboldt-Universität sowie als freie Journalistin und Übersetzerin arbeitet. Sie schrieb für das DeutschlandRadio Berlin Features über I. L. Caragiale, Oskar Pastior und Gellu Naum und Rezensionen für Zeitungen und Zeitschriften. Sie veröffentlicht Gedichte und Prosa in Zeitschriften.

Mihai Victor Iliescu ist 1975 in Bukarest geboren, wo er seine musikalische Ausbildung im Alter von 5 Jahren begann. Er studierte bei Nicolae Epureanu, dem Vater der klassischen Gitarre in Rumänien. In seiner langjährigen Laufbahn als Konzertgitarrist erhielt M. Iliescu zahlreiche Preise auf nationalen Festivals und spielte als Solist mit allen größeren Symphonie-orchestern in seinem Heimatland sowie in Italien.

Freitag, den 28. Oktober 2011, 18:00 Uhr


Mitgliederversammlung

am Freitag, den 28. Oktober 2011
18:00 - 21:00 Uhr

Ort

Rumänisches Kulturinstitut, Königsallee 20A, 14193 Berlin
(S Bahnhöfe Halensee oder Grunewald, Bus M 19 - Erdener Straße)


Musikalisches Rahmenprogramm

Duo Sebastian Konkol und Robert Gromotka mit Gitarre, Oud und Kontrabass

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Kleiner Empfang im Anschluss

 

Mittwoch, den 26. Oktober 2011, 19.00 Uhr

Jour Fixe

Adriana STANESCU, Berlin
Gesandte - Stellvertreterin des Botschafters von Rumänien

„Die Donaustrategie der EU – was bedeutet sie für Rumänien?“

Vortrag und Diskussion
anschliessend kleiner Umtrunk

Die Donaustrategie der EU umfasst vierzehn Länder, davon acht EU-Mitgliedstaaten (Bulgarien, Deutschland, Österreich, Rumänien Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn), durch die der Strom fließt oder die im Einzugsbereich des fast 3000 Kilometer langen Flusses liegen. Rumänien ist stärker betroffen als andere Länder, denn Rumänien hat den größten Anteil an der Donau. Beispielsweise liegen dreiviertel des gewaltigen Donaudeltas (an der Grenze zu Moldavien und der Ukraine) auf rumänischen Territorium und die Donau bildet eine 500 Kilometer lange Grenze zwischen Rumänien und Bulgarien. Rumänien hat deshalb ein großes Interesse an der Entwicklung und tatsächlichen Umsetzung der „Donaustrategie“, die Anfang des Jahres verabschiedet wurde. Ziel der EU ist, Projekte anzustoßen, bei denen die teilweise kulturell, sprachlich und politisch getrennten Regionen an den Ufern des Flusses grenzüberschreitend zusammenarbeiten. Zweifellos ist die EU-Donaustrategie auch ein Friedensprojekt insofern, als die nachbarschaftlichen Beziehungen der durch den Fluss getrennten und zugleich verbundenen Staaten und Regionen verbessert, alte Feindschaften befriedet werden sollen. Sinnvolle Projekte gäbe es mehr als genug: die Donau- Binnenschifffahrt verspricht sich durch tiefere Fahrrinnen einen Aufschwung; die Straßen und Zugstrecken entlang des Flusses müssten ausgebaut, der Tourismus und der kulturelle Austausch gefördert, zerstörte Brücken wiederhergestellt und neue gebaut und zugleich die im Donauraum besonders vielfältige Flora und Fauna durch Umweltgesetze geschützt werden. Solche Projekte gemeinsam, über Grenzen hinweg zu entwickeln verlangt von Rumänien, den anderen EU-Neulingen oder EU-Anwärtern einen idealistischen Kraftakt. Diese Aufgabe kann nur gelingen, wenn der gesamte private Sektor mitmacht, also die Organisationen der Zivilgesellschaft, Bürgerinitiativen, Nicht-RegierungsOrganisationen und, natürlich, die private Wirtschaft. Wie bereitet sich Rumänien auf diese neue Herausforderung vor?

Adriana Stanescu ist seit August Gesandte und Stellvertreterin des rumänischen Botschafters in Berlin. Sie war zuvor sechs Jahre lange in Wien, zuletzt als Geschäftsträgerin der Botschaft von Rumänien. Davor arbeitete sie u.a. im Bukarester Verteidigungs-und Außenministerium.

Ort:

Rumänisches Kulturinstitut
Königsallee 20 A
Berlin 14193 (Grunewald)
(S-Bahn Station Grunewald, Bus M 19 )

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November-Jour Fixe am 16. November im „Leonhardt“: der Historiker Joachim Krauß M.A. über das vorurteilsbeladene Bild des „Zigeuners“, das Ende des 18. Jh. vor allem durch siebenbürgisch/rumänisch/ungarische Literatur und Reiseberichte entstand.

Montag, den 26. September 2011, 19.00 Uhr

Gernot Erler MdB

„Die Donaustrategie der EU - ein europäisches Jahrhundertprojekt“ Vom Grenzfluss zum Strom der europäischen Einheit

Vortrag und Diskussion

Anschließend kleiner Umtrunk

Vierzehn Länder, davon acht EU-Mitgliedstaaten (Bulgarien, Deutschland, Österreich, Rumänien Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn) durchquert die Donau auf ihrem Weg von der Quelle im Schwarzwald bis zum Donaudelta zwischen Rumänien, Moldavien und der Ukraine, wo sie ins Schwarze Meer mündet. Der Lebensstandard der 115 Millionen Menschen, die in den Anrainerstaaten leben, verschlechtert sich von West nach Ost; die sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten könnten gegensätzlicher nicht sein. Trotz aller Unterschiede gibt es ein gemeinsames, verbindendes Thema: die Donau. Der Fluss schafft vielfältige Probleme, die alle betreffen (Hochwasser, verseuchtes Wasser, begrenzte Schifffahrt) aber auch Vorteile, von denen alle Anrainer profitieren (bezaubernde Landschaften, Tourismus, Fischfang). Anfang des Jahres verabschiedete die EU ihre „Donaustrategie“, die Projekte anstoßen will, bei denen die Regionen an den Ufern des Flusses grenzüberschreitend zusammenarbeiten. Die Donau- Binnenschifffahrt verspricht sich durch tiefere Fahrrinnen einen Aufschwung; die Straßen und Zugstrecken entlang des Flusses sollen ausgebaut, der Tourismus gefördert, zerstörte Brücken wiederhergestellt und neue gebaut werden. Wie will die EU konkrete Projekte anregen, aussuchen, finanziell fördern? Welche Konflikte zwischen Naturschutz und Wirtschaftsförderung, zwischen Umweltschutz und Gütertransport zeichnen sich ab? Kann die Donaustrategie die nachbarschaftlichen Beziehungen der durch den Fluss getrennten Staaten verbessern, alte Feindschaften befrieden?

Gernot Erler MdB, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, Präsident der Südosteuropa-Gesellschaft, von 2005-2009 Staatsminister im Auswärtigen Amt, Vorsitzender des Deutsch-Bulgarischen Forums, ist einer der profiliertesten deutschen Ost-Europa-Politiker.

Ort:
Europäische Akademie Berlin
Bismarckallee 46-48
14193 B-Grunewald

Verkehrsverbindung:
Bus M 19 Haltestelle Taubertstrasse

Anmeldung:
Bitte anmelden: eab@eab-berlin.eu oder Tel. 89 59 51 0)

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Jour Fixe im Oktober: Frau Brandusa Predescu, Generalkonsulin von Rumänien (München): „Die Donaustrategie der EU – aus rumänischer Sicht“ Datum und Ort werden rechtzeitig bekannt gegeben!

