TÄTIGKEITSBERICHT 2013

Von Hermine-Sofia Untch

Im Berichtsjahr 2013 sind folgende Arbeitsbereiche der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft (DRG) fortgeführt worden:

1. Homepage und Facebook
2. Deutsch-Rumänische Hefte
3. Jour Fixe
4. Kleinstipendien
5. Verschiedenes

Im Laufe des Jahres 2013 haben fünf Vorstandssitzungen und eine Mitgliederversammlung am 8. November stattgefunden. Musikalisch wurde die Mitgliederversammlung vom dem 14-jährigen Eddy Lucan und seinem Trio mit rumänischen Volksweisen begleitet. Einleitend hat Hermine-Sofia Untch in einem Lichtbildvortrag über ihre Aktivitäten bei der Sanierung der Dorfkirche im siebenbürgischen Braller/Bruiu berichtet.
2013 standen Wahlen zum Vorstand an. Die langjährigen Vorstandsmitglieder Janna Jähnig und Elisabeth Packi sind zum allgemeinen Bedauern aus dem Vorstand ausgeschieden. Beiden gebührt für ihre ausgezeichnete Arbeit ein herzliches Dankeschön. Wilfried Lohre kandidierte nicht mehr für das Amt des Schatzmeisters, verbleibt jedoch als Beisitzer im Vorstand. Auch ihm gilt für seine verantwortungsvolle Tätigkeit seit Gründung der DRG ein ganz besonderer Dank. Zum Schatzmeister der DRG wurde einstimmig Tony Krönert gewählt. Nata-lia Toma, ebenfalls einstimmig gewählt, wird den Zuständigkeitsbereich von Elisabeth Packi übernehmen und für den Internetauftritt der DRG verantwortlich sein. Alle anderen Vorstandsmitglieder wurden in ihren alten Funktionen wiedergewählt.

1. Homepage und Facebook

Unsere Internetreferentin Elisabeth Packi hat die Homepage der DRG von 2003 bis 2013 vorbildlich gestaltet und regelmäßig aktualisiert. Zudem hat Elisabeth Packi dafür gesorgt, dass die DRG und ihr Präsident Dr. Gerhard Köpernik auf der deutschen Wikipedia vertreten sind. Für ihre Arbeit am „Portal Rumänien“ wurde Elisabeth Packi von der deutschen Wikipedia mit der Verdienstmedaille „für die Aufarbeitung des Themenbereichs Banat und das Verfassen einer großen Anzahl guter Artikel bzw. die Verbesserung vorhandener Artikel“ ausgezeichnet. Der Vorstand hat dies gebührend mit einem Glas Sekt honoriert.

Um die Facebookseite der DRG hat sich im Jahr 2013 Mona Vintila gekümmert. Die „Gefällt mir“-Angaben sind im Jahr 2013 von 87 auf 122 gestiegen. Über Facebook erreicht die DRG vor allem jüngere Personen und Personen außerhalb Berlins. Die Entwicklung wird insgesamt als positiv betrachtet

2. Deutsch-Rumänische Hefte (DRH)

Die beiden Ausgaben der DRH von 2013 (mit einer Auflage von jeweils 600 Exemplaren) wurden erneut unter der Leitung unseres Beiratmitglieds Dr. Josef Sallanz herausgegeben. Für das Lektorat unserer Zeitschrift waren Dr. Silvia Machein, Kirsty Otto und Marianne Theil zuständig, Brigitta-Ulrike Goelsdorf besorgte Satz und Layout. Neu in der Redaktion begrüßen wir Jörn Henrik Kopfmann, der seit der Ausgabe 2/2013 dabei ist. Wir freuen uns auf weitere informationsreiche Ausgaben der DRH unter Mitarbeit der gesamten kompetenten Redaktion.

3. Jour fixe

Im Berichtsjahr haben unter der Federführung von Marianne Theil insgesamt dreizehn Jour-Fixe-Veranstaltungen (ein Rekord) stattgefunden, vier davon in Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut in dessen Räumen. Die restlichen Jour-Fixe-Veranstaltungen haben im „Leonhardt“ in Berlin-Charlottenburg stattgefunden.

Januar: Vortrag und Diskussion über „Rumänien nach den Dezember-Wahlen“ mit Matthias Jobelius, Leiter der Bukarester Repräsentanz der Friedrich-Ebert-Stiftung für Rumänien und die Republik Moldau. Jobelius berichtete über die Parlamentswahlen am 9. Dezember 2012, die Rumänien einen klaren Sieg für das sozialliberale Wahlbündnis USL von Ministerpräsident Victor Ponta bescherten und diesen in eine „Kohabitation“ mit seinem verhassten Rivalen, Staatspräsident Traian Basescu, zwangen.

Februar: Lichtbildvortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Ruxandra Demetrescu (Bukarest) über „Rumänische Kunst zwischen gestern und morgen“. Die Kunsthistorikerin und Kennerin der rumänischen Kunst- und Kulturszene sprach über die aktuellen Tendenzen in der bilden-den Kunst.

Zusätzlich im Februar: Vortrag von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wilfried Heller (Potsdam/Berlin) über „Rumänien – Wer bleibt? Wer geht? Wer kommt? Migration in, aus und nach Rumänien“. Prof. Heller, ein herausragender Kenner Südosteuropas, lieferte eine Bestandsaufnahme der Migrationsbewegungen in Rumänien und schilderte die zum Teil dramatischen Folgen.