Mittwoch, 22. Juni 2011, 18.00 Uhr

VORTRAG von und mit Dr. Ottmar Trasca

ORT:

Raum 338 des Berliner (Roten) Rathauses (3. Etage; Zugang über Toreinfahrt Jüdenstraße, Fahrstuhl im Hof)

REFERENT:

Dr. Ottmar TRASCA, Leitender Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte George Baritiu, Cluj-Napoca, Außenstelle der Rumänischen Akademie der Wissenschaften, sowie Dozent an der Babes-Bolyai-Universität, Fachbereich für Geschichtswissenschaften und Philosophie, Cluj/Kolozsvár/ Klausenburg

VORTRAG (auf deutsch; mit anschließender Diskussion):

Minderheitenpolitik im Stalinismus: Das Autonome Ungarische Gebiet in Rumänien von 1952 bis 1968

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; Gäste (bzw. Ihre Begleitung[en]) sind herzlich willkommen; der Eintritt ist für alle Teilnehmer frei.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit von Deutsch-Ungarischer Gesellschaft e. V. (DUG), Sitz Berlin, und Osteuropa-Zentrum Berlin (OEZB) sowie mit freundlicher Beteiligung der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft e. V. Berlin

Dienstag, den 14. Juni, 19.00 Uhr

Jour Fixe

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse, 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

„Studierstube Bundestag“

- Erfahrungen, Erlebnisse, Erkenntnisse, Ergebnisse -
Fünf junge Rumäninnen und Rumänen berichten über ihr
Praktikum im Deutschen Bundestag

Sie haben ihr Studium hinter sich und sind mit einem hervorragenden Abschluss nach Berlin gekommen. Sie haben in Bukarest, Cluj, Brasov und Iasi Geschichte, Politik, Soziologie, Europarecht, Betriebs- und Wirtschaftswissenschaften und Jura studiert. Sie haben während ihres Studiums einiges über die rumänische Politik gelernt. Jetzt können sie Vergleiche ziehen zum deutschen Politikbetrieb. Sie haben ein Jahr lang als Praktikanten im Deutschen Bundestag gearbeitet und aus nächster Nähe beobachtet, wie die parlamentarische Demokratie in der Bundesrepublik funktioniert und wie sich Regierung und Opposition manchmal die Bälle zuwerfen.
Der Bundestag von innen – aus rumänischer Sicht: Alina Trusca, Matei Ladea, Anna Laszlo, Mircea Zahacinschi und Carla Ehrmann werden uns Rede und Antwort stehen. Sie haben bei Abgeordneten der CDU/CSU, der FDP und der SPD miterlebt, wie in den Fraktionen die mühsamen Prozesse der Politikgestaltung und Entscheidungsfindung mit beeinflusst werden. Mit welchen Erkenntnissen und Ergebnissen reisen sie zurück nach Rumänien? Und wie meinen sie, ihrem Land, der jungen rumänischen Demokratie, nützen zu können?


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Nächster Jour Fixe: nach der Sommerpause (Juli / August) im September. Thema, Datum und Ort werden rechtzeitig bekannt gegeben!

Mittwoch, den 25. Mai, 19.00 Uhr

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse, 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

Iulia Dondorici (Berlin)

stellt das von ihr herausgegebene Buch vor:

„Rumänien Heute“

InnenAnsichten – Außenansichten von 19 rumänischen und deutschen Autoren aus Wissenschaft, Kunst und Medien

Was wissen die Deutschen von Rumänien? Allermeistens nur das, was die knappe, oberflächliche Berichterstattung in Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen zu vermitteln versucht. Dieser Sammelband will mit Vorurteilen aufräumen und Rumänien in seiner ganzen Vielfalt, mit allen gesellschaftlichen und kulturellen Aspekten und Problemen darstellen. Iulia Dondirici hat 19 überwiegend junge Soziologen, Historiker, Schriftsteller und Filmschaffende gebeten, zu fünf unterschiedlichen Themenbereichen Stellung zu beziehen: begutachtet werden nicht nur der Umgang mit den Nachwirkungen der 1989-Revolution und der gesamte Transformationsprozess der ersten zehn Jahre danach, sondern auch die Rolle Rumäniens in der EU. Auch für Rumänien heikle Themen wie die Situation der Minderheiten, aktuelle antisemistische und rechtsextremistische Tendenzen und das Nationalismus- und IdentitätsThema werden aufgegriffen. Iulia Dondorici hat rumänische und deutsche Autoren versammelt, um, wie sie schreibt, einen „Doppelten Blick“ und damit die Innen-und die Außenperspektive zu gewährleisten, um Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede in den Analysen deutlich zu machen.

Iulia Dondorici wurde 1979 in Tirgoviste geboren und lebt seit 2001 in Berlin. Sie studierte rumänische und englische Philologie in Bukarest und Berlin, promoviert an der Humboldt-Universität Berlin zur rumänischen Literatur der Moderne, arbeitet als Journalistin und Übersetzerin und veröffentlichte zahlreiche Artikel in rumänischen und deutschen Zeitschriften.


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Nächster Jour Fixe: Voraussichtlich 1. Hälfte Juni: Sechs Rumänische Bundestags-Praktikanten berichten vor ihrer Rückkehr von ihren Erfahrungen, Erkenntnissen und Erlebnissen. Termin und Ort werden noch bekannt gegeben.

 

Donnerstag, den 7. April, 19.00 Uhr

Jour Fixe

Pfarrer Mönchpriester Clement Lodroman, Berlin

„Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde in Berlin“

- Probleme, Aufgaben, Rituale - Vortrag, Lichtbilder, Musik und Diskussion

In Deutschland weiß man nicht viel über die Rumänisch-Orthodoxe Kirche, die größte Glaubensgemeinschaft in Rumänien, und ihre Rituale. Ihr gehören ungefähr zwanzig Millionen Rumänen an, etwa 87 Prozent der Bevölkerung. Die „Biserica Ortodoxa Româna“ ist nach der Russischen Orthodoxen Kirche / Patriarchat Moskau die zahlenmäßig zweitgrößte orthodoxe Kirche in der Welt. Der Heilige Synod umfasst 42 Bischöfe. Seit der Revolution 1989 und dem Sturz von Nicolae Ceau?escu suchen mehr Menschen als zuvor Stärkung im Glauben und in der Religion; die rumänisch-orthodoxe Kirche erlebt seither einen regelrechten Aufschwung. Es gibt inzwischen 15 theologische Fakultäten und über 500 Klöster mit mehr als 8000 Mönchen und Nonnen. In Berlin zählt die rumänisch-orthodoxe Gemeinde rund 800 Mitglieder, um die sich seit bald zwei Jahren der Mönchpriester Clement Lodroman kümmert, unterstützt von einem neunköpfigen Kirchenvorstand. Seine kirchlichen Aufgaben und die Sozialarbeit sind vergleichbar den Pflichten anderer Priester, mit einem Unterschied: die rumänisch-orthodoxe Kirche in Berlin ist eine Exilkirche. Die Betreuung von neu in Berlin angekommenen Rumänen und ihrer Familien gehört folglich zu den wichtigsten Aufgaben und hier wiederum ist die schwierigste seelsorgerische Arbeit die Fürsorge für die rumänischen Roma-Familien. Da die Kirche sich aus freiwilligen Spenden finanziert und Lodroman letzten Endes über kein festes Einkommen verfügt, ist die Finanznot der Gemeinde ein permanentes Problem, zumal rund 1,6 Millionen Euro für den Bau einer neuen Kirche gebraucht werden. Wenn er nicht gerade im Großraum Berlin unterwegs ist, beaufsichtigt Clement Lodroman die Baustelle für eine neue Kirche an der Heerstraße in Berlin-Westend. Sein Vorgänger Constantin Mihoc starb 2009, als er bei den Bauarbeiten selber mit Hand anlegte, nach einem Sturz vom Baugerüst. Wie Mihoc will Lodroman eine Kirche im Stil der Klöster der Bukowina bauen, mit einem 25 Meter hohen Turm und kleinen Türmen auf zwei Seitenschiffen. Pater Lodroman wird heute Abend über seine Aufgaben sprechen, und uns mit Bildern und Musikbeispielen die wunderbaren Osterrituale der rumänisch-orthodoxen Kirche nahe bringen.

im

Rumänischen Kulturinstitut,
Königsallee 20 A,
Berlin 14193 (Grunewald)
(S-Bahn Station Grunewald, Bus M 19 )

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Nächster Jour Fixe: Mittwoch, 25. Mai, 19.00 Uhr im „Leonhardt“: Iulia Dondorici stellt ihr neues Buch „Rumänien Heute“ vor, in dem renommierte rumänische Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller die Rolle Rumänien in Osteuropa untersuchen. Sie blicken von Westeuropa aus auf das Land, ohne die rumänischen Innenansicht zu vernachlässigen.


Mittwoch, den 23. März, 19.00 Uhr

Jour Fixe

Rechtsanwalt Axel Bormann (Berlin / Bukarest)

„Auf der langen Bank: Rumäniens Justizreform“

Von den Schwierigkeiten, in Rumänien zu seinem Recht zu kommen

Vortrag und Diskussion

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg ist überlastet mit Beschwerden rumänischer Bürger, die ein „Menschenrecht“ besonderer Art einklagen: sie möchten ihre Immobilien oder sonstige Vermögenswerte zurück haben, die vor 1989 von den Kommunisten enteignet wurden und sie berufen sich dabei auf das rumänische Restitutionsgesetz von 2001. Beim Europäischen Gerichtshof landen diese Ansprüche, weil sie bei den rumänischen Justizbehörden nicht durchgesetzt werden konnten. Einer der spektakulärsten Fälle, der in der Boulevard-Presse genüsslich ausgebreitet wurde, ist die Re-Privatisierung des Luxus-Hotels „Lido“ in Bukarest, das nach über zehn Prozess-Jahren schließlich wieder bei den ursprünglichen Eigentümern, der Familie Angelescu, landete. Dass dieser Fall sich so lange hinzog, führen Kenner des rumänischen Justizsystems darauf zurück, dass mächtige ökonomische Interessenten-Gruppen durch Schmiergeld-Zahlungen die Rückgabe des Hotels nebst „Filet-Grundstücks“ verhindern wollten.