März: Vortrag und Diskussion mit Rechtsanwalt Dr. Gisbert Stalfort (Berlin/Bukarest) über „Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit in Rumänien. Eine aktuelle Bestandsaufnahme“. Stalfort, Mitglied der deutschen und rumänischen Rechtsanwaltskammer, betonte, dass trotz vieler Rückschläge bei der Umsetzung der Justizreform auch adäquate, sinnvolle und fortschrittliche Regelungen getroffen worden seien. Insgesamt zeichnete er aber das Bild eines fragilen Rechtsstaates.

April: Vorführung des von der DRG mitfinanzierten Videos von Liane Birnberg und Barbara Kasper mit dem Titel „Bukarest – damals“. 2010 begab sich die aus Bukarest stammende Künstlerin Liane Birnberg, begleitet mit der Kamera von Barbara Kasper, auf die Spuren ihrer Kindheit und Jugend in das weitgehend zerstörte Viertel Cauzasi der rumänischen Hauptstadt.

Mai: Vortrag und Diskussion mit Christoph Leucht (Berlin) über „Mehr Chancen für die Ro-ma in Deutschland. Das EU-Programm ROMED: 'Trojanische Pferde', Roma-Aktivisten und Mediatoren“. Leucht berichtete aus seiner praktischen Tätigkeit als Trainer von Roma-Mediatoren im Auftrag der EU.

Juni: Lesung von Jan Cornelius (Düsseldorf) aus seinem Roman „Was sind Sie denn für ein Landsmann? Narrenstück oder das Wundern des Dolmetschers beim Betrachten der Welt“. Mit Ironie und beißendem Humor, aber auch mit Wehmut und Sehnsucht schildert der aus Reschitz/Resita stammende Autor seine Erlebnisse im Rumänien Ceausescus und den erlebten Kulturschock nach der Übersiedlung in die Bundesrepublik.

Zusätzlich im Juni: Vier junge Rumäninnen berichten über ihr Praktikum im deutschen Par-lament – „Studierstube Bundestag im Jahr 2013. Erfahrungen, Erlebnisse, Erkenntnisse, Ergebnisse“.

Zusätzlich im Juni: Elvira Geppert, Filmproduzentin (Berlin) berichtete über das „Filmfestival Cluj: Neues vom Rumänischen Film“. Anlässlich des Anfang Juni stattgefundenen Filmfestivals in Klausenburg/Cluj-Napoca sprach Geppert, eine hervorragende Kennerin der rumäni-schen Filmszene und regelmäßige Beobachterin des Filmfestivals, über die atemberaubende Entwicklung des jungen rumänischen Films.

September: Lesung mit Carmen-Francesca Banciu über „Neue Heimat Berlin“. Die aus Rumänien stammende Schriftstellerin las aus veröffentlichten und unveröffentlichten Texten.

Oktober: Posterausstellung und Lichtbildvortrag von Dr. Agathe Reingruber und Prof. Dr. Svend Hansen über „Archäologie in Rumänien. Die kupferzeitliche Siedlung Pietrele an der unteren Donau und das älteste Gold der Menschheit“. Die beiden Wissenschaftler präsentierten in einem außergewöhnlich interessanten Vortrag die Ausgrabungen einer kupferzeitlichen Siedlung an der unteren Donau aus dem 5. Jh v. Chr. Die Funde deuteten darauf hin, dass die Bewohner dieser Siedlung, die weder Schrift noch Rad, Wagen oder Pferd gekannt hätten, große Kenntnisse in der Herstellung von Werkzeugen aus Kupfer, Stein und Knochen gehabt und regen Handel getrieben hätten.

November: Vortrag und Diskussion mit Ursula Fernolend (Control Risks Bukarest) über „Korruptionsrisiken in Rumänien. Hindernisse für Investoren und Gesellschaft - Wie vorbeugen? Wie verhindern?“ Korruption und Wirtschaftskriminalität seien ein alltägliches Phänomen in Rumänien. Fernolend berichtete über die Arbeit von Control Risks, einer weltweit tä-tigen Risikoberatungsfirma, im Kampf gegen die größten Investitionshindernisse.

Dezember: Lesung und Diskussion mit Prof. Dr. Elmar Schenkel (Leipzig) zu „Cata/Katzendorf. Mein Jahr in einem rumänischen Dorf“. Schenkel, der erste Dorfschreiber von Katzendorf, las aus seinem Manuskript. Der Filmemacher, Dramatiker und Lyriker Frieder Schuller erläuterte, wie es zur Gründung dieses Preises kam, und Hans Alder zeigte Fotos von Katzendorf und seinen Bewohnern.

4. Kleinstipendien

Drei Schüler/-innen des Sigismund-Toduta-Muskilyzeums Klausenburg wurden auch im Berichtsjahr Kleinstipendien von jeweils 300 Euro gewährt.

5. Verschiedenes

Polly Benecke hat in 2013 für die Stiftung Speranta keinen allgemeinen Spendenaufruf gemacht. Trotzdem sind von einigen Privatpersonen und einer Kirchengemeinde insgesamt 1.650 Euro gespendet worden. Diese Summe wurde 2013 an Speranta weitergeleitet.

Am 31. Dezember 2013 hatte die DRG 85 Mitglieder, Ende 2012 waren es 84 Mitglieder. 7 Personen sind neu beigetreten und 6 Personen sind ausgeschieden (2 sind verstorben, 3 haben gekündigt und 1 Mitglied hat keinen Beitrag mehr gezahlt).

Hermine-Sofia Untch ist die Vizepräsidentin der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft, Berlin.