Die EU-Kommission in Brüssel spricht in ihrem letzten Bericht zu Rumänien zwar höflich und verklausuliert von der „mangelnden Leistungsfähigkeit der Justiz“ - gemeint aber ist unzweideutig: Die kaum nachweisbare Anfälligkeit der Justiz für Bestechlichkeit und Korruption ist eines der schwierigen Probleme Rumäniens. Jetzt soll eine große, durchgreifende Justizreform den Bürgern und ausländischen Investoren mehr Rechtssicherheit und damit mehr Recht geben. Neue Gesetzbücher mit neuen, modernen Straf-und Zivilrechtlichen Vorschriften sind in Arbeit. Wer jemals in Rumänien mit der Polizei oder mit Gerichten zu tun hatte – weil er einen kleinen Verkehrsunfall hatte oder das Auto gestohlen oder er von einem Vermieter betrogen wurde – kann ein Lied davon singen, wie sich Gerichtsverfahren hinschleppen, unter anderem auch, weil bei allen Terminen Präsenz verlangt wird. Mit der Justizreform sollen die Verfahren vereinfacht und damit beschleunigt werden.

Rechtsanwalt Axel Bormann kennt die Tricks und Kniffe der rumänischen Justiz seit bald acht Jahren aus nächster Nähe. Er ist Wissenschaftlicher Referent am Institut für Ostrecht München und dort für die Rumänien und Republik Moldau zuständig. Ein weiterer Schwerpunkt ist die juristische Vertretung beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Seit 2003 ist er Rechtsanwalt bei dtb Rechtsanwälte Berlin/Bukarest, die in erster Linie Mandanten bei ihrem wirtschaftlichen Engagement in Rumänien beraten. In der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft ist Axel Bormann Mitglied des Beirats.

ORT:

im „Leonhardt“ Stuttgarter Platz 21/Leonhardtstrasse, 10627 B-Charlottenburg
(S-Bahn Charlottenbg. U-Bahn Wilmersdorferstr.)

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Nächster Jour Fixe am Donnerstag, den 7. April, im Rumänischen Kulturinstitut in Grunewald: Pater Clement Lodroman, Berlin, „Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde in Berlin: alte Probleme – neue Aufgaben“

Dienstag, 8. März 2011, 18.30 Uhr

Buchvorstellung

Kronstadt in Siebenbürgen
Eine kleine Stadtgeschichte

von Harald ROTH

(Böhlau Verlag Köln Weimar Wien, 2010)

Einladung

ORT:

Collegium Hungaricum Berlin (CHB),
Dorotheenstraße 12,
10117 Berlin-Mitte

Begrüßung:

Klaus RETTEL, Deutsch-Ungarische Gesellschaft e.V. Berlin

Dr. Gerhard KÖPERNIK, Deutsch-Rumänische Gesellschaft e.V., Berlin

Hansgeorg von KIILLYEN, Heimatortsgemeinde (HOG) Kronstadt

Anschließend wird der Autor, begleitet von reichhaltigem Bildmaterial, durch Geschichte und Gegenwart Kronstadts führen.

Mit freundlicher Unterstützung des CHB.

Donnerstag, 3. März 2011, 19.00 Uhr


ORT:
Rumänisches Kulturinstitut Titu Maiorescu
Königsallee 20 a.- Berlin-Grunewald

Einladung

Mihaela Niemczik-Arambasa, M. A.
Alltag im moldauisch-rumänischen Grenzraum

Prof. Dr. Wilfried Heller
Einführung in das von der VW-Stiftung 2006 - 2010 geförderte Projekt
« Alltag am östlichen Rand der EU (Rumänien / Rep. Moldau)»

Seit dem EU-Beitritt Rumäniens wird ein Visum für die Einreise aus der Republik Moldau benötigt. Die Grenze zwischen Rumänien und der Republik Moldau entlang des Flusses Pruth (684 km) trennt seitdem nicht nur zwei souveräne Staaten, sie bildet auch die aktuelle Außengrenze der EU.
Der Fluss trennt damit den „Westen“ (Rumänien) vom „Osten“ (Republik Moldau) und zugleich die rumänische Region Moldau von der Republik Moldau.

Was bedeutet diese Grenze heute für das Alltagsleben der moldauischen Grenzbevölkerung? Wie geht die Bevölkerung mit der neuen Qualität der undurchlässiger gewordenen Grenze um? Welche Rolle spielt die nationale Identität im Alltag der Moldauer? Oder spielt sie überhaupt eine Rolle?

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Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wilfried Heller (Potsdam/Göttingen)
Geboren in Littmitz/Böhmen, Studium der Geographie, Germanistik und Geschichte in Erlangen und Heidelberg, Promotion 1969 in Heidelberg, Habilitation 1978 in Göttingen, 1979 -1982 am Ministerium für Wissenschaft und Kunst Niedersachsens in Hannover, 1982 -1994 Professor für Geographie an der Uni Göttingen, 1994 - 2007 Univ.-Prof. für Sozial- und Kulturgeographie in Potsdam.

In Würdigung seiner langjährigen Forschungen und Publikationen zur Landesentwicklung Rumäniens sowie seiner Verdienste um die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Fachkollegen verlieh die Universität Bukarest ihm 1999 den Titel eines Professors honoris causa und 2006 eines Dr. h.c. 2003 war ihm in Klausenburg die Ehrendoktorwürde verliehen
worden. Schwerpunkte seiner Forschungstätigkeit sind die Migrations- und Grenzraumforschung. Er baute wissenschaftliche Kontakte zum ost- und südosteuropäischen Raum auf, insbesondere zu Rumänien.

Mihaela Niemczik-Arambasa, M.A. (Potsdam)
Geboren 1980 in Bukarest, 1999 - 2003 Studium an der Universität Bukarest; Hauptfächer Geographie und Französisch, 2003 Abschlussarbeit „Die demographische Entwicklung und die Siedlungen der deutschen Minderheit aus dem Kreis Hermannstadt (Sibiu), 2003 - 2004 Studium Humangeographie in Potsdam und 2004 - 2006 in Bukarest; seit 2006 Doktorandin in Potsdam bei Prof. Dr. Heller zum Thema "Alltag am östlichen Rand der EU: Raumaneignungen der Bevölkerung im Grenzraum Rumänien/Republik Moldau".

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Rumänischen Kulturinstitut

Verkehrsverbindungen: S 4 und S 45: Halensee - S 7 und S 9 Grunewald - Bus M 19: Erdener Straße

28. Februar 2011, 19. 00 Uhr

Jour Fixe

am
Montag, den 28. Februar 2011, 19. 00 Uhr
im „Studio Niculescu“
Oranienstrasse 163 in
Berlin- Kreuzberg
(U-Bahn Moritzplatz / U-Bahn Kottbusser Tor)

Prof. Violeta Dinescu (Oldenburg):

Magische Momente der Modernen Musik
„Die Rumänischen Komponistinnen des 20. und 21. Jahrhunderts“
- Vortrag mit Musikbeispielen -

Als die rumänische Komponistin Violeta Dinescu im Jahr 1982 in jungen Jahren nach Deutschland kam, hatte sie sich in der Fachwelt bereits einen Namen gemacht: die Partituren ihrer Kompositionen wurden in Deutschland schon vertrieben, als sie noch in Bukarest an der Musikschule „George Enescu“ unterrichtete. Ihre profunde Ausbildung am Klavier, in Kompositionslehre und Pädagogik am Bukarester Konservatorium erleichterten ihr den Einstieg im Westen. Als erstes übernahm sie eine Lehrverpflichtung an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg. Sie unterrichtete an der Musikhochschule Frankfurt/M. und an der Fachakademie für Kirchenmusik Bayreuth, bevor sie 1996 an der Universität Oldenburg eine Professur für angewandte Komposition erhielt. Ihre ersten Kompositionen entstanden 1974/75. Die dramatische KammerOper „Hunger und Durst“ mit Texten von Eugene Ionesco verschaffte ihr 1986 internationale Anerkennung.
Heute gilt Violeta Dinescu als eine der bedeutendsten Komponistinnen unserer Zeit. Ihr Werk umfasst mehrere Opern, darunter zwei Kinderopern –am bekanntesten „Der 35 Mai“ – Filmmusik, Ballettkompositionen, Chorliteratur und Instrumentalmusik. Ihre Oper „Erendira“ war im Jahr 2002 im Oldenburger Staatstheater stets ausverkauft und wurde so oft auf den Spielplan gesetzt wie sonst nur das gängige Repertoire. Das ist für zeitgenössische Musik immer noch eine Ausnahme! Als Studentin erforschte sie bei Reisen in entlegene Karpaten-Dörfer die Ursprünge der rumänischen Musiktradition. So sind ihre Kompositionen unverkennbar durch ihre rumänische Herkunft geprägt, allerdings ohne mit folkloristischen Klängen um die Gunst des Publikums zu werben.
Violeta Dinescu sagt von sich, sie wäre nicht so weit gekommen, wenn sie in Deutschland aufgewachsen wäre: „In Rumänien musste ich nie beweisen, dass eine Frau komponieren kann. Wenn ich ständig gegen Vorurteile hätte kämpfen müssen, dann hätte ich irgendwann etwas anderes gemacht.“ Rumänien hat - außer Violeta Dinescu – in den letzten Jahrzehnten eine Reihe wunderbarer Komponistinnen hervorgebracht, darunter die von ihr verehrte große Myriam Marbe (1931-1997), ihre Bukarester Lehrerin. Beim Jour Fixe wird Violeta Dinescu die zeitgenössischen rumänischen Komponistinnen vorstellen und mit Musikbeispielen in deren Werke einführen. Stets gelingt es der genialen Lehrerin Violeta Dinescu in ihren Gesprächskonzerten, beim Publikum Vorurteile und Hemmschwellen gegenüber der zeitgenössischen Musik abzubauen. So gewiss auch an diesem Abend!

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Nächster Jour Fixe am Mittwoch, den 23. März im „Leonhardt“, Stuttgarterplatz 21, Charlottenburg: Rechtsanwalt Axel Bormann (Bukarest/Berlin), Mitglied im Beirat der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft, über „Justiz, Recht und Gerechtigkeit in Rumänien.“

Mittwoch, den 19. Januar 2011, 19. 00 Uhr

Einladung

zum Jour Fixe

im „Cum laude“

Universitätsstr. 4, 10117 Berlin, Tel. 030-2082883
(U+S-Bahnhof Friedrichstraße., Bus 100,Tram M1, 12 )

“Meine Haut wie ein Sieb”
Der rumänische Schriftsteller M. Blecher (1909-1938)

Ernest Wichner
über das kurze Leben und das großartige Werk
des wiederentdeckten Dichters
-Vortrag, Lesung und Diskussion -


Als seine Bücher in den 1930er Jahren erstmals erschienen, waren die Kritiker begeistert: seine enorme Prosa wurde mit Franz Kafka und Gottfried Benn verglichen. Seine Sprache verwandle Salvador Dalis Malerei in Literatur, so schwärmte die rumänische Avantgarde. Dennoch dauert es nach seinem frühen Tod fast siebzig Jahre, bis M. Blecher allmählich weltweit die Anerkennung und Bekanntheit erfährt, die seinem Werk gebührt. Der Schriftsteller stammt aus dem kleinen moldauischen Städtchen Roman, dort ist er auf dem jüdischen Friedhof begraben. In seinem Todesjahr begann in Rumänien die systematische und offizielle Diskriminierung der rumänischen Juden und das erklärt auch, warum sein Name und sein Werk in den Jahren des Faschismus und des Kommunismus aus den Erinnerungen gelöscht wurden. Über seinen 1936 erschienenen Roman „Aus der unmittelbaren Unwirklichkeit“ schreibt Herta Müller: „Wahrscheinlich fürchtete man sich vor diesem Buch, weil es einer beklemmenden Wahrhaftigkeit das Wort redet“. Max, oder: Marcel, wie er sich in seinen Briefen nannte, oder Maniu, wie seine Familie ihn rief, bestand als Schriftsteller auf dem Initial M. Blecher. Sein Werk ist geprägt von dem Leiden an der Knochentuberkulose, die bei ihm diagnostiziert wurde, nachdem er mit neunzehn aus der rumänischen Provinz nach Paris kam, um dort Medizin zu studieren. Fortan verbrachte er sein Leben liegend, teilweise in Gips, zunächst in Sanatorien, bis er nach Roman zurückkehrte, wo er mit 29 Jahren starb.

Ernest Wichner hat durch seine Übersetzungen die Romane von M. Blecher der Vergessenheit entrissen. Darüberhinaus hat Wichner, Gründungsmitglied der „Aktionsgruppe Banat“, Schriftsteller, Leiter des Literaturhauses Berlin, über das Leben Blechers und seiner Familie recherchiert – die Ergebnisse wird er uns vortragen.

Mittwoch, den 15. Dezember 2010, 19. 00 Uhr

EINLADUNG

zum Jour-Fixe

Thema:

Die Securitate, die Schatten der Vergangenheit und die CNSAS
im Jahr einundzwanzig nach der Rumänischen Revolution

Vortrag und Diskussion mit

Dr. Georg Herbstritt

Zehn Jahre nach der rumänischen Revolution, im Jahr 1999, wurde die CNSAS, die rumänische Behörde zur „Aufarbeitung“ der Spitzel-und Terrorjahre der Securitate, gegründet. Sie sollte nach dem Vorbild der deutschen Stasi-Unterlagenbehörde funktionieren. Fast 21 Jahre seit der Dezember-Revolution ist es Zeit für eine erste Bilanz: wie arbeitet die CNSAS, welche Schwierigkeiten gab es zu Anfang, welche heute, interessieren sich rumänische Bürger für „ihre“ Akten, wie einfach oder schwer ist es für Securitate-Opfer, die Akten zu studieren?

Vermutlich rund zwei Millionen Securitate-Akten lagerten nach dem Ende der Ceausescu-Diktatur in den Archiven, schätzungsweise 400.000 Menschen arbeiteten im gesamten Zeitraum der kommunistischen Diktatur permanent oder von Fall zu Fall „inoffiziell“ für die Securitate. Nach der Dezember-Revolution von 1989 wurden die Akten tonnenweise verbrannt, vergraben oder sonstwie beiseite geschafft, denn die rumänische Nomenklatura hatte – ähnlich wie in der Ex-DDR – kein Interesse an einer Sichtung und Aufarbeitung des belastenden Materials. Erst im Jahr 2006, sieben Jahre nach Gründung der CNSAS und kurz vor dem EU-Beitritt von 2007, begann eine „Kommission zur Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit“ mit ihrer Arbeit. Zwei Jahre später verurteilte das rumänische Verfassungsgericht den bisherigen Umgang mit den Unterlagen der Securitate als verfassungswidrig.

Dr. Georg Herbstritt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Stasi-Unterlagenbehörde mit dem Forschungsschwerpunkt „Westarbeit“ der Stasi. Parallel dazu hat er in den letzten Jahren über die rumänischen Securitate gearbeitet, und unter anderem die Zusammenarbeit zwischen Stasi und Securitate untersucht. Die Ergebnisse seiner Forschungen sind in zahlreichen Aufsätzen veröffentlicht. Mitte November hält er sich zum dritten Mal beim CNSAS in Bukarest auf, um Dokumente in den Archiven der CNSAS zu studieren – er wird uns brandaktuell über seine Recherchen berichten.

Ort

Humboldt-Universität
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Spandauerstrasse 1, Raum 21 b (EG)
10178 Berlin-Mitte

10. Dezember 2010, 17:30 Uhr

Einladung

Erster Schüleraustausch Berlin – Bukarest – Brandenburg

Deutsche und rumänische Weihnachtsbräuche

George Cosbuc Kollegium Bukarest und
Friedrich Anton von Heinitz Gymnasium Rüdersdorf/Brandenburg

PROGRAMM

GRUßWORTE

S.E. Dr. Lazar Comanescu, Botschafter von Rumänien in der Bundesrepublik Deutschland, Schirmherr der Veranstaltung

Dr. Gerhard Köpernik, Vorsitzender der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft

ERÖFFNUNG

Dr. Ioana Scherf, Vorsitzende der Rumänischen Schule Berlin-Brandenburg, eröffnet die Veranstaltung

GASTREDNER

Gabrielle Schölzel, Leiterin des Heinitz-Gymnasiums, spricht über die Bedeutung des Projekts


Sorina Cotovanu, Leiterin des George-Cosbuc-Kollegiums hält einen Vortrag zum Thema Schüleraustausch

KULTURPROGRAMM

Die Schüler des George Cosbuc Kollegiums Bukarest unter der Leitung der Deutschlehrerin Carmen Dumitrescu stellen rumänische Weihnachtsbräuche vor.

Die Schüler des Heinitz-Gymnasiums Rüdersdorf unter der Leitung der Musiklehrerin Knappe-Pech bieten ein buntes Musikprogramm

EMPFANG

Zum Abschluss laden wir zu einem kleinen Empfang ein.

VERANSTALTER:

• Botschaft von Rumänien in der Bundesrepublik Deutschland
• Deutsch-Rumänische Gesellschaft Berlin
• Friedrich Anton von Heinitz Gymnasium
• George Cosbuc Kollegium Bukarest
• Humboldt Universität zu Berlin
• Rumänische Schule Berlin-Brandenburg

ANMELDUNG

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um eine verbindliche Anmeldung bis zum 8. Dezember 2010

per E-Mail: antwortempfang@rumaenische-botschaft.de
oder ioanascherf@freenet.de
per Fax: 030 212 39 399

VERANSTALTUNGSORT

Botschaft von Rumänien
Dorotheenstr. 62 – 66
10117 Berlin

Verkehrsverbindung: S+U-Bhf. Friedrichstraße

Freitag, 12. November 2010, 19:00 Uhr

MITGLIEDERVERSAMMLUNG

Ort

Rumänisches Kulturinstitut „Titu Maiorescu“
Koenigsallee 20A
D-14193 Berlin
Tel. 890 61 987

Mittwoch, 10. November 2010, 19:30 Uhr

EINLADUNG

zum Jour-Fixe

Johann Lippet

Buchpräsentation „Dorfchronik. Ein Roman“

Lesung mit anschließender Diskussion

Dorfchronik, ein Roman erzählt anhand von 179 Geschichten, die miteinander verwoben sind und aufeinander verweisen, die Geschichte des Dorfes Wiseschdia, eines der kleinsten im Banat, seit jeher ohne Bahn- und Busanbindung. Der Chronist, Erzähler und Ich-Erzähler, lässt den Dorfalltag in Verbindung mit Familiengeschichten, denen Ereignisse aus der Kriegszeit, der unmittelbaren Nachkriegszeit und der damaligen Gegenwart zugrunde liegen, Revue passieren. Wie sind diese Geschichten zu erzählen? Und ist das in Form eines herkömmlichen Romans überhaupt möglich? Diese Fragestellungen fließen als Überlegungen in den Roman mit ein.

Johann Lippet wurde 1951 in Österreich geboren, wo sich seine Eltern, bedingt durch die Wirrnisse des II. Weltkrieges, kennenlernten, 1956 kehrte die Familie nach Rumänien zurück. In Wiseschdia, dem Heimatdorf des Vaters, verbrachte er seine Kindheit, besuchte die Vierklassenschule, die weiterführende Schule in Großsanktnikolaus, wo er 1970 das Abitur machte. 1970-1974 Studium der Germanistik/Rumänistik in Temeswar. In diese Zeit fällt die Gründung der "Aktionsgruppe Banat", danach mehrere Jahre als Deutschlehrer tätig. 1978-1987 war er Dramaturg am Deutschen Staatstheater Temeswar. 1987 Ausreise. Johann Lippet lebt in Sandhausen bei Heidelberg als freischaffender Schriftsteller.
Es folgt die Ausstellungseröffnung mit Werken von Karin Maria Braun bei einem kleinen Umtrunk.

Ort

Rumänisches Kulturinstitut „Titu Maiorescu“
Koenigsallee 20A
D-14193 Berlin
Tel. 890 61 987

 

26. Oktober 2010, 18.30 Uhr

Einladung

zu einer Kulturreise durch Siebenbürgen

Collegium Hungaricum Berlin
Dorotheenstraße 12
10117 Berlin

Arne Franke
Städte im südlichen Siebenbürgen
Zehn kunsthistorische Stadtrundgänge
Mit historischen Einführungen von Harald Roth,
zahlr. farb. u. S.-W.-Abb.,
Kurzbiogr., Ortsnamenkonkordanz, umfangr. Registern u. zweispr. Karten.
360 S., gebunden.
€ [D] 19,80/SFR 33,60
ISBN 978-3-936168-42-6

Arne Franke
Das wehrhafte Sachsenland
Kirchenburgen im südlichen Siebenbürgen
2., aktual. u. erw. Aufl.
Mit einer historischen Einführung von
Harald Roth, zahlr. farb. u. S.-W.-Abb.,
Kurzbiogr., Ortsnamenkonkordanz,
umfangr. Registern u. zweispr. Karten.
453 S., gebunden.
€ [D] 19,80/SFR 33,60
ISBN 978-3-936168-56-3


Den von den »Siebenbürger Sachsen« gegründeten Städten wuchs im Laufe der Jahrhunderte europäische Bedeutung zu. Hermannstadt/ Sibiu weist einen reichen Bestand an Baudenkmälern
auf. Kronstadt/Brasov bietet mit der berühmten Schwarzen Kirche eines der bedeutendsten
Gotteshäuser Südosteuropas. Das mittelalterliche Stadtbild von Schäßburg/ Sighisoara wurde in den Rang des eltkulturerbes erhoben, in Mediasch/Medias hat sich die einzige Stadtkirchenburg des Landes erhalten. Berühmt sind auch die Pfarrkirche in Mühlbach/Sebes und die römisch- katholische Kathedrale von Karlsburg/Alba Iulia. Fogarasch/ Fagaras nimmt mit seiner Festungsanlage einen besonderen historischen Rang ein. Gänge durch Broos/Orastie, Elisabethstadt/ Dumbraveni und Großenyed/ Aiud ergänzen das vielfältige Bild siebenbürgischer Städte.

Siebenbürgen findet als Tourismusregion immer größeren Zuspruch. Immer mehr Entdecker machen sich auf in das Land im Karpatenbogen, wobei das »Saxon Transylvania« oder etwa die »Saxon Heritage Trails« als besondere Attraktion gelten. Dass diese »Sachsen« selbst kaum noch zu sehen sind, stört jene Neuseeländer oder Kalifornier, die es in die entlegensten Dörfer
verschlägt, nicht. Vielleicht fasziniert sie die Heile-Welt-Anmutung einer noch bis vor wenigen Generationen funktionierenden Gesellschaft freier Bürger und Bauern, aber auch die einmalige Lebenswelt der hier über Jahrhunderte zusammenlebenden Deutschen, Ungarn und Rumänen, die alle ihren Anteil an der spezifischen siebenbürgischen Kultur haben. Die Kunst- und Kulturschätze, die sich hier in großer Dichte erhalten haben, sind ein weiterer Grund, Siebenbürgen aufzusuchen, zumal für deutschsprachige Reisende. Diesen verlässliche Reiselektüre an die Hand zu geben ist das Ziel der Kulturreise-Handbücher des Deutschen Kulturforums östliches Europa. Mit kunsthistorischen Rundgängen durch zehn Städte im südlichen Siebenbürgen liegt ein weiterer Band vor, der in die vertraute Ferne im arpatenbogen entführen will.

Begrüßung

Klaus Rettel
Präsident der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft e. V., Berlin

Dr. Gerhard Köpernik
Präsident der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft e. V., Berlin

Einführung

Dr. Harald Roth
Deutsches Kulturforum östliches Europa

Unterwegs mit dem Kunsthistoriker durch Städte des südlichen Siebenbürgen Arne Franke, M. A.

Arne Franke, M. A., Kunsthistoriker und Denkmalpfleger, studierte an der Universität
Frankfurt am Main und arbeitete als Denkmalpfleger in Görlitz. Seit 1997 ist er freiberuflich als Bauforscher, Ausstellungsmacher, Dozent für Architekturgeschichte und Denkmalpflege sowie als Reiseleiter tätig. Neben seinem Spezialgebiet »Schlesien« beschäftigt er sich mit der Geschichte und Architektur der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen.

Freitag, 8. Oktober 2010, 18:00 Uhr


EINLADUNG

Buchpräsentation und Fotoausstellung

Dr. Annemarie Podlipny-Hehn liest

aus ihrem autobiografischen Buch„ Da-Sein“
Der Bildband „Temeswar/Timisoara“ wird ebenso vorgestellt wie die
Fotoausstellung Hans Hehn „Im Wandel der Zeit“

Buchpräsentation und Fotoausstellung: Es liest die Schriftstellerin und Kunsthistorikerin Dr. Annemarie Podlipny-Hehn (Temeswar) aus ihrem jüngsten Buch "DA-SEIN" - ein Streifzug durch ein Jahrhundert Kulturgeschichte Mitteleuropas. Auch wird ihr Album "Temeswar-Timisoara" vorgestellt. Die Fotoausstellung "Banat im Wandel der Zeit" von Hans Hehn möge einen Einblick in das Banater Dorfleben der 30er bis 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bieten.

Annemarie Podlipny-Hehn, (*20. Februar 1938 in Lowrin/Banat/Rumänien), Dr. phil., Kunsthistorikerin; Mitglied des Rumänischen Schriftstellerverbands; Autorin mehrerer Bücher, wurde mit zahlreichen Preisen geehrt. 1992 gründete sie den deutschsprachigen Literaturkreis „Stafette“, den sie leitet und im In- und Ausland zu Erfolg gebracht hat, indem sie vor allem junge Talente förderte; Herausgeberin von zahlreichen Büchern und Anthologien; Leiterin des Demokratischen Forums der Deutschen in Temeswar.

Veranstaltungsort:
Rumänisches Kulturinstitut „Titu Maiorescu“
Koenigsallee 20A, D-14193 Berlin

Eine gemeinsame Veranstaltung des Demokratischen Forums der Deutschen Temeswar, des Rumänischen Kulturinstituts „Titu Maiorescu“ Berlin und der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft Berlin.

8. September 2010, 19. 30 Uhr

Einladung

zum

Jour Fixe

am
Mittwoch, den 8. September 2010, 19. 30 Uhr

In Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut „Titu Maiorescu“
in den Räumen des RKI, Königsallee 20 A, 14193 Berlin, Tel. 890 61 987

Ehrengast:

Cornelia Feyer (Avrig /Freck)

„Brukenthal s Gärten - Pracht, Verfall und Wiederherstellung“
Lichtbildervortrag, Fragen und Antworten

Wer heutzutage in Avrig/ Freck, westlich von Sibiu/Hermannstadt, die „Sommerresidenz“ des Samuel von Brukenthal (1721 – 1803) aufsucht, kann sich inzwischen wieder vorstellen, wie pracht- und prunkvoll die große Parkanlage vor über zweihundert Jahren gewesen sein muss. Dass die Blumengärten und Alleen, die Büsche und kleinen Wasserläufe allmählich wiederhergestellt sind, verdankt die Brukenthal-Stiftung vor allem der Münchner Landschaftsarchitektin Cornelia Feyer. Seit einigen Jahren hat sie ihre Zelte in Avrig/Freck aufgeschlagen, leitet die Restaurierungsarbeiten und führt die Geschäfte der Stiftung. Sie hat es auch geschafft, dass in der restaurierten Orangerie Brukenthal-Touristen in einfachen Gästezimmern inmitten der duftenden Kräuter-und Blumenbeete übernachten können. In ihrem Lichtbildervortrag wird Cornelia Feyer vom schwierigen Beginn der Restaurierung eines verfallenden Gebäudes und überwucherten Parks und den vielen kleinen Aha-und Erfolgserlebnissen der fortschreitenden Wiederherstellungsarbeiten berichten.

Der Park des Samuel von Brukenthal ist der einzige Barockgarten in Rumänien. Brukenthal ließ die gesamte Anlage ab Mitte des 18. Jahrhunderts bauen und legte besonderen Wert darauf, seltene Bäume, Früchte und Blumen zu züchten. Seine Sommerresidenz nebst den Wirtschaftsgebäuden war bis Anfang der 1990ziger Jahre ein staatliches Sanatorium. Im Jahr 1999 erhielt die deutsche Minderheit das zuvor verstaatlichte Anwesen zurück. Die Brukenthal-Stiftung bemüht sich seitdem, Brukenthals Erbe im Sinne seines Testamentes zu bewahren und zu entwickeln. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Unterstützung von Projekten, mit denen in Rumänien Kultur, Erziehung, Soziale Belange und Initiativen einer Bürgergesellschaft gefördert werden sollen.

Samuel von Brukenthal trat nach seinem Jura-Studium in den österreichischen Staatsdienst und wurde von Kaiserin Maria Theresia mit der Aufgabe eines Gouverneurs beauftragt. Er war ein Schöngeist, gehörte einer Loge an, sammelte Gemälde, Kupferstiche und Bücher, die man heute im Brukenthal-Museum in Sibiu sehen kann.

 

Mittwoch, den 8. September 2010, 19. 30 Uhr

Jour Fixe

In Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut „Titu Maiorescu“
in den Räumen des RKI, Königsallee 20 A, 14193 Berlin, Tel. 890 61 987

Ehrengast:

Cornelia Feyer (Avrig /Freck)

„Brukenthal s Gärten - Pracht, Verfall und Wiederherstellung“
Lichtbildervortrag, Fragen und Antworten

Wer heutzutage in Avrig/ Freck, westlich von Sibiu/Hermannstadt, die „Sommerresidenz“ des Samuel von Brukenthal (1721 – 1803) aufsucht, kann sich inzwischen wieder vorstellen, wie pracht- und prunkvoll die große Parkanlage vor über zweihundert Jahren gewesen sein muss. Dass die Blumengärten und Alleen, die Büsche und kleinen Wasserläufe allmählich wiederhergestellt sind, verdankt die Brukenthal-Stiftung vor allem der Münchner Landschaftsarchitektin Cornelia Feyer. Seit einigen Jahren hat sie ihre Zelte in Avrig/Freck aufgeschlagen, leitet die Restaurierungsarbeiten und führt die Geschäfte der Stiftung. Sie hat es auch geschafft, dass in der restaurierten Orangerie Brukenthal-Touristen in einfachen Gästezimmern inmitten der duftenden Kräuter-und Blumenbeete übernachten können. In ihrem Lichtbildervortrag wird Cornelia Feyer vom schwierigen Beginn der Restaurierung eines verfallenden Gebäudes und überwucherten Parks und den vielen kleinen Aha-und Erfolgserlebnissen der fortschreitenden Wiederherstellungsarbeiten berichten.
Der Park des Samuel von Brukenthal ist der einzige Barockgarten in Rumänien. Brukenthal ließ die gesamte Anlage ab Mitte des 18. Jahrhunderts bauen und legte besonderen Wert darauf, seltene Bäume, Früchte und Blumen zu züchten. Seine Sommerresidenz nebst den Wirtschaftsgebäuden war bis Anfang der 1990ziger Jahre ein staatliches Sanatorium. Im Jahr 1999 erhielt die deutsche Minderheit das zuvor verstaatlichte Anwesen zurück. Die Brukenthal-Stiftung bemüht sich seitdem, Brukenthals Erbe im Sinne seines Testamentes zu bewahren und zu entwickeln. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Unterstützung von Projekten, mit denen in Rumänien Kultur, Erziehung, Soziale Belange und Initiativen einer Bürgergesellschaft gefördert werden sollen.
Samuel von Brukenthal trat nach seinem Jura-Studium in den österreichischen Staatsdienst und wurde von Kaiserin Maria Theresia mit der Aufgabe eines Gouverneurs beauftragt. Er war ein Schöngeist, gehörte einer Loge an, sammelte Gemälde, Kupferstiche und Bücher, die man heute im Brukenthal-Museum in Sibiu sehen kann.

6. Juli 2010, 19. 30 Uhr

Einladung

zum Jour Fixe

am
Dienstag, den 6. Juli 2010, 19. 30 Uhr

In Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut „Titu Maiorescu“
in den Räumen des RKI, Köningsallee 20 A, 14193 Berlin, Tel. 890 61 987

Ehrengast:

Reuven Moskovitz

„Eine Kindheit in Rumänien“

Lesung und Gespräche – Erinnerungen und Blick in die Zukunft

Reuven Moskovitz, geboren 1928 im nordrumänischen Schtetl Frumusica, wanderte 1947 nach Israel aus und kehrt immer wieder in sein Geburtsland Rumänien und nach Deutschland zurück, wo er längere Zeit lebte. Mit elf Jahren wurde Moskovitz - wie er sagt- „ins Ghetto vertrieben“. In Israel regte der Holocaust-Überlebende die Gründung des arabisch-israelischen Friedensdorfes Newe Schalom an, in dem heute rund fünfzig Familien – Muslime, Juden, Christen – in einer Dorfgemeinschaft leben. Er ist engagiert in der israelischen Friedensbewegung und einer der schärfsten Kritiker der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern. Moskovitz arbeitete als Baggerführer, im Straßenbau und als Reiseleiter in Deutschland, Rumänien und Israel. Er studierte an der Hebräischen Universität Jerusalem Geschichte und hebräische Literatur und wurde Lehrer.
Sein erster, einjähriger Aufenthalt in Deutschland im Jahr 1974 wurde durch ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung für die Freie Universität Berlin ermöglicht. Seitdem kommt Moskovitz regelmäßig nach Deutschland und spricht an Schulen als Zeitzeuge, Mahner und kritischer Beobachter Israels und Deutschlands. Im Jahr 2003 wurde er mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.
Die Deutsch-Rumänische Gesellschaft ist Reuven Moskovitz besonders verbunden: auf seine Initiative hin wurde die Gesellschaft im Jahr 1992 gegründet. Dass sich die DeRuGe zu einem wichtigen Mittler zwischen Rumänen und Deutschen in Berlin entwickelte, haben wir auch den begleitenden Anregungen von Reuven Moskovitz zu verdanken.

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Nächster Jour Fixe: Mittwoch, 8. September, ebenfalls im RKI: die Landschaftsarchitektin Cornelia Feyer, (München/Sibiu), berichtet in einem Lichtbildervortrag über die Wiederherstellung der berühmten Gartenanlagen von Samuel v. Brukenthal (1721-1803) in Avrig/Freck, westlich von Sibiu.

 

9.-10. Juli 2010 in Berlin

„Antiziganismus”:
Vorurteil und Diskriminierung
Darstellung und Wahrnehmung
rumänischer Roma

Wissenschaftliche Tagung veranstaltet vom

Zentrum für Antisemitismusforschung der
Technischen Universität Berlin

Mit freundlicher Unterstützung
der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft e.V.

Programm

15. Juni 2010, 19:30 Uhr

Ovid S. Crohmalniceanu in Berlin

Vortrag von

Herbert-Werner Mühlroth

Ort:

Rumänisches Kulturinstitut „Titu Maiorescu“,
Koenigsallee 20 A,
14193 Berlin,

Tel.: 030 890 61 987
Fax: 030 890 61 988
E-Mail: office@rki-berlin.de

Verkehrsverbindung:

S 4, S 45 S-Bhf. Halensee, S 7, S 9 S-Bhf. Grunewald, Bus 119, Haltestelle: Erdenerstraße

Über Crohmalniceanus letzten Lebensabschnitt – sein ,,Exil“ in Berlin – wurde viel spekuliert. Dies liegt darin begründet, dass nur wenige Menschen den renommierten Literaturprofessor und – kritiker in dieser Zeit aus nächster Nähe erlebt haben. Dieser Vortrag behandelt die letzten drei Jahre Crohmalniceanus aus der persönlichen Perspektive eines Mitstreiters und Freundes. Er bietet einen Eindruck über Crohmalniceanus Leben und Schaffen in den letzten Jahren seiner ,,Späte(n) Berliner Einsamkeit“.

Herbert-Werner Mühlroth

1963 in Hatzfeld (Jimbolia)/Rumänien geboren. Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie an der Universität Heidelberg und an der Freien Universität Berlin. Tätig als freiberuflicher Autor, Übersetzer, Marketingberater und Werbetexter. Publikationen in diversen Zeitschriften und Zeitungen in Deutschland und Rumänien. Unter anderem hat er Reiner Kunzes "Die wunderbaren Jahre" ins Rumänische übertragen und das erste "Rumänisch-Aromunische Wörterbuch" herausgebracht. 2009 erschien sein Gedichtband „Nachtlaub“ im Marien-Blatt Verlag in Lübeck.


Mittwoch, den 10. März 2010, 19.00 Uhr

Einladung

zum Jour Fixe

am
Mittwoch, den 10. März 2010, 19.00 Uhr
im Restaurant „Cum laude“, im Westflügel der Humboldt-Universität

Ehrengast:

Nora Iuga

Lesung und Gespräche – Poesie und Prosa

Nora Iuga ist die „grande dame“ der rumänischen und europäischen Poesie; sie ist eine der bedeutendsten und originellsten Stimmen der Gegenwartsliteratur. Sie wurde 1931 in Bukarest geboren, studierte Germanistik, arbeitete u.a. als Deutschlehrerin und übersetzte über dreißig Werke deutscher Autoren ins rumänische, darunter Günter Grass und Herta Müller.

Ihren ersten Gedichtband veröffentlichte sie 1968, es folgten bisher elf Gedichtbände und vier Prosawerke. Ihre surreale und subversive Phantasie war der kommunistischen Staatsmacht suspekt - ab 1971 durfte sie acht Jahre lang nicht veröffentlichen. Erst nach der Revolution von 1989 erfuhr sie, dass ihr Publikationsverbot beileibe nicht politisch begründet wurde, sondern mit dem angeblich „pathologischen Erotismus“ ihrer Gedichte.

Über sich schreibt sie: „Ich hatte ein schönes Leben. Jetzt habe ich ein normales Leben. Im Ausland bin ich angesehener als im eigenen Land. Die Rumänen mögen keine Originalität. Sie halten bloß das für wertvoll, was sie schon kennen…. Mit 60 Jahren bin ich dem Kommunismus entronnen. Die erste Reise ins Ausland führte mich nach Wien, zu einem Internationalen Poesiefest. Als ich in Ungarn mit dem Zug über die Donau fuhr und die zahllosen Brücken sah…sagte ich: „Sieh, die neue Welt“. Budapest war mein Amerika. Und das Leben begann, nicht jenes schöne Leben, das normale.“

Ihr junger Schriftsteller-Kollege Mircea Cartarescu schreibt über sie: „Wie viele von uns jüngeren verfügen heute über ihre Energie und ihren Optimismus? Wie viele von uns werden von allen Generationen geliebt und gelesen?“

Im vergangenen Jahr erschien, in der Übersetzung von Ernest Wichner, der Gedichtband „Gefährliche Launen“, für den sie Gedichte aus ihrem lyrischen Gesamtwerk auswählte. Im Mai erscheint in Deutschland ihre Erzählung von 1997 „Die Sechzigjährige und der junge Mann“.

„Cum laude“:

Universitätsstr. 4, 10117 Berlin, Tel. 030-2082883
(U+S-Bahnhof Friedrichstraße., Bus 100,Tram M1, 12 )

Di., 9. Februar 2010, 19.30 Uhr:

Buchvorstellung

Ort: RKI

DIE ABWESENDE REPUBLIK von Daniel Barbu

Gespräch mit Prof. Dr. Daniel Barbu und Prof. Dr. Thede Kahl, Moderation: Dr. Larisa Schippel, Humboldt-Universität zu Berlin

Der Autor stellt Momentaufnahmen der Alltagsgeschichte Rumäniens aus der jüngsten Vergangenheit dar. Der Blick wird auf die demokratischen Mechanismen und marktwirtschaftliche Entwicklung seines Landes nach dem Sturz des kommunistischen Regimes gerichtet.

Daniel Barbu ist Professor und Direktor des Instituts für Politische Studien der Universität Bukarest; Gastprofessor unter anderem an der École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris.

Thede Kahl ist Geograf und Balkanologe am Österreichischen Ost- und Südosteuropa-Institut, Mitglied der Balkankommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und unterrichtet an den Universitäten Bukarest, Münster und Wien.

Larisa Schippel ist Dozentin für Übersetzungswissenschaft am Institut für Slawistik der Humboldt-Universität Berlin.

Die Reihe „Forum Rumänien“ ist ein Projekt des Frank und Timme Verlags (Berlin), http://www.frank-timme.de
In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft e.V.
und dem Frank und Timme Verlag

Montag, 01.02.2010, 18.00 Uhr

EINLADUNG

Die rechtlichen, sozio-ökonomischen und kulturellen Folgen der Wende von 1989 für den Fortbestand der ungarischen Minderheiten in Rumänien


Referent: Dr. Meinolf ARENS (Historiker, z. Zt. Haus des deutschen Ostens [HDO], München; Habilitand an der Ludwig-Maximilians-Universität München)

Montag, 01.02.2010, 18.00 Uhr

Seminarraum 3, Collegium Hungaricum Berlin,
Dorotheenstr. 12,
10117 Berlin-Mitte

Die Deutsch-Ungarische Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft

 

Fr., 29. Januar 2010, 19.30 Uhr:

Buchvorstellung

Ort: RKI

WEGE IN DIE MODERNE. ENTWICKLUNGSSTRATEGIEN RUMÄNISCHER ÖKONOMEN IM 19. UND 20. JAHRHUNDERT

von Dr. Angela Harre

Moderation: Dr. Dietmar Müller, Moldova-Institut Leipzig

Dr. Angela Harre (geb. 1979) ist Koordinatorin des Forschungsprojektes „Agrarismus in Ostmitteleuropa 1880 – 1950“ an der Forschungsstelle für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und Dozentin am Lehrstuhl für Europäische Wirtschafts- und Sozialgeschichte der selben Universität. Sie hat verschiedene Texte über Rumänien veröffentlicht und mit der nun vorgestellten Arbeit über die Entwicklungsstrategien rumänischer Ökonomen promoviert.

»Rumänien ist eine Region des Übergangs. In seiner Geistesgeschichte überschnitten sich russische und griechische, osmanische und habsburgische, ungarische und autochthone Einflüsse. Sie verbanden sich zu einer brisanten Mischung, die auch über die Landesgrenzen hinaus Bedeutung erlangte. So bildeten die Abhängigkeitstheorien Mihail Manoilescus (1891-1950) die Grundlage für die dependencia-Theorien, die ab den 1960er Jahren lateinamerikanische Entwicklungsdiskurse prägten. Dieser Band beschäftigt sich mit der ideologischen Landschaft, in der die rumänischen Vorläufer der Dependenztheorien gediehen.

Diese Entwicklungsmodelle, die im Laufe des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entworfen wurden, lassen sich in vier große Schulen einteilen – den Traditionalismus, Industrialismus, Agrarismus und Faschismus. Sie dienten teils als Gegenkonzepte, teils als Ergänzungen zu den Modellen der westeuropäischen Modernisierung und warfen Fragen nach den Zusammenhängen zwischen verschiedenen Visionen von Moderne und der Nationalbewegung sowie den gedanklichen Wurzeln des rumänischen Autoritarismus auf, denen in dieser Arbeit systematisch nachgegangen wird.«

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft e.V.

22. Januar 2010, 19.00 Uhr

Als Auftakt zu einer Reihe von Buchvorstellungen lädt Sie das Rumänische Kulturinstitut zur folgenden Präsentation ein:

IN RUMÄNIEN. AUF DEN SPUREN EINER EUROPÄISCHEN VERWANDTSCHAFT
von Markus Bauer

EINLADUNG

Moderation: Fried Nielsen (ehemaliger Kulturattaché der BRD in Rumänien)

Datum: 22. Januar 2010, 19.00 Uhr
Ort: Rumänische Botschaft, Dorotheenstraße 62-66, 10117 Berlin

Seit 2007 ist es Teil der Europäischen Union – und trotzdem bleibt Rumänien die große Unbekannte, sein Bild bleibt oft besetzt von Klischees (transsilvanischer Grusel, bettelnde Straßenkinder, Wanderarbeiter und überall Bären). Doch was ist die Wahrheit?

Das Buch von Markus Bauer versucht, auf der Basis historischer und kultureller Zusammenhänge die Gegenwart Rumäniens in einem größeren Kontext verständlich zu machen. Dabei kommen unvermeidlich unbekannte und überraschende Facetten des vielfältigen Landes am Karpatenbogen ans Licht. Der Bogen spannt sich von dem Stadt-Land-Gegensatz über die Minderheiten und die Region der Moldau bis hin zu aktuellen Fragen der Geschichtspolitik.

Markus Bauer, Kulturhistoriker und Journalist, hat fünf Jahre in Jassy gelebt und gearbeitet, schreibt für die Neue Züricher Zeitung über Rumänien.

„Dieses Aktualitätsklima des Buches ist ein großer Vorzug. Seine Spurensuche ist keine elegische Archäologie des Untergegangenen, sondern eine kompakte Einführung in die noch heiße Zeitgeschichte Rumäniens zwischen dem 19. und dem 21. Jahrhundert.“

Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung, 14. 07. 2009

Eine gemeinsame Veranstaltung des Rumänischen Kulturinstitutes und der Rumänischen Botschaft Berlin
Mit freundlicher Unterstützung der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft e. V.
Mehr unter www.rki-berlin.de

Mittwoch, den 13. Januar 2010, 19.00 Uhr

Jour Fixe

EINLADUNG

Thema:

Rumänien hat gewählt
Die Präsidentschaftswahlen vom Dezember 2009
-Hintergründe- Verlauf – Perspektiven-

Vortrag und Diskussion mit

Dr. Anneli Ute Gabanyi

Bei den Wahlen im Dezember 2009 wurde Traian Basescu in einer Stichwahl zum zweiten Mal als Präsident des Landes bestätigt. Basescu siegte knapp über seinen sozialdemokratischen Herausforderer, Mircea Geoana. Die Sozialdemokraten hatten von großangelegter Wahlfälschung gesprochen und das Resultat beim Verfassungsgericht angefochten. Von 2137 ungültigen Stimmen, die zugeordnet werden konnten, entfielen schließlich 1169 auf Basescu und 968 auf Geoana. Rumänien sei, so fasste Dorel Sandor, Direktor des Bukarester Centrums für Politische und vergleichende Studien, das Ergebnis zusammen, ein „geteiltes Land“; allgemein wird eine Phase politischer Instabilität befürchtet, die zu einer weiteren Verzögerung einer 30-Millionen-Dollar Hilfe des Internationalen Währungsfonds führen könnte.
Die Politikwissenschaftlerin Dr. Anneli Ute Gabanyi hat sich durch zahlreiche Publikationen und Buchveröffentlichungen zum Parteiensystem in Rumänien, der rumänischen Revolution von 1989 und den Folgen des Systemwechsels in Rumänien und Osteuropa einen Namen gemacht. Sie wurde in Bukarest geboren und lebt seit 1963 in der Bundesrepublik.


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Ort:

Restaurant „Cum laude“,
im Westflügel der Humboldt-Universität

„Cum laude“: Universitätsstr. 4, 10117 Berlin, Tel. 030-2082883
(U+S-Bahnhof Friedrichstraße., Bus 100,Tram M1, 12


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Der Rumänien-Jour-Fixe der DRG
• Der Treffpunkt für alle an Rumänien Interessierten und für die Mitglieder der DRG
• Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung: Mitglieder des Vorstands der DRG und ein jeweils wechselnder Gast
• Essen und Trinken im Restaurant „Cum laude“

Donnerstag, den 17. Dezember 2009, 19.00 Uhr

Zwanzig Jahre Rumänische Revolution
Diskussion und Filmvorführung

Einladung

im Literaturhaus Fasanenstraße 23, Berlin-Charlottenburg

Die Protestaktionen vom 15./16. Dezember 1989 in Timisoara setzten die gewalttätig verlaufene rumänische Revolution in Gang, die mit der im Fernsehen übertragenen Erschießung des Diktators Ceausescu und seiner Frau am 25. Dezember 1989 zu Ende ging. Zwanzig Jahre danach laden wir ein, über die Hintergründe, den Verlauf und die Auswirkungen der damaligen Ereignisse und über den aktuellen Stand der Demokratisierung in Rumänien zu diskutieren.

Auf dem Podium:

Dr. Anneli Ute Gabanyi Politikwissenschaftlerin, Berlin

Richard Wagner Schriftsteller, Berlin

Dr. Alina Mungiu-Pippidi z. Zt. Professorin an der Hertie School of Governance, Berlin

Mona Vintila Studentin der Politikwissenschaft, Berlin

Vor der Podiumsdiskussion zeigen wir die Dokumentation „Schachmatt“ der ORF-Reporterin Susanne Brandstetter aus dem Jahr 2005, in der es auch um die Frage geht, wieweit der revolutionäre Prozess spontan oder möglicherweise gesteuert erfolgte

 

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Erfahrungen der Unfreiheit und die Idee der
Freiheit in Ungarn und Rumänien 1989


Donnerstag, 3. Dezember 2009

Beginn 18:00 Uhr

im

Europasaal im MOSSEPALAIS
am Potsdamer Platz

Voßstr. 22

10117 Berlin


Referent:

PROF. DR. ANTON STERBLING (Soziologe, Rothenburg/Oberlausitz)

Prof. für Soziologie und Pädagogik an der Hochschule der Sächsischen Polizei, Rothenburg/O.L., Wissenschaftlicher Beirat des Instituts für kulturelle Infrastruktur Sachsen (Görlitz);

Veranstalter:

Deutsch-Ungarische Gesellschaft e. V. (DUG)
in Zusammenarbeit mit dem
Osteuropa-Zentrum Berlin (OEZ Berlin) und der
Deutsch-Rumänischen Gesellschaft e. V. (DRG);

Kontakt:

Klaus Rettel, Präsident der DUG,

Tel. 242 45 73,
E-Mail: info@d-u-g.org

Eintritt frei.

Mittwoch, 25. November 2009

EINLADUNG

Vortragsabend mit Begleitausstellung


70 Jahre Hitler-Stalin Pakt


Dr. Anke Pfeifer:
Schreiben als individuelle Aufarbeitung einer kollektiven Tragödie. Die Thematisierung von Auswirkungen des Hitler-Stalin-Pakts in der Literatur Rumäniens.

Dr. Dietmar Müller:
Von Moskau über Jalta nach Malta: Die Folgen des Hitler-Stalin-Pakts als Opferdiskurs in Rumänien.


Ausstellung:
1939 – Pakt über Europa. Der Hitler-Stalin-Pakt in der Geschichte und Erinnerungskultur Ostmitteleuropas
Die Ausstellung wurde vom Moldova-Institut Leipzig e.V. erstellt.
In Zusammenarbeit mit dem Rumänischen Kulturinstitut „Titu Maiorescu“

Datum:

Mittwoch, 25. November 2009
19.30 Uhr


Ort:

Rumänisches Kulturinstitut „Titu Maiorescu“,
Koenigsallee 20 A, 14193 Berlin,


Kontakt:

Tel. 030 890 61 987 Fax. 030 890 61 988
E-Mail: office@rki-berlin.de


Verkehrsverbindung:

S 4, S 45 S-Bhf. Halensee, S 7, S 9 S-Bhf. Grunewald, Bus 119, Haltestelle: Erdenerstraße

Samstag, den 21. November 2009, 19. 30 Uhr

EINLADUNG


zu einer gemeinsamen Veranstaltung